Düsseldorf. Der Versandhändler Neckermann hat offenbar die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Bereits in diesem Jahr werde eine «schwarze Null» beim Betriebsergebnis (Ebitda) erwartet, wie Firmenchef Henning Koopmann dem «Handelsblatt» (Dienstausgabe) sagte. Im ersten Quartal 2010 hätten die Umsätze im zweistelligen Prozentbereich über dem Vorjahreswert gelegen, hieß es unter Berufung auf Branchenbeobachter weiter.

2008 habe der Versandhändler im Hauptgeschäft in Deutschland noch ein operatives Minus von 133 Millionen Euro erzielt. Jeder Umsatzeuro sei mit rund 14 Cent gestützt worden. Auch 2009 schrieb der Konzern dem Bericht zufolge operativ rote Zahlen

Grund für den Umschwung sei unter anderem die Pleite des Konkurrenten Quelle, in deren Folge Neckermann einen deutlichen Kundenzuwachs verzeichnet habe, hieß es weiter. Quelles Warenverkäufe in Höhe von 2,45 Milliarden Euro – davon zwei Drittel im deutschen Markt – blieben der Branche erhalten. Neben Neckermann profitiere auch Otto von der Insolvenz der Fürther.

Zudem sei das Neckermann-Management die internen Probleme angegangen und habe sowohl seinen Werbeauftritt als auch seinen Online-Auftritt angepasst, hieß es weiter. Der Katalog sei sparsamer strukturiert und der Außendienst aufgelöst worden.

Neckermann gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Sun Capital. 49 Prozent hält indes der insolvente Handelskonzern Arcandor. Wegen der schlechten Ertragslage habe Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg die Beteiligung nach seinem Antritt bei Arcandor faktisch schon abgeschrieben. Nun aber heiße es vonseiten des Insolvenzverwalters, dass eine Veräußerung der Anteile keine Eile mehr habe, berichtete die Zeitung.

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