Behördensprecherin: “In den letzten Wochen sind die Zustände eskaliert”

Freising/Neufahrn (dapd-bay). Wegen schwerer hygienischer Mängel hat die Großbäckerei Müller-Brot aus dem oberbayerischen Neufahrn ihre Produktion vorübergehend stoppen müssen. Mehrere Kontrollen der Lebensmittelüberwachung hätten eine “mangelhafte Grundhygiene” ergeben, teilte das Landratsamt Freising am Mittwoch mit. Deshalb müssten Betrieb und Anlagen komplett gereinigt werden.

Den vorübergehend vollständigen Produktionsstopp beschlossen Müller-Brot und Landratsamt den Angaben zufolge bei einer Begehung der Kontrolleure am Montag. Am Mittwoch sei es deshalb in einigen Filialen zu Lieferschwierigkeiten gekommen, räumte das Unternehmen ein. Grundsätzlich sei die Bäckerei aber in allen Bereichen “lieferbereit”.

Bei den festgestellten Mängeln handele es sich um einen “Zustand, der sich über einen längeren Zeitraum entwickelt hat”, sagte die stellvertretende Sprecherin des Freisinger Landratsamts, Anita Fußeder, auf dapd-Anfrage. “In den letzten Wochen sind die Zustände eskaliert.” Die Kontrolleure sprachen schließlich Empfehlungen aus, woraufhin sich die Firmenleitung zum Produktionsstopp entschloss. Der Betrieb wird laut Fußeder erst wieder aufgenommen, wenn die Empfehlungen der Experten umgesetzt sind.

Müller-Brot bestätigte in einer Mitteilung “hygienische Mängel” an der Produktionsanlage in Neufahrn. Diese werde nun einer “umfassenden und intensiven Wartung” unterzogen, da die “Sicherstellung von Spitzenqualität an erster Stelle” stehe. Für die Verbraucher habe zu keiner Zeit eine Gefährdung bestanden. Spätestens Ende der Woche sollten die “Wartungsarbeiten” abgeschlossen sein.

Nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” bemängelten die Kontrolleure Schmutz im maschinellen Bereich sowie bauliche Mängel an der Großbäckerei. Bei der Kontrolle habe es sich nicht um einen Routinebesuch gehandelt, sondern um eine gezielte Überprüfung einer Taskforce. Diese Spezialeinheit des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hatte der damalige Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) 2006 im Zusammenhang mit einem Fleischskandal eingerichtet.

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