Social Media: Chance, Risiko oder Business as Usual?

Medientage München: Digitale Strategien auf dem Prüfstand

München. Passend zum Motto der diesjährigen Veranstaltung “Wert(e) der Medien in der digitalen Welt” beschäftigen sich viele Panels mit den digitalen Strategien von Medienunternehmen und deren Umgang mit Social Media. Eine Einführung ins Thema bietet Ibrahim Evsan in Panel 4.4 Social Media und die Marke mit einer eindeutigen Haltung: “Social Media ist überall. Produkt, Marketing und Public Relations fließen in Social Media zusammen. Das ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Zeit.”

Ist das in allen Unternehmen bereits so angekommen? Eine Untersuchung von Bulletproof Media, deren Ergebnisse im gleichen Panel auf den Medientage München 2010 vorgestellt werden, kommt zu einem anderen Ergebnis. Die Studie beleuchtet die Aktivitäten von Medienmarken und deren Werbekunden im Bereich Social Media und zeigt die Herausforderung, vor der traditionelle Medienmarken stehen: Trotz umfangreicher und zumeist kostenloser Angebote von Social Networks setzen Medien bei ihren Marktbearbeitungsstrategien stark auf ihre aus dem Kerngeschäft gelernten Methoden: MeToo und Aufbau von Markteintrittsbarrieren.

Medientage München 2010 – Social Media im Mittelpunkt

13. – 15. Oktober in München

Damit steigt aber die Gefahr digitale Wettbewerber aufzubauen, statt die Marktmechanismen im Bereich Social Media für sich nutzbar zu machen. Deutlich geworden ist ein erheblicher Nachholbedarf auch bei einer weiteren Studie, die im Auftrag von telegate von GFK / Psyma erstellt wurde: Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland mangelt es noch an Kenntnis und Einsatz von digitalen Vermarktungsformen.

Die meisten Firmen werben an den Kunden vorbei. Die Studie “Mittelstand und Werbung” wird auf den Medientage München 2010 exklusiv vorgestellt: Die meisten KMUs, so ein Ergebnis, geben zwischen 1.000 und 5.000 Euro im Jahr für Marketing aus. Haupt-Werbekanäle sind hier mit fast 75 Prozent gedruckte Branchenbücher, regionale Tageszeitungen und Anzeigenblätter.

Online-Branchenverzeichnisse liegen mit 37 Prozent auf Platz 3. Während die Firmen noch in Print investieren, hat sich bei den Verbrauchern mehrheitlich das Internet als stärkstes Medium für lokale Suche durchgesetzt. Ein Grund für die Diskrepanz zwischen dem Werbeverhalten der Unternehmen und der konkreten Mediennutzung der Verbraucher: fast die Hälfte der KMUs haben noch nicht einmal einen eigenen Internetauftritt.

Die ausführlichen Studienergebnisse sowie weitere Perspektiven, wie sich durch eine gewandelte Mediennutzung die lokalen Werbemärkte verändern, werden auf dem Panel 13.4 von telegate: Lokale Suche 3.0 auf den Medientage München 2010 vorgestellt.

Das ausführliche Kongressprogramm der MEDIENTAGE MÜNCHEN 2010 ist auf www.medientage.de veröffentlicht.

Veröffentlicht von:

Sven Oliver Rüsche

Internetexperte Sven Oliver Rüsche ist Herausgeber der Mittelstand-Nachrichten und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002.