Deutsche Lufthansa und Vereinigung Cockpit sind zu Schlichtungsgesprächen bereit

Frankfurt/Main. In die festgefahrene Tarifauseinandersetzung zwischen der Deutschen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Cockpit kommt Bewegung. Ein Schlichter soll den Streit beenden. Sowohl die größte deutsche Fluggesellschaft als auch die Arbeitnehmervertreter sprachen sich am Donnerstag in Frankfurt am Main für die unverzügliche Aufnahme der Verhandlungen aus. Auf diesem Weg wollen sie die strittigen Punkte in den Mantel- und Vergütungstarifverträgen bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings klären.

Bevor die Schlichtung aber beginnen kann, muss die Vereinigung Cockpit (VC) noch ihre Streikandrohung zurücknehmen. Dies will sie auch tun, vorausgesetzt, sie einigt sich mit der Airline über die Bedingungen des Schlichtungsverfahrens. Welche Bedingungen dies sind, wollte die Gewerkschaft am Donnerstag aber nicht sagen. Üblicherweise verständigen sich die Tarifparteien vor dem Eintritt in eine Schlichtung über die Person des Schlichters sowie den zeitlichen und tariflichen Rahmen der Verhandlungen.

«Die Gespräche können sofort beginnen, wenn die Streikandrohung vom Tisch ist», sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther am Donnerstag. Die Rücknahme der Streikandrohung sei ein durchaus üblicher Weg. Schlichtungsverhandlungen unter Beibehaltung der bestehenden Streikandrohung schloss er aus. Bislang hatten die Piloten ab dem 13. April einen viertägigen Streik angekündigt.

Die Uneinigkeit über die Mantel- und Vergütungstarifverträge ist aber nur ein Teil des aktuellen Konfliktes zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern. Abgesehen davon steht der Konzerntarifvertrag der Lufthansa in der Diskussion. Ein Streitpunkt ist beispielsweise die Größe der bei Lufthansa eingesetzten Flugzeuge.

Lufthansa hatte angekündigt, diesen Konzerntarifvertrag modernisieren und an die neuen Rahmenbedingungen anpassen zu wollen. Die Gewerkschaft lehnt dies aber ab. Sie befürchtet vor allem die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Diese Thematik soll nach dem Vorschlag der Lufthansa aber nicht Inhalt der Schlichtung sein. Der Vorstand will hierüber in getrennten Sitzungen mit der Gewerkschaft verhandeln.

Lufthansa hatte die Pilotengewerkschaft am 30. März zum Verzicht auf den angekündigten Streik aufgefordert. Außerdem hatte sie Schadenersatzforderungen für den Fall eines Streiks angekündigt. Arbeitsdirektor Stefan Lauer hatte zudem gesagt, dass er vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den geplanten Streik erwirken wolle, da er ihn als «rechtlich problematisch» erachte. Die letzte Gesprächsrunde zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit, die rund 4500 Piloten vertritt, war Anfang März gescheitert.

Ursprünglich wollten die Piloten bereits im Februar für vier Tage streiken. Dann hatten sie sich jedoch nach einem eintägigen Streik zur Wiederaufnahme der Verhandlungen entschlossen, womit sie einer Empfehlung des Frankfurter Arbeitsgerichts folgten.

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