Mannheim. Viele Azubis sind froh, wenn sie von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Jedoch kann sich ein Arbeitgeberwechsel nach der Prüfung finanziell lohnen, wie eine Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt.

So verdienen Ausgelernte, die sich einen neuen Arbeitgeber suchen, nach Berechnungen der Wirtschaftsforscher im Durchschnitt 0,6 Prozent mehr als ihre im Lehrbetrieb verbliebenen Kollegen. Besonders deutlich rechne sich ein Wechsel für junge Fachkräfte mit Abitur. Im statistischen Mittel erzielten diese einen um 4,5 Prozent höheren Lohn.

Neben dem Qualifikationsniveau habe auch die Branche einen großen Einfluss auf die Vergütung. Ein Arbeitgeberwechsel lohne sich vor allem in den kaufmännischen Berufen und im Handel, wo sich Lohnaufschläge von durchschnittlich 3,2 Prozent realisieren ließen.

Hingegen wirke sich eine Wechsel in industriellen Berufen sogar nachteilig aus. Die Wechsler verdienten hier im Schnitt 2,4 Prozent weniger als diejenigen, die nach der Lehre im Ausbildungsbetrieb verblieben. Möglicherweise sei dies darauf zurückzuführen, dass ein Arbeitgeberwechsel in dieser Branche eher unüblich sei und zum Nachteil des Wechslers ausgelegt werde, vermuten die Studienautoren.

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