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Joachim Herz Wirtschaftspreis erstmals vergeben

Hamburg – Der Joachim Herz Wirtschaftspreis geht in diesem Jahr an den Konstanzer Wirtschaftsprofessor Urs Fischbacher sowie die beiden Nachwuchsforscher Matthias Heinz von der Universität zu Köln und Heiner Schumacher von der Katholieke Universiteit in Leuven, Belgien.

Fischbacher entwickelte in den 1990er Jahren mit z-Tree eine Software für ökonomische Experimente. Sie ist bis heute Standard bei der Durchführung ökonomischer Experimente und hat wesentlich zur internationalen Bedeutung dieses Forschungszweiges beigetragen. Wegweisend für die wirtschaftswissenschaftliche Forschung sind außerdem seine Arbeiten zur Reziprozität. Insbesondere dazu, wie Menschen Freundlichkeit belohnen und Unfreundlichkeit bestrafen. Fischbacher ist einer der meistbeachteten Ökonomen und Mitherausgeber wichtiger internationaler Fachzeitschriften.

Matthias Heinz und Heiner Schumacher gehen in ihrem ausgezeichneten Forschungsbeitrag der Frage nach, ob sich aus dem Lebenslauf eines Bewerbers erkennen lässt, wie gut er in Teams kooperiert. Die Antwort ist: ja. Wer in seinem Lebenslauf angibt, sich intensiv sozial zu engagieren, arbeitet gut mit anderen zusammen. Das haben die beiden Nachwuchswissenschaftler in ihren Experimenten mit über 350 Probanden nachgewiesen. Die gute Nachricht für alle sozial engagierten Bewerber: Auch Personalverantwortliche sehen soziales Engagement als wichtiges Kriterium bei der Personalauswahl an.

„Herr Fischbacher hat die richtige Technologie zur richtigen Zeit bereitgestellt und so einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung der experimentellen Wirtschaftsforschung geleistet. Seine Innovationskraft zeigt er noch immer bei der Integration neurowissenschaftlicher Forschung in wirtschaftswissenschaftliche Analysen. Die Nachwuchswissenschaftler Heinz und Schumacher haben mit ihrem ausgezeichneten Beitrag bewiesen, dass Experimente über die Grenzen des Labors hinaus einen Beitrag zum Verständnis von menschlichen Entscheidungen leisten. Zu der Auszeichnung gratuliere ich allen Preisträgern herzlich“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Joachim Herz Stiftung, Andrea Pauline Martin. Der Joachim Herz Wirtschaftspreis wird den Preisträgern am 15.12.2016 bei einer Feierstunde im Hamburger Rathaus übergeben.

EXPERIMENTE ERWEITERN METHODEN DER WIRTSCHAFTSFORSCHUNG

Experimente unter Laborbedingungen erweitern die bisherigen Methoden in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung. Sie ermöglichen das Verständnis von Phänomenen, die in einem natürlichen wirtschaftlichen Umfeld oder auf Basis von Beobachtungsdaten kaum oder gar nicht zu analysieren sind.

Der Joachim Herz Wirtschaftspreis wird in zwei Kategorien vergeben. Gewürdigt werden das Forschungswerk eines etablierten Wissenschaftlers sowie der beste Beitrag von Nachwuchswissenschaftlern. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury aus renommierten Forschern. In der Kategorie „Bestes Forschungswerk eines etablierten Wissenschaftlers“ sind keine Eigenbewerbungen möglich, in der Kategorie „Bester Beitrag von Nachwuchswissenschaftlern“ können sich junge Forscher direkt bewerben.

Wichtig für die Auswahl der drei Forscher sind Qualität, Relevanz und Originalität ihrer Beiträge. Fischbacher erhält ein Preisgeld von 50.000 Euro für das beste Forschungswerk, Heinz und Schumacher teilen sich 10.000 Euro für den besten Beitrag von Nachwuchswissenschaftlern. Mit insgesamt 60.000 Euro ist der Joachim Herz Wirtschaftspreis eine der höchstdotierten Auszeichnungen in den Wirtschaftswissenschaften in Deutschland.

Quelle: Joachim Herz Stiftung

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