München. Das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands hat sich im Juli entgegen den Erwartungen massiv aufgehellt. Wie das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, stieg der Geschäftsklimaindex auf 106,2 Punkte, nachdem er im Vormonat bei 101,8 gelegen hatte. «Diese Zunahme ist der größte Sprung nach oben seit der Wiedervereinigung Deutschlands», sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Volkswirte hatten hingegen eine Abnahme auf 101,5 erwartet.

Der kräftige Anstieg des Geschäftsklimaindex signalisiert für Ifo-Konjunkturexperten Klaus Abberger eine «recht robuste Aufwärtsbewegung» der deutschen Wirtschaft. «Nach dieser harten Krise, die hinter uns steckt, können wir nun doch durchatmen», sagte Abberger der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die Aufwärtsrevision vieler Prognosen, wie es momentan geschehe, erscheine inzwischen gerechtfertigt.

Auch für das Ifo-Institut gelte, dass einige der Indikatoren, die der eigenen Prognose eines Anstieges des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,1 Prozent im laufenden Jahr zugrunde gelegt worden seien, nun etwas positiver ausfielen als zunächst angenommen. «Von daher sehe ich auch bei uns, dass die 2,1 Prozent eher der untere Rand sind», sagte er. Das Frühjahr 2010 sei für die Wirtschaft ein sehr, sehr gutes Frühjahr gewesen. Die Erholung zeige sich in der gesamten Wirtschaft und in allen Branchen, im Bau, im Handel wie auch in der Industrie.

Der monatlich unter rund 7000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex ist das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

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