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Aufbau einer Zigarrenmarke – der Fokus muss stimmen!

Deutschland gilt einerseits als “Zigarrenland”, andererseits prognostiziert Statista bis 2025 einen jährlichen Umsatzrückgang im Zigarren-Segment von ca. 1 Prozent. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Umsatz beträgt 2021 zudem gerade mal 8,87 Euro. Nichtsdestotrotz entschied sich Hemmy Garcia – Berliner Händler für Tabak- und Spirituosen-Spezialitäten und ausgewiesener Zigarrenexperte – bereits 2018, eine eigene Premium-Zigarrenmarke auf den Markt zu bringen. Welche Aspekte man beim erfolgreichen Launch eines Premium-Nischenprodukts beachten sollte, fasst er nachfolgend für die Mittelstand-Nachrichten zusammen:

2021-08-26-Zigarren
Bildquelle: HOerwin56 / pixabay.com

Obwohl ich mich bereits seit meiner Teenager-Zeit intensiv mit Zigarren und Tabak beschäftige, meldeten einige gute Freunde und Geschäftspartner erst einmal ihre Bedenken an, als ich sie in meine Pläne zur Gründung der Eigenmarke “HEMMY’S” einweihte. Zugegeben: Auch mir selbst fiel der Schritt vom Zigarren-Händler zur Zigarren-Marke nicht so leicht, wie es im Nachhinein erscheinen mag. Tatsächlich lagen zwischen dem initialen Gedanken und der finalen Umsetzung so einige schlaflose Nächte. Schlussendlich stellt aber der Launch von “HEMMY’S” nur eine folgerichtige Weiterentwicklung meiner unternehmerischen Selbstständigkeit dar, die ich ebenfalls auf ein Fundament aus klaren Werten und einer gestochen scharfen Fokussierung gestellt habe. Meiner persönlichen Erfahrung und Einschätzung nach darf man zudem einige bestimmte Aspekte während der aufregenden und fordernden Gründungsphase nicht aus den Augen verlieren. Ich versuche das resultierende “Skill-Set” mal so kurz und knapp wie möglich zusammenzufassen.

Kundenfokussierung

Dieser Begriff mag einigen Leserinnen und Lesern als Selbstverständlichkeit, vielleicht sogar als Binsenweisheit erscheinen. Tatsächlich bekomme ich regelmäßig mit, dass sowohl frischgebackenen Gründern als auch “alten Hasen” früher oder später der Kunde aus dem Blick gerät – aus unterschiedlichsten Gründen. Unerwarteter Anfangserfolg kann diese Fokus-Aufweichung herbeiführen. Abnehmende Flexibilität, Ignorieren von Rückmeldungen, aber auch ein zu visionärer, abgehobener Ansatz sind weitere Ursachen. Basierend auf dem Feedback, das ich täglich als Zigarren-Händler erhalte, habe ich mich bei der “HEMMY’S” Produktauswahl ganz bewusst auf wenige Formate beschränkt, die aber das Spektrum meiner bestehenden und zukünftigen Kunden ziemlich gut abdecken. Ob und in welcher Form ich die Bandbreite erweitere, hängt primär von den Wünschen meiner Kunden ab.

Unbestechliches Produkt-Know-how

Ohne mich der Übertreibung “schuldig” zu machen, kann  ich sagen, dass es wenige Europäer gibt, die mehr Ahnung und Vor-Ort-Erfahrung bezüglich der Herstellung feinster Zigarren besitzen. Dank meiner kubanischen Wurzeln – mein Vater bekleidete eine führende Position in der nach außen hin ziemlich abgeschotteten Tabakindustrie der karibischen Insel – hatte ich die seltene Chance, in Havanna eine Ausbildung zum Torcedero (Zigarrenroller) zu absolvieren und anschließend sogar als Qualitätsprüfer zu arbeiten. Dieses Know-how schätzen meine Kunden aus ganz Deutschland sehr, sorgt es doch dafür, dass sie stets erstklassige Ware erhalten und keinerlei Qualitätskompromisse eingehen müssen. Weiterhin kann mir zumindest im Zigarren-Segment niemand ein “X” für ein “U” vormachen.

Bodenständigkeit

Ich verbrachte eine ganz normale Jugend in Ostberlin, nachdem meine Mutter mit mir nach der freundschaftlichen Trennung von meinem Vater vor meinem zweiten Geburtstag aus Kuba in die damalige DDR zurückkehrte. Auch diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, dass mein Umfeld mir immer wieder bescheinigt, angenehm bodenständig und geerdet zu sein. Nichtsdestotrotz möchte ich diese Eigenschaft nicht als Mangel an Ambition und Leidenschaft missinterpretiert wissen, ganz im Gegenteil.

Sicherlich gibt es noch ein paar Gesichtspunkte, die man als Unternehmer und “Marke” nicht außen vorlassen sollte. Ohne die drei oben aufgeführten Aspekte kommt man meiner Meinung nach aber langfristig nicht auf einen grünen Zweig – unabhängig davon, welche Branche man auf den Kopf stellen will.

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