Das Thema Wohnen in Dresden in der Zukunft brennt den Dresdnern gerade unter den Nägeln: Wohin entwickelt sich unsere Stadt, klettern die Mietpreise weiter nach oben, lohnt sich der Kauf von Wohneigentum und welche Lage ist dafür die beste? Diese und weitere Fragen unter dem Motto „Wohnen in Dresden 2020 – zwis chen Mietpreisbremse und moderner Quartiersentwicklung” wurden nun von hochkarätigen Experten aus der Immobilienbranche beim „4. Dresdner WTC Immobilien-Symposium”, das erstmals in der Dresden International University im World Trade Center Dresden (WTC) stattfand, heiß diskutiert.

Immobilienexperten im Atrium des WTC Dresden (von links): Dr. Axel Viehweger, André Adami, Bürgermeister Jörn Marx, Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Thomas Cromm und Jürgen Rees, Bildquelle: MEDIENKONTOR / Franziska Märtig.

Immobilienexperten im Atrium des WTC Dresden (von links): Dr. Axel Viehweger, André Adami, Bürgermeister Jörn Marx, Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Thomas Cromm und Jürgen Rees, Bildquelle: MEDIENKONTOR / Franziska Märtig.

Das WTC Dresden als führender Wirtschafts-, Wissenschafts- und Verwaltungsstandort ist auch ein Spiegel der Gesellschaft und Gradmesser für die Zufriedenheit der Wirtschaft im Dresdner Raum: „Nur wenn es Dresden und den Dresdnern gut geht, geht es dem WTC auch gut. Deshalb gehen wir jedes Jahr mit dem WTC Immobilien-Symposium auf Themen ein, die für Dresden gerade besonders wichtig sind oder die möglicherweise in der Zukunft für die Stadt, die Bevölkerung oder die Wirtschaft zum Problem werden könnten”, begründet Jürgen Rees, Manager des World Trade Centers Dresden von der POLARES Real Estate Asset Management GmbH, welche die Eigentümerin des WTC Dresden vertritt, die jährliche Organisation und Finanzierung des WTC Immobilien-Symposiums. „Aus der Vollvermietung des WTC und auch aus den Nachfragen nach Büroflächen können wir ablesen, wie es der Wirtschaft in Dresden geht. Deshalb haben wir großes Interesse daran, dass in Dresden weiterhin möglichst optima le Bedingungen sowohl für die Dresdner als auch für die hier ansässigen Unternehmen herrschen”, so Jürgen Rees.

Dass es um Dresden derzeit gut bestellt ist, sahen auch die geladenen Experten in ihren Vorträgen und der anschließenden Podiumsdiskussion so: „In den sieben großen A-Städten sind kaum noch hohe Renditen möglich, daher wird nun auch viel in den B-Städten investiert. Dresden ist dabei unsere Lieblingsstadt und sogar auf dem besten Weg in die Top 10 in Deutschland. Was die Lebensqualität angeht, liegt Dresden sogar unter den Top 3 in Deutschland”, so Thomas Cromm aus Hamburg, Vorstand REVITALIS REAL ESTATE AG, die derzeit das „Wiener Loch” schließt. „Für das Prager Karree haben wir bereits rund 210 Mietanfragen. Vor allem die sogenannten ‚Best-Ager’ suchen große Flächen in komfortabler Lage”, berichtet Cromm. Dass diese vor allem im Stadtzentrum liegen, bestätigt auch André Adami aus Berlin, Prokurist und Niederlassungsleiter des unabhängigen Immobilienmarktanalyseunternehmens Bulwiengesa AG am Standort Berlin. „Zu den Lagen, die in Dresden beson ders beliebt sind, gehören vor allem die Innenstadt, die Innere Neustadt und die Altstadt”, so Adami. Sehr beliebt sind des Weiteren Blasewitz, Striesen, Bühlau, Weißer Hirsch und Loschwitz, aber auch die Radeberger Vorstadt, Dölzschen und Strehlen.

Heiß diskutiert wurden auch das Thema Mietpreise und die Möglichkeit, diese mit einer städtischen Wohnbaugesellschaft zu drosseln: „Auch eine WOBA kann nicht billiger bauen, das ist Verdummung”, brachte es Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V., dabei auf den Punkt. Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Direktor des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin, lobte Dresdens Chancen, mahnte aber auch im Hinblick auf Pegida: „Kiez ist cool: Schon jetzt zeigt sich in den USA, dass nur Städte, die bunt sind, die Migration und Kunst- und Kulturszenen zulassen, eine Zukunft haben. Die kreativen Schichten entscheiden über die städtische Zukunft. Sie wählen ihren Wohn- und Arbeitsort nach Kriterien der Lebensqualität. Dazu gehören vor allem ethnische Vielfalt und soziale Toleranz, lokale Kulturszenen und Bildungsangebote, also beispielsweise Rockkneipen oder eine Schwulenszene. Stadtpolitik muss daher dafür sorgen, dass die sozialen und kulturellen Grenzen im Stadtraum durchlässig bleiben und ökonomische Barrieren niedrig. Damit die Mischung stimmt, muss die Stadtplanung die Betroffenen zusammenbringen.”

Immobilienexperten im Atrium des WTC Dresden (von links): André Adami, Prokurist und Niederlassungsleiter Standort Berlin Bulwiengesa AG, Jürgen Rees, Management WTC Dresden und Prokurist / Leiter Region Ost der POLARES Real Estate Asset Management GmbH, und Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie und Direktor des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Bildquelle: diamonds network.

Immobilienexperten im Atrium des WTC Dresden (von links): André Adami, Prokurist und Niederlassungsleiter Standort Berlin Bulwiengesa AG, Jürgen Rees, Management WTC Dresden und Prokurist / Leiter Region Ost der POLARES Real Estate Asset Management GmbH, und Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie und Direktor des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Bildquelle: diamonds network.

Neben den Fachvorträgen und der Expertenrunde stand natürlich auch wieder der persönliche Informationsaustausch der Teilnehmer im Vordergrund. „Beim WTC Immobilien-Symposium treffen jedes Jahr hochrangige Entscheider aus der Immobilienbranche aufeinander, informieren sich über aktuelle Entwicklungen und knüpfen zahlreiche neue Geschäftskontakte, die für die Stadtentwicklung in Dresden oft enorme Bedeutung haben”, berichtet Rees. Für das nächste, nunmehr 5. „Dresdner WTC Immobilien-Symposium” laufen bereits wieder die ersten Vorbereitungen: „Ich überlege mir derzeit schon das Thema. Zum Wohnen ist nun vorerst alles gesagt, jetzt stellt sich die Frage, was mit den Gewerbeflächen passiert, denn was nutzt uns eine ‚Wohnungsschwemme’, wenn die Firmen keine adäquaten Gewerbe- oder Büroflächen finden und deshalb keine neuen Mitarbeiter einstellen können?”, so Jürgen Rees abschließend.

ANZEIGE:

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
Veröffentlicht am: