In Zukunft werden vorgefertigte Bauteile im Immobiliensektor eine immer bedeutendere Rolle spielen. Laut Fraunhofer-Allianz BAU wird sich der Trend des modularen Bauens in den nächsten Jahren weiter verstärken. Der Grund dafür liegt vor allem in der Geschwindigkeit und Flexibilität, mit der Gebäude auf diese Weise errichtet werden können. Gerade in Ballungsräumen sind Baustellen häufig der Grund für Verkehrschaos und verstopfte Straßen. Durch eine modulare Bauweise können Bauzeiten reduziert und damit auch die Lärm- und Verkehrsbelastung in Großstädten auf ein Minimum reduziert werden.

Die hohe Geschwindigkeit, mit der solche modularen Gebäude errichtet werden können, eröffnet des Weiteren die Möglichkeit, der Wohnungsknappheit in Ballungsgebieten schnell entgegenzuwirken. Das modulare Bauen hat zudem den Vorteil, dass beschädigte Teile eines Gebäudes im Fall der Fälle ausgetauscht werden können. Das erhöht die Langlebigkeit des Gebäudes und sorgt für ein nachhaltigeres Bauen.

Herausforderung für die Logistik

Damit solche Fertiggebäude errichtet werden können, bedarf es allerdings einer gut funktionierenden Logistik. Schließlich müssen nicht mehr nur einzelne Baustoffe gelagert und geliefert, sondern ganze Gebäudeelemente unbeschadet aufbewahrt werden, ohne dass Feuchtigkeit oder Abnutzung sie unbrauchbar machen. Neben großen Lagerhallen und gut ausgebildetem Personal, benötigen Logistikunternehmen zusätzlich spezielle Ausrüstung, um die schweren Teile zu bewegen. Elektro-Hubwagen sowie –Stapler, wie sie von Ameise hergestellt werden, sind nur zwei Beispiele dafür, was in modernen Lagerhallen künftig benötigt wird. Bei größeren Teilen werden zudem Gabelstapler notwendig, um das Gewicht solcher Baumodule überhaupt bewegen zu können.

Nächster Schritt im Fertigbau?

Im Gegensatz zu bisherigen Fertigbau-Konzepten ist das modulare Haus jedoch einfacher zu lagern und zu transportieren – veranschaulicht wird das in dieser Reportage des Bayerischen Rundfunks. Denn modulare Häuser werden nicht im Ganzen geliefert, sondern können Modul für Modul zusammengebaut werden. Das hat gleich mehrere Vorteile: Kunden können beispielsweise über eine Software mehrere Bauteile miteinander verbinden und somit ein eigenes Haus kreieren. Die kleinen Module lassen sich darüber hinaus für den Transport stapeln und werden erst vor Ort zusammengesetzt. Dadurch können innerhalb weniger Tage ganze Gebäudekomplexe entstehen, die zwar aus standardisierten Modulen bestehen, in ihrer Form und Anordnung jedoch völlig einzigartig sind. Bisher haben nur wenige Anbieter solche Konzepte im Portfolio, in den kommenden Jahren wird sich ihre Anzahl jedoch erhöhen.


Bildrechte: Flickr Baustelle regenmond CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist Gründer der Mittelstand-Nachrichten und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist unter [email protected] in der Redaktion erreichbar.
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