Eine Filtertechnologie aus der Raumfahrt hat die Trinkwasserversorgung der Stadt Bitterfeld-Wolfen verbessert. Der Ortsteil Bitterfeld gilt als ein wichtiges Zentrum der chemischen Industrie im Bundesland Sachsen-Anhalt. Aufgrund der ansässigen Chemiekombinate stellte die Wasserverschmutzung für die Gemeinde ein ernstes Problem dar. Behoben wurde dieses durch das Unternehmen LANXESS. Der Spezialchemie-Konzern besitzt eine Membranen- und Modulfabrik in Bitterfeld, die Spezialmembranen und fertige Filterelemente unter dem Markennamen LEWABRANE produziert. Mittels Umkehrosmose kann verunreinigtes Wasser von Salzen und von Keimen sowie unerwünschten Spurenelementen gereinigt werden. Zu den wichtigsten Kunden dieser Produktlinie zählen besonders Kraftwerkbetreiber, die hochreines Prozesswasser benötigen. Der Serienproduktion dieser Spezialmembranen und fertigen Filterelemente waren intensive Forschungsaktivitäten am Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in Magdeburg vorausgegangen.

„Die Umkehrosmose als Filtertechnologie ist zwar als Produkt aus der Raumfahrt seit den 60er Jahren bekannt, aber sie erfordert in der großtechnischen Umsetzung noch viel Entwicklungsaufwand“, sagt Projektleiter Sebastian Möser vom IFF.

Die Bitterfelder Membranen finden inzwischen auf der ganzen Welt Verwendung. Die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) berichtet in ihrem Report INVEST über die Erfolge der Produktlinie von LANXESS. „Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produktionsprozesse und der Technologie selbst werden dafür sorgen, dass sich die Einsatzgebiete der Membran-Produkte kontinuierlich erweitern”, so Jean-Marc Vesselle. Er leitet den LANXESS-Geschäftsbereich Ion Exchange Resins.

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