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Einstieg in China kann sich jetzt lohnen

Damian Maib ist Gründer der Agentur Genuine German und Experte für Onlinehandel in China. Mit seinem Unternehmen unterstützt er deutsche Firmen dabei, in China Fuß zu fassen. Zu seinen Kunden gehören bekannte deutsche Unternehmen wie dm und Beiersdorf, sowie late Stage StartUps wie foodspring. Die Agentur ist offizieller Alibaba-Tmall Partner.

Das Leben in China hat sich erholt, möchte man meinen. Die Straßen sind gefüllt, Mitarbeiter sind zurück in Büros und auch Produktionen laufen wieder. Selbst in Wuhan, dem Epizentrum des Virus scheint das Leben fast wieder normal zu sein. Allerdings ist nicht alles wir vorher, viel mehr Menschen als vorher tragen Mundschutz und an vielen Orten gibt es Temperaturkontrollen. Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei, aber einen Sieger hat sie in China schon: Den Online-Handel. Die chinesischen Kunden haben den Online-Handel komplett akzeptiert und durch die Corona-Krise noch mehr zu schätzen gelernt.

Beinahe alle Branchen werden langfristig vom Wachstum des Online-Handels profitieren können, für manche Händler ist allerdings genau jetzt der beste Zeitpunkt einzusteigen. Deutsche Händler sollten sich jetzt Gedanken über den Einstieg in den chinesischen Markt machen. Denn deutsche Produkte sind beliebt. Für chinesische Kunden bedeutet das Label “Made in Germany” Sicherheit. Konsumenten wissen um die strengen Regulierungen und Hygienevorschriften in Europa und besonders in Deutschland.

Ein spezielles Beispiel ist die Fitness- und Gesundheitsbranche: Die Corona Krise hat bei den Chinesen das Gesundheitsbewusstsein verstärkt. Viele chinesische Bürger achten nun mehr darauf was sie essen und wieviel Sport sie machen. Während des Lockdowns stiegen die Umsätze von Fitnessgeräten für den Innenraum. Statistiken des chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com zeigen, dass der Verkauf von Springseilen und Kurzhanteln während des chinesischen Neujahrsfestes gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent anstieg. Bei Rudergeräten und Yogamatten wurde sogar ein Anstieg von mehr als 100 Prozent verzeichnet. Gegen Ende des Lockdowns stieg außerdem die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln.

Marketing-Trend Livestreaming: Modernes Teleshopping

Für einige Branchen waren die geschlossenen Geschäfte ein größeres Problem als für andere. Viele Händler machten aus der Not online verkaufen zu müssen eine Tugend. Online-Plattformen schafften Anreize für stationäre Händlern, wie beispielsweise den Erlass von üblichen Gebühren und initialen Kosten, sowie Provisionen auf den Verkauf. Die Handelsplattform Alibaba unterstützte die lokalen Händler und bot ihnen kostenlose technische Hilfe und Werbung an. Doch statt lediglich auf den klassischen E-Commerce zu bauen, setzten manche Unternehmen auf eine andere Variante: Das Livestreaming.

Livestreaming ist im Prinzip Teleshopping, nur dass es über die gängigen Social Media Apps wie Douyin (chinesisches TikTok), kuaishou und WeChat oder die bekannten Online-Plattformen, wie JD und Taobao, betrieben wird. Livestreaming entpuppte sich in der Krise zur Verkaufsstrategie Nummer eins und Livestreaming-Events werden auch jetzt noch verstärkt fortgeführt.

Corona hat langfristige Auswirkungen

Die erhöhte Nachfrage im Online-Handel war bedingt durch die geschlossenen Geschäfte. Viele Kunden hatten keine andere Wahl. Mit der Öffnung der Geschäfte nahm die große Nachfrage erwartungsgemäß wieder leicht ab. Im Vergleich zur Vor-Krisenzeit ist der Online-Handel dennoch gewachsen. Der Trend setzt sich fort. Auch nachdem Läden wieder eröffneten und Malls ihre Absperrungen beseitigten, war der Andrang noch verhalten.

Für deutsche Händler ist dadurch die Eintrittsbarriere in den chinesischen Markt vergleichsweise gering. Der Verkauf über Online-Plattformen boomt wie nie zuvor, dadurch müssen keine stationären Geschäftsstrukturen aufgebaut werden. Besonders im Bereich Gesundheit und Fitness können deutsche Händler von einem gesteigerten Gesundheitsbewusstsein und einem Vertrauensvorschuss für deutsche Produkte profitieren.

Vor dem Markteintritt sollte eine umfassende Wettbewerbsanalyse durchgeführt werden. Außerdem braucht es einen Partner vor Ort, der die kulturellen Besonderheiten, aber auch die Eigenheiten des Marktes kennt. Der Einstieg kann sich für viele deutsche Händler lohnen. Allerdings gilt es zu beachten, dass der Eintritt in einen neuen Markt immer auch mit Herausforderungen verbunden ist. Der chinesische Markt im besonderen weist große Unterschiede zu westlichen Märkten auf. Daher sollte ein Einstieg immer in Begleitung mit Experten erfolgen.

Quelle: Genuine German GmbH

Veröffentlicht von:

Sandra Dolas
Sandra Dolas
Sandra Dolas ist Redakteurin bei den Mittelstand-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion in Bergneustadt und ist unter Tel. 02261-9989-885 bzw. Mail: [email protected] für unsere Leser erreichbar.
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