Kreuztal – „Wir sind mehr als nur das Regenwaldprojekt“, bringt es Uwe Riehs, Marketing-Geschäftsführer der Krombacher Brauerei, auf den Punkt. Was genau das bedeutet, erläuterte er am 4. November auf der Fachtagung „Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie“ im Besucherzentrum der Brauerei.

Das Besucherzentrum der Brauerei - Fotos: Johanna Behrendt

Das Besucherzentrum der Brauerei – Fotos: Johanna Behrendt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund NRW hatte in die heiligen Hallen nach Kreuztal geladen, um über Umwelt- und Arbeitsschutz in der Gestaltung von ressourceneffizienten Produktionsprozessen zu berichten. „Nachhaltigkeit darf nicht nur im Kopf stattfinden, sondern muss vor allem auch Herzenssache sein“, fährt Riehs fort.

Marketing-Geschäftsführer Uwe Riehs

Marketing-Geschäftsführer Uwe Riehs

Seit 2002 engagiert sich die Krombacher Brauerei gemeinsam mit dem WWF Deutschland erfolgreich für den Schutz des Regenwaldes in Zentralafrika. Eine einfache Formel sorgte für den Erfolg: Mit einem Kasten Krombacher wurde ein Quadratmeter Regenwald geschützt. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Der Fond der Regenwald Stiftung weist heute bereits vier Millionen Euro aus. „Und die Zusammenarbeit geht weiter. Anfang Juni 2011 starteten wir in Kooperation mit dem WWF offiziell das Krombacher Klimaschutz-Projekt“, berichtet Riehs. Ziel des Projektes ist die Wiedervernässung von Torfmooren im indonesischen Teil von Borneo.

„Wir haben eine verantwortungsvolle Arbeit. Denn Krombacher ist so groß wie Warsteiner und Veltins zusammen und jedes zehnte getrunkene Bier in Deutschland kommt von uns“, freut sich Uwe Riehs. „Doch der Verbraucher will heutzutage nicht mehr nur ein geschmacklich tolles Bier, sondern fragt auch nach Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die Situation der Mitarbeiter“, weiß Dr. Franz-J. Weihrauch, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Krombacher. Darauf hat die Brauerei reagiert: „Seit Januar 2012 setzen wir zu 100 Prozent auf Ökostrom“, berichtet Weihrauch. „Darüber hinaus verbrauchen wir pro Hektoliter Bier nur 3,61 Hektoliter Wasser. Das ist ein sehr guter Wert“, fährt er fort. „Und natürlich haben wir auch superleckeres Bier“, schmunzelt Riehs.

Daneben besitzt Krombacher seit 2006 die Markenrechte an den alkoholfreien Kultmarken Schweppes und Orangina sowie Dr. Pepper. Im letzten Jahr folgte mit der „Fassbrause“ ein weiteres Erfrischungsgetränk. Dieses ist zu 100 Prozent alkoholfrei und somit für die ganze Familie geeignet. „Um Kinder und Jugendliche nachhaltig zu schützen, verzichten wir ebenfalls auf Sponsoringaktivitäten unserer Produkte bei Jugendmannschaften“, berichtet Weihrauch.

Auch der Arbeitsschutz stand bei der Fachtagung im Mittelpunkt. „Arbeitsschutzvorschriften gibt es in Deutschland bereits seit 1839“, weiß Prof. Dr.-Ing. Mathias Bauer von der RWTH Aachen. „Mittlerweile ist der Arbeitsplatz der sicherste Platz außerhalb des Bettes“, berichtet er weiter. „Die Zahl der Arbeitsunfälle haben wir seit 2011 um 25 Prozent verringern können“, zeigt sich Weihrauch stolz. „Aber jeder Unfall ist einer zu viel und daher muss noch viel getan werden“, wirft ein Zuhörer ein. Und auch Bauer ist sich sicher: „Arbeitsschutz und Produktivität dürfen nicht in Konkurrenz zueinander stehen. In Studien hat sich im Gegenteil gezeigt, dass die Mitarbeiter viel produktiver werden, wenn ihre Arbeitsbedingungen sich verbessern.“ Und gute Arbeitsbedingungen sind die Grundvoraussetzung, wenn die Lebensmittelbranche auch zukünftig für Fachkräfte attraktiv sein möchte.

Nach den Vorträgen und einer kleinen Mittagspause, bei der natürlich die hauseigenen Brauereiprodukte probiert werden durften, folgte der praktische Teil der Tagung: Eine Besichtigung der Brauerei. Hier konnten die Besucher nicht nur die Geschichte der Traditionsbrauerei nachverfolgen, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen der Produktion werfen.

Die Brauerei faszinierte die Besucher mit meterhohen Silos, gigantischen Tanks und verschlungenen Rohranlagen. Hier konnte man hautnah erleben, wie das sogenannte Maischen funktioniert, wann der Hopfen hinzugegeben wird und warum der gesamte Sud bei genau 98 Grad gekocht wird.

Im sogenannten „Krombacher Raum der Sinne“ präsentierten sich die ausgewählten Rohstoffe, die sich schließlich zu einem unverwechselbaren Krombacher vereinen, für alle Sinne erlebbar. Danach ging es zur größten Abfüllanlage Europas und dem Verladezentrum, wo im Minutentakt LKW anrollen.

Die größe Abfüllanlage Europas

Die größe Abfüllanlage Europas

Mit der Reihe „Gute Arbeit und ökologischer Wandel“ möchten die Hans-Böckler-Stiftung und der Deutsche Gewerkschaftsbund NRW dazu beitragen, dass gute Arbeit und Nachhaltigkeit in Zukunft mehr vereint werden. Um dieses Ziel zu erreichen, finden verschiedene dezentrale Fachtagungen statt, an deren Ende eine Konferenz steht. Ziel ist es neue Impulse für veränderte Strategien und Handeln zu geben.

Bilderstrecke folgt.

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