Düsseldorf – Kleinunternehmen, die digitale Lösungen nutzen, wachsen schneller. Das zeigt die bislang größte repräsentative Befragung von Kleinunternehmen in Deutschland, die TNS Infratest im November 2014 im Auftrag von Vodafone Deutschland durchgeführt hat. Insgesamt wurden 600 Betriebe mit 1 bis 49 Mitarbeitern nach ihrer generellen Bereitschaft zur Digitalisierung und der Nutzung neuer Technologien gefragt.

Philip Lacor - Vodafone Deutschland

Philip Lacor – Vodafone Deutschland

Unternehmen, die ihren Digitalisierungsgrad in der Befragung als gut oder sehr gut einschätzten, verzeichnen deutlich häufiger ein Umsatzwachstum. So befindet sich fast jedes zweite dieser Unternehmen (44%) in einer Wachstumsphase. Von den digitalen Vorreitern unter den Kleinunternehmen ist daher auch der größte Teil (68%) davon überzeugt, dass die neuen Technologien einen positiven Beitrag zum Unternehmenswachstum leisten. Als Gründe für das Wachstum nannten die Befragten unter anderem die Außendarstellung im Netz (75%), eine bessere Kundenbetreuung (69%) sowie die optimierte Kommunikation mit Lieferanten und Partnern (66%). Deutlich anders sieht es bei den Betrieben aus, die noch weniger auf digitale Lösungen setzen und ihren Digitalisierungsgrad als schlecht bezeichneten. Weniger als zehn Prozent von ihnen melden steigende Umsätze.

„Analoge Wachstumsbremse“ muss schnell gelöst werden

„Digitalisierung treibt Wachstum in Deutschland voran – nicht nur bei großen Konzernen, sondern vor allem auch im Mittelstand und bei kleinen Unternehmen. Digitale Kleinunternehmer verzeichnen deutlich häufiger Wachstum als ihre noch analog arbeitenden Konkurrenten. Diese Wachstumsbremse gilt es schnell zu lösen“, kommentiert Philip Lacor, Geschäftsführer Firmenkunden von Vodafone Deutschland, die Ergebnisse der Studie.

Als größte Hürden bezüglich des Einsatzes digitaler Lösungen nennen die Unternehmen in der Studie unter anderem fehlende Zeit und Investitionskosten. Von der Politik erwarten die Kleinunternehmen sichere Rahmenbedingungen und den Ausbau der Infrastruktur. Die Pläne der Bundesregierung hierfür sind allerdings nur einem Bruchteil bekannt. Mehr als 40% der Befragten haben von der „Digitalen Agenda“ bislang noch gar nichts gehört.

Branchenvergleich: Handel und Dienstleistungen im digitalen Wandel

Im Branchenvergleich sind es vor allem die professionellen Dienstleistungen, die erkannt haben, welche Bedeutung die Digitalisierung für ihr Geschäft hat. 73% der Befragten bezeichnen es als wichtig oder sehr wichtig, auf dem neuesten Stand zu sein. Auch die Mehrheit der Unternehmen im Handel teilt diese Auffassung (61%). Das Handwerk und das Gesundheits- und Sozialwesen sieht sich hingegen weniger betroffen von den digitalen Trends (39%).

Aufschlussreich sind neben der Selbsteinschätzung der Unternehmen auch die Angaben zur konkreten Nutzung von aktuellen Technologien. Auch hier zeigen sich große Unterschiede zwischen digitalen Vorreitern und Nachzüglern. So nutzen Kleinunternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad moderne Lösungen wie Messenger- oder Cloud-Dienste um ein vielfaches häufiger als ihre analogen Konkurrenten. Der LTE-Standard – das leistungsfähige Netz für die mobile Nutzung – wird am stärksten von Anwaltskanzleien und Immobilienmaklern genutzt.

Social Media-Nutzung vor allem in der Gastronomie verbreitet

Die „Social Media“-Trendsetter unter den Kleinunternehmen finden sich in der Gastronomie. Nutzen branchenübergreifend gerade einmal 29% der Unternehmen Facebook und Co. für ihre Vermarktung, sind es im gastronomischen Gewerbe schon 50%.

Digitalisierung von Kleinunternehmen als Standortfaktor

Die Kleinst- und Kleinunternehmen sind eine zentrale Säule für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Mehr als jeder dritte Beschäftigte arbeitet in einem der rund 3,5 Millionen Unternehmen – vom Einmannbetrieb über das Start-Up bis zum größeren Handwerksbetrieb. „Die kleinen Unternehmen müssen besonders anpassungsfähig sein, um sich am Markt zu halten. Damit sie vom digitalen Wandel profitieren können, brauchen sie sichere Rahmenbedingungen und möglichst individuelle Unterstützung“, so Philip Lacor. Vodafone bietet hierfür mit 300 Business-Beratern für Kleinunternehmen und Selbständige in Deutschland ein maßgeschneidertes Angebot.

Der Vodafone Digital-Atlas

Im November 2014 führte TNS Infratest im Auftrag von Vodafone die bundesweite Digital-Studie bei Kleinunternehmen (1 bis 49 Mitarbeiter) sowie Selbstständigen durch. In einem Zeitraum von vier Wochen wurden 600 Telefoninterviews in zehn unterschiedlichen Branchen durchgeführt, die anhand mehrerer Themenblöcke den Grad der Digitalisierung in Kleinunternehmen beleuchten, darunter unter anderem die Frage nach der Nutzung von digitalen Diensten und Marketing-Vertriebskanälen.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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