Karlsruhe. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG treibt gemeinsam mit der Netze BW GmbH die flächendeckende Einführung intelligenter Messsysteme voran. Zusammen mit Kooperationspartnern wie der Landis + Gyr GmbH und der Dr. Neuhaus Telekommunikation GmbH startet das Unternehmen gerade Phase eins des Feldtests mit rund 50 installierten smarten Messsystemen in Haushalten und EnBW-Liegenschaften. Die Schwerpunktregionen sind hier Biberach und Stuttgart. Im Herbst werden die Tests auf weitere Regionen, wie zum Beispiel Karlsruhe, ausgeweitet. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Netze BW werden Mitte 2015 in einem Piloten rund 20.000 Endkunden mit den neuen intelligenten Geräten ausgestattet. Die EnBW bietet diese Dienstleistungen deutschlandweit an.

Quelle: EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Quelle: EnBW Energie Baden-Württemberg AG

„Wir bieten Verteilnetzbetreibern und Stadtwerken die Möglichkeit, an den einzelnen Phasen des Smart-Meter-Rollouts direkt zu partizipieren. Dabei profitieren sie sowohl von unserer Prozess- und Servicequalität wie auch von unserer IT-Kompetenz, die speziell auf den Energiemarkt zugeschnitten sind“, erklärt EnBW-Vorstand Dr. Dirk Mausbeck. „Unser Angebot beinhaltet die Unterstützung bei der Vorbereitung des Rollouts im eigenen Netzgebiet sowie Leistungen für den späteren Betrieb der Messsysteme. So zum Beispiel die Gateway-Administration.“

Intelligente Messsysteme bieten Haushalten zahlreiche Möglichkeiten: Sie können beispielsweise ihren Stromverbrauch intelligent steuern und kontrollieren oder einfach nachhaltig und clever Energie sparen.

Das EnBW-Angebot ist Teil der umfangreichen Dienstleistungsstrategie des Unternehmens. „Wir werden uns noch stärker an den veränderten Markt- und Kundenanforderungen ausrichten, die aus der Energiewende resultieren. Unsere neue Unternehmensstruktur ermöglicht es uns, wesentlich effizienter und agiler am Markt aufzutreten. Die deutschlandweit tätige Geschäftseinheit Operations bildet dabei eine wesentliche Stütze“, so Mausbeck weiter. Energiewirtschaftliche Abwicklungsdienstleistungen sind ein zentraler Zukunftsmarkt für die EnBW-Geschäftseinheit Operations. Dazu zählen neben dem Segment der intelligenten Messsysteme auch die Bereitstellung von IT-Systemen bis hin zur kompletten Abwicklung energiewirtschaftlicher Prozesse wie zum Beispiel die Beschaffung von Zähldaten, die Erstellung von Abrechnungen oder die Entgegennahme und Bearbeitung von Kundenwünschen.

Hintergrundinformationen:

In der neuen EnBW-Strategie sind die Operations-Dienstleistungen als Angebot für Dritte fest verankert. Die EnBW ist Treiber und Mitgestalter bei der Umsetzung der neuen, vom Gesetzgeber festgesetzten Rahmenbedingungen für Smart Metering. Festgeschrieben sind diese vor allem durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) in Verbindung mit dem Schutzprofil des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Im Rahmen des Feldtests werden vor allem die technischen Funktionalitäten der Geräte, deren Integrationsfähigkeit in die notwendigen Backend-Systeme und sukzessive alle betroffenen Prozesse getestet. Ab Mitte 2015 wird der Pilot ausgerollt, um die Massenfähigkeit der neuen Infrastruktur, Prozesse und Systeme sicherzustellen und weiter zu optimieren.

Der Einbau intelligenter Messsysteme wurde mit der Änderung des EnWG im Jahr 2011 verpflichtend und gilt bereits heute beispielsweise bei Neubauten oder bei Letztverbrauchern mit einem Jahresverbrauch größer 6.000 KWh. In allen übrigen Gebäuden sind Messsysteme einzubauen, sobald es technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Das heißt: Ein Einbau ist verpflichtend, wenn Messsysteme am Markt verfügbar sind, die die Sicherheitsanforderungen des Bundesamtes in der Informationstechnik erfüllen. Weitere Details zu den gesetzlichen Vorgaben und Anforderungen zum Rollout intelligenter Messsysteme stehen im § 21c EnWG.

Um die gesetzlichen Vorgaben und Anforderungen zur Einführung intelligenter Messsysteme fristgerecht umzusetzen, hat die EnBW bereits 2012 mit den erforderlichen Vorbereitungen begonnen. Im Rahmen der Planungsphase wurden die notwendigen Anpassungen in den Prozessen und in der IT identifiziert, die Wirtschaftlichkeit eines Smart-Meter-Rollouts analysiert und Grundlagen zur Auswahl einer geeigneten Kommunikationstechnologie geschaffen.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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