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Deutsche IT-Branche hat die Aufholjagd an die Weltspitze gestartet – „IT-Wandel 2011/2015″

Die Deutsche IT-Branche wächst kontinuierlich, allerdings erwirtschaften nur 26,5 % aller IT-Unternehmen einen Umsatz oberhalb von 1 Mio. € pro Jahr, dies geht aus der aktuellen Datenanalyse zur IT-Branche des Bonitätsdienstleisters Creditsafe hervor. Den Weltmarkt beherrschen US-Unternehmen, ihr Vorsprung gegenüber der deutschen IT-Branche wird insbesondere bei dem Umsatz deutlich. Allein Microsoft setze im vergangenen Jahr so viel um wie alle deutschen IT-Firmen zusammen, bestätigt Creditsafe.

Ein tiefgreifender und unveränderlicher Wandel hat begonnen, der eine gewisse Ähnlichkeit zur Industrierevolution zu Zeiten der Dampfmaschine aufweist. Im Zuge der Digitalisierung muss sich die deutsche Wirtschaft ändern und auf die neuen Herausforderungen einstellen. Es scheint, als wäre jeder vom digitalen Wandel betroffen. Und dies gilt nicht nur für die großen Industriekonzerne oder Handelshäuser, sondern auch für kleine Betriebe und die mittelständische Hidden Champions. Ein weiteres Ergebnis der Analyse ist, dass jeder 10. Branchenteilnehmer eine besonders gute Bonität von 1,9 oder besser aufweist, allerdings liegt, laut Creditsafe, der Durchschnitts-Score im IT-Markt deutlich unter einer Bonitätsnote von 1,9 – nämlich bei nahezu 3,0. Dies liegt hauptsächlich an der ausgeprägten Gründermentalität im IT-Business, denn junge Unternehmen erhalten oftmals einen niedrigeren Bonitätsscore als etablierte Unternehmen mit genügend finanziellen Mitteln. Gründe sind beispielsweise die höhere Ausfallwahrscheinlichkeit und in der Regel die geringe Kapitalausstattung. Im Analyse-Zeitraum vom 03.01.2011 bis 30.12.2015 registrierte Creditsafe Deutschland insgesamt 19.111 Neugründungen im deutschen IT-Sektor und im gleichen Zeitraum 2364 Insolvenzen. Die Datenerhebung „IT-Wandel 2011/2015″ bezieht sich auf alle registrierten IT-Unternehmen in Deutschland.

Quelle: Creditsafe Deutschland GmbH
Quelle: Creditsafe Deutschland GmbH

Während IT-Konkurse weiter sinken, stiegen die Neugründungszahlen 2015 auf ein neues Hoch

Haben die Impulse und Statements der Regierenden, bezogen auf die Vorteile einer digitalisierten Industrie, bereits spürbare Auswirkungen auf die IT-Branche? „Durchaus”, glaubt Creditsafe-Geschäftsführer Goran Filipovic: “Wir beobachten seit 2011, dass die Insolvenzen im IT-Markt kontinuierlich zurückgehen und gleichzeitig die Zahl der neuen Gewerbeanmeldungen bis einschließlich 2014 überproportional anstieg und im letzten Jahr sich nochmals erhöhte. Dies bedeutet: Immer mehr IT-Unternehmer wagen den Schritt in die Selbstständigkeit und gleichzeitig schaffen es immer mehr, sich am Markt zu behaupten. Aus meiner Sicht wirken sich die Förderinitiativen der Bundesregierung sowie die öffentlichkeitswirksamen Statements auf nationaler und europäischer Ebene unterstützend und motivierend auf junge IT-Unternehmer aus. Dass der Fortschritt nicht aufzuhalten ist und über eine sichere und flexible IT geebnet wird, haben viele erkannt und ergreifen die Chance”. Während 2011 noch 614 IT-Firmen den Insolvenzantrag stellten, waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 nur noch 394 Branchenteilnehmer – dies bedeutet einen Rückgang um 35,83 %. Auf der anderen Seite erreichen die Neugründungen 2015 mit 4.631 IT-Start-Up’s ein neues Hoch. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 registrierte Creditsafe nur 3.318 Neugründungen, dies ergibt einen Anstieg von 39,57 % innerhalb von 5 Jahren. Für 2016 prognostizieren Creditsafe-Analysten ein moderates Wachstum von max. 3 % für die IT-Branche und einen Anstieg der Insolvenzzahlen. Hauptgründe dafür sieht Filipovic im entstehenden Überangebot von IT-Dienstleistungen und erschwerten Finanzierungsbedingungen aufgrund mangelnder Bonität vieler IT-Firmen: “Je mehr IT-Firmen auftauchen, desto größer wird der Wettbewerb. Neben den wenigen führenden Branchenteilnehmern konnten sich weitere Unternehmen in den letzten Jahren Marktanteile sichern und befinden sich auf Wachstumskurs. Dies führt mittelfristig zu einer Sättigung des Marktes und erschwert es Gründern, sich gegen den wachsenden Wettbewerb zu behaupten. Des Weiteren besitzen nur 10% der IT-Firmen eine hervorragende Bonität, die eine Finanzierung über ein Kreditinstitut enorm erleichtert”, begründet der Deutschland-Manager von Creditsafe die Prognose.

Umsatz bei 3 von 4 IT-Unternehmen in Deutschland unter 1 Mio €.

Die großen der IT-Branche stammen allesamt aus den USA. Obwohl deutsche IT-Dienstleister in Europa zu den Besten gehören, können Sie mit der Übermacht hinter dem großen Teich (noch) nicht mithalten. Der Einstieg ins digitale Zeitalter wurde verschlafen und nun gilt es, im internationalen Wettbewerb aufzuholen – diese Erkenntnis bestätigt die Analyse von Creditsafe ebenfalls. Beinahe die Hälfte aller registrierten IT-Unternehmen in Deutschland erwirtschaften bis zu 0,5 Mio. € jährlich. Weitere 24,4 % der Dienstleister verbucht einen Umsatz von bis zu 5 Mio. €. Nur 3,5 % der IT-Branche fährt einen Jahresumsatz von über 10 Mio. € ein. In Deutschland lag der Branchenumsatz der IT-Dienstleister 2015 bei unter 80 Mrd. €, laut Creditsafe.

Gleich alle der fünf größten IT-Konzerne der Welt stammen aus den Vereinigten Staaten, wobei Microsoft, als fünftplatzierter einen Umsatz von ca. 80 Mrd. Euro im letzten Jahr ausgewiesen hat – also so viel wie die gesamte Branche in Deutschland. Nachdem das Web 1.0 und auch 2.0 von der deutschen Wirtschaft verschlafen wurde, ist spätestens seit 2012 die Aufholjagd gestartet, wie die Zahlen aus der Analyse bestätigen.

Die Zusammenführung von Industrie und IT funktioniert nur über Sicherheit

Wer von der Digitalisierung profitieren will, muss bereit sein, einen grundlegenden Wandel zu durchlaufen. Viele Branchen, darunter auch die deutschen Kernindustrien wie die Automobil- und Maschinenbaubranche, sind bereits seit Jahren in diesem Wandelprozess. IT-Systeme übernehmen mittlerweile komplexe Vorgänge und Verwaltungsaufgaben, um beispielsweise den Fertigungsprozess effektiv und kostensparend zu gestalten oder Defizite aufzuspüren und zu optimieren. Große Datenmengen, die interne Abläufe dokumentieren oder andere wichtige Unternehmensdaten, werden häufig nicht mehr selbst, sondern von externen IT-Spezialisten verwaltet. Storage Dienstleister können beispielsweise Speicher-Systeme durch gemeinsame Nutzung von vielen Firmen günstiger mit gleichzeitig besserer Qualität und Sicherheit anbieten. Wenn die Daten jedoch nicht mehr auf den eigenen Servern liegen, sondern extern, wie z.B. bei Storage-Partnern, dann muss eine absolute Sicherheit gewährleistet sein – gegen Hacker, aber auch Spionage. Firmendaten und Geschäftsgeheimnisse haben einen weit höheren Wert als die Hardware, die sie verwaltet. Welche Rolle spielt Sicherheit und Vertrauen im Digitalisierungsprozess? Der erfahrene IT-Experte und Gründer von EN Storage Edvin Novalic schätzt die Situation für Creditsafe wie folgt ein: “Bedeutende Unternehmensdaten und damit zusammenhängende Unternehmenswerte befinden sich auf den internen Servern. Es können strategische Konzepte, Kunden- und Lieferantendaten, Produktions- und Logistikabläufe sein. Der Verlust dieser Unternehmensdaten durch Diebstahl, Manipulation oder (Wirtschafts-)Spionage kann schnell die Insolvenz zur Folge haben oder den Verlust von Marktanteilen bis hin zum Verlust der Marktführerschaft. Das wissen auch viele Unternehmen und sind gehemmt, sich der Digitalisierung, einem unbekannten Gebiet, zu öffnen, aber das ist meiner Meinung nach für den Fortschritt der IT, aber auch Wettbewerbsfähigkeit der Industrie fundamental. Deutschland ist von einem einzigartigen Mittelstand geprägt, der „Made in Germany” zum Exportschlager in alle Welt gemacht hat. Diese Unternehmen müssen die Wahl treffen, ob sie selbst die Verwaltung von Daten und IT übernehmen oder die Aufgabe an einen Storage-Dienstleister übergeben. Durch die Wahl geeigneter Storage-Partner können IT-Risiken minimiert werden. IT ist für die meisten Unternehmen eher ein unangenehmes Thema. IT kostet Geld, macht Probleme und ist nicht produktiv, genau das sind Gründe, um sie auszulagern, an Unternehmen, die sich mit nichts Anderem beschäftigen.”, so seine Einschätzung.

Quelle: Creditsafe Deutschland GmbH

Veröffentlicht von:

Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
Mail: [email protected]
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