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Chefs in öffentlichen Unternehmen verdienen rund zwei Prozent mehr

Gummersbach – Öffentliche Unternehmen erhöhen die Gehälter ihrer Geschäftsführer und Vorstände um rund zwei Prozent: Die Grundbezüge steigen im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 1,8 Prozent, die Gesamtbezüge inklusive Bonuszahlungen sogar um 2,4 Prozent. Das ergab eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Kienbaum zu den Vorstands- und Geschäftsführerbezügen in öffentlichen Unternehmen. Die Studie basiert auf Daten von 2.309 Geschäftsführern und Vorständen aus 1.117 öffentlichen Unternehmen in Deutschland.

„Auch wenn Geschäftsführer und Vorstände in der Privatwirtschaft immer noch besser vergütet werden als ihre Kollegen in öffentlichen Unternehmen, sind die Gehälter der Chefs im Public-Sektor binnen Jahresfrist deutlich gestiegen. Bund, Länder und Kommunen bewegen sich bei der Vergütung ihrer Manager in einem Spannungsfeld: Einerseits müssen sie qualifizierte Geschäftsführer finden und diese natürlich auch langfristig an das Unternehmen binden. Andererseits soll eine solche Vergütung das Unternehmen nicht unverhältnismäßig stark belasten“, sagt Martin von Hören, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum und Experte für Vergütungsfragen im öffentlichen Sektor.

Gehaltsunterschiede in den Chefetagen sind sehr groß

Die Gehälter von Geschäftsführern und Vorständen in öffentlichen Unternehmen haben eine große Bandbreite: 20 Prozent der erfassten Gesellschaften zahlen ihren Vorständen und Geschäftsführern weniger als 100.000 Euro im Jahr, in 64 Prozent der Unternehmen sind es zwischen 100.000 Euro und 300.000 Euro und die restlichen 16 Prozent der öffentlichen Unternehmen dotieren ihre Vorstände und Geschäftsführer mit mehr als 300.000 Euro. Nur rund fünf Prozent zahlen mehr als 500.000 Euro im Jahr

Unternehmensgröße beeinflusst die Höhe der Gehälter erheblich

Je größer das Unternehmen, desto höher fallen im Regelfall auch die Bezüge der Vorstände und Geschäftsführer aus: Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Bezüge in öffentlichen Unternehmen mit bis zu 25 Beschäftigten liegen bei 95.000 Euro im Jahr. Ein Geschäftsführer oder ein Vorstandsmitglied in einem Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern verdient mit durchschnittlich 212.000 Euro mehr als das Doppelte. Am höchsten vergüten öffentliche Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern: Geschäftsführer und Vorstände erhalten hier eine Jahresvergütung in Höhe von durchschnittlich 576.000 Euro.

Banken und Sparkassen vergüten am besten

Signifikante Unterschiede bestehen auch zwischen der Vergütung in den einzelnen Branchen: Geschäftsführer und Vorstände in Sparkassen und Banken erhalten mit durchschnittlich 322.000 Euro rund dreimal so hohe Pro-Kopf-Gesamtbezüge wie in den meist kleineren Unternehmen. In der Bäder- und Freizeitwirtschaft sind es beispielsweise durchschnittlich nur 104.000 Euro im Jahr, während öffentliche Unternehmen der Sozialwirtschaft ihren Vorständen und Geschäftsführern sogar lediglich eine durchschnittliche Jahresvergütung von 98.000 Euro zahlen.

Anteil der variablen Vergütung steigt mit der Unternehmensgröße

Die Bedeutung der variablen Vergütung in öffentlichen Unternehmen steigt kontinuierlich: Im Durchschnitt sind die Bezüge von 19 Prozent der Geschäftsführer und Vorstände in öffentlichen Unternehmen an deren persönliche Leistung und den Unternehmenserfolg gekoppelt. Der Anteil der variablen Vergütung ist aber stark von der Größe des Unternehmens abhängig: Der variable Anteil an der Gesamtvergütung in Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten liegt bei lediglich 14 Prozent, während er bei Geschäftsführern und Vorständen in Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern 35 Prozent beträgt.

„Obwohl variable Vergütungen in öffentlichen Unternehmen im Vergleich zur Privatwirtschaft noch eine weniger ausgeprägte Rolle spielen, nimmt ihre Bedeutung stetig zu. Eine leistungsorientierte Vergütung kann entscheidend dazu beitragen, das Handeln der Vorstände und Geschäftsführer auf die strategischen und operativen Unternehmensziele auszurichten. Idealerweise gilt: Nachhaltige Leistung und Erfolg lohnen sich“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Martin von Hören.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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