Die Trennung von Müll hat in Deutschland seit langer Zeit Tradition. Bereits im Jahr 1961 wurde in der damaligen Bundesrepublik Deutschland der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft gegründet. Ziel war es, das Sammeln von Müll besser zu organisieren. Auch in der DDR wurde ungefähr zur selben Zeit ein ähnliches System eingeführt. Seit 1972 gibt es in Deutschland das Gesetz zur Beseitigung von Abfall. Von Mülltrennung sind sowohl Privathaushalte als auch Großunternehmen betroffen. Jeder einzelne kann etwas dazu beitragen, die Umwelt zu schützen und im Endeffekt auch Kosten zu sparen.

Warum ist Mülltrennung sinnvoll?

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Egal ob Ein-Personen-Haushalt, vierköpfige Familie, Startup oder Multikonzern: Mülltrennung sollte jedem ein Anliegen sein. Ohne die Trennung von Abfall ist es nämlich nicht möglich, Materialien wiederzuverwerten. Während in der Industrie große Maschinen wie Shredder dabei helfen, Müll zu zerkleinern oder Zyklone Müll und Staub trennen, sind in Privathaushalten in der Regel keine Maschinen oder Werkszeuge nötig, um den wichtigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Werden Abfälle durch Recycling wieder zu verwendbaren Materialien gemacht, schont dieser Vorgang die begrenzten Ressourcen. Außerdem leistet jeder Einzelne damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Wie viel Müll fällt in Deutschland an?

Für den überwiegenden Teil des Mülls ist die Industrie verantwortlich. Insgesamt fallen im Land ungefähr 350 Millionen Tonnen an Abfällen an. Davon sind rund 200 Millionen Tonnen mineralische Abfälle, zum Großteil Boden, Steine und anderer Bauschutt. Dazu kommen Aschen und Schlacken aus Kraftwerken. Im Gegensatz dazu fallen in deutschen Haushalten ungefähr 455kg Müll pro Kopf an. Davon wiederum sind 111kg Bioabfälle. Ein beträchtlicher Anteil an Weggeworfenem entfällt in deutschen Haushalten auf Lebensmittel. Nicht nur die Mülltrennung ist ein wichtiges Thema, sondern auch die Müllvermeidung. Im Falle von Lebensmittel sollte sich jeder Einzelne überlegen, warum so viel Essbares im Müll landet. Oft ist eine schlechte Vorratshaltung schuld daran. Auch in der Industrie sollten zusätzlich zur Mülltrennung Maßnahmen ergriffen werden, dass die Abfallmenge grundlegend reduziert wird.

Welche Stoffe werden überhaupt getrennt?

In vielen Gemeinden und Städten gibt es in Deutschland Sammelzentren, wo man Müll in verschiedenen Tonnen entsorgen kann. In der Regel stehen Sammelbehälter für folgende Müllsorten bereit:

  • Leichtverpackungen: Alu, Kunststoff, etc.
  • Behälterglas
  • Papier/Karton/Pappe
  • Restmüll
  • Biomüll

Für das Recycling von Kunststoff ist die Gelbe Tonne vorgesehen. In manchen Regionen wird ein Gelber Sack ausgegeben. Bei Glas ist eine weitere Trennung zwischen Bunt- und Weißglas vorgesehen. Keramik, Porzellan und Fensterscheiben haben in diesem Container allerdings nichts verloren. Außerdem gibt es noch weitere Sammelstellen für Sperrmüll oder Altbatterien. Diese sollten ebenso wenig wie Medikamente im Restmüll landen. Gerade Chemikalien, Medikamente und Batterien belasten die Umwelt enorm, wenn sie falsch entsorgt werden. Außerdem gibt es gewerbliche Altkleidersammlungen. Hier sollte man Pullover, Hosen, Röcke und andere Kleidung spenden. Dabei sollten nur intakte Stücke in die entsprechende Container geworden werden. So kommt nicht mehr verwendete Kleidung Bedürftigen zugute.

Bringt Mülltrennung etwas?

Schon seit Jahrzehnten werden die Effekte der Mülltrennung analysiert. Mülltrennung leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, das ist das Ergebnis der Untersuchungen. Viele Stoffe, die im Müll landen, können durch Recycling wieder der Wirtschaft zugeführt werden. Aus Altpapier zum Beispiel kann wieder Papier hergestellt werden. Insgesamt werden in Deutschland ungefähr 60 Prozent des Mülls recycelt. Bei Plastik beträgt der Wert ungefähr 40 Prozent. Anhand dieser Zahlen ist schon erkennbar, wie sehr der Müllberg durch gezieltes Trennen schrumpft.

Was ist bei Betrieben zu beachten?

Manchmal ist zu beobachten, dass sich Menschen am Arbeitsplatz anders verhalten als zu Hause – das gilt auch bei der Mülltrennung. Doch gerade in Firmen sollten gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um die Abfallberge zu reduzieren. Gerade in Büros fällt viel Papiermüll an. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass dieser in entsprechenden Altpapiertonnen gesammelt wird. Müllvermeidung ist in diesem Punkt ebenfalls ein wichtiges Thema. Durch den Umstieg auf die Rechnungslegung per E-Mail zum Beispiel kann jede Firma einen wichtigen Beitrag leisten. Schickt man Kunden die Rechnungen elektronisch zu, sinken dadurch zudem die Papierkosten. In deutschen Büros werden ungefähr 800.000 Tonnen Papier pro Jahr verbraucht. Als Firmenstrategie sollten Chefs ihre Mitarbeiter dazu anhalten, E-Mails möglichst nicht auszudrucken. Die Rückseite von bedrucktem Papier lässt sich sehr gut für andere Zwecke verwenden. Auch in Betrieben unterscheidet man zwischen verschiedenen Müllarten. Generell trennt man zwischen Abfällen, die wiederverwertet werden können und jene, die dem Restmüll zugeführt werden. Je höher der Anteil an wiederverwertbarem Abfall ist, umso besser für die Umwelt. Wie der Müll entsorgt wird, hängt unter anderem von der Firmengröße ab. Ein-Mann-Betriebe können Papier, Altglas & Co noch gut selbst trennen. In Großfirmen gibt es sogar eigene Abfallbeauftragte, die spezielle Schulungen in diesem Bereich durchlaufen haben. Dieser berät die Unternehmen in allen Angelegenheiten, die für die Beseitigung des Mülls und für die Rückführung in das Recycling relevant sind. Welche Unternehmen einen Abfallbeauftragten benötigen, hängt von der Art des Betriebes sowie Menge und Beschaffenheit des Mülls ab.

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Alexandra Rüsche

Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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