Der Begriff Green Economy ist in aller Munde. Vor allem im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Diskurs um Nachhaltigkeit hat die grüne Ökonomie an Bedeutung gewonnen. Das Ziel Green Economy ist eine nachhaltige Wirtschaft, welche natürliche Ressourcen schont und die Umwelt weniger belastet. In der Wirtschaft stößt die Idee auf zunehmendes Interesse. Aber wie gelingt ein nachhaltiges Wirtschaften im Detail?

Foto: Sven Oliver Rüsche/Bildarchiv ARKM

Definition

Die Green Economy hat es zum Ziel Ökologie und Ökonomie zu vereinen. Die Wirtschaft muss international wettbewerbsfähig sein aber auch umwelt- und sozialverträglich agieren. Die grüne Ökonomie will die gesellschaftliche Wohlfahrt steigern, Armut bekämpfen und strebt eine soziale Gerechtigkeit an. In einem umfassenden Verständnis der Zusammenhänge in Wirtschaft, Finanzwesen und Politik soll ein umweltverträgliches und ebenso nachhaltiges Wachstum ermöglich werden.

Ziele der Green Economy

Ein weiteres Ziel ist, abgewandelte Produktionsweisen und Konsumwege zu entwickeln, um für nachfolgende Generationen auf globaler Basis Wohlstand und Lebensqualität zu sichern. Der Weg der Green Economy ist ein Veränderungsprozess, welcher die gesamte Gesellschaft betrifft. Im Mittelpunkt steht dabei die umfassende Modernisierung der Wirtschaft und ihrer Sektoren.

Die Faktoren

Die Faktoren eines solchen umweltverträglichen Systems sind Ressourcenverbrauch, Emissionsreduktion, Energie- und Rohstoffproduktivität und die nachhaltige Gestaltung von Infrastrukturen sowie Produkten jeglicher Art. Dabei sollten die Fragen nach Lebens- und Arbeitsbedingungen, Konsumarten, Lebenszyklen von Produkten und Finanzierung in einem direkten Zusammenhang stehen.

Handlungsfelder der grünen Ökonomie

Die Green Economy ist ein allumfassender Ansatz. Dementsprechend greift das Prinzip auf viele Handlungsfelder über.

Produktion und Ressourcen

Zu den zentralen Themen einer grünen Wirtschaft gehört der schonende Umgang mit den endlichen Ressourcen in der Produktion. Vor allen Dingen in Bezug auf Konsum- und Investitionsgüter. So soll der Ressourcenverbrauch vom Wirtschaftswachstum und möglichen Umweltauswirkungen entkoppelt werden. Ansatzpunkte stellen hier die Steigerung der Produktivität, längere Produktzyklen und veränderte Konsummuster dar. Dabei müssen Unternehmen die vollständige Wertschöpfungskette betrachten.

Nachhaltige Finanzdienstleistung

Gerade die Finanzierung neuer Technologien zählt zu den bedeutenden Säulen der Green Economy. Im Mittelpunkt steht dabei, langfristige Finanzmittel für Innovationen, Unternehmen und Geschäftsmodelle zu sichern. Besonders Finanzdienstleister stellen durch ihre Funktion als Kapitalgeber generell eine zentrale gesamtwirtschaftliche Rolle dar. In Bezug auf ein nachhaltiges Wirtschaften ist das übergeordnete Ziel, Kriterien der Nachhaltigkeit in größerem Umfang in Geschäftsprozessen und Märkten der Finanzwirtschaft zu etablieren.

Grüne Energieversorgung

Das Konzept strebt eine Reduzierung des Primärenergieverbrauchs an. Der Großteil des Stromverbrauchs entfällt nach wie vor auf die Sektoren Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen und Handel. Die Verbesserung der Ressourcen- und Energieeffizienz sind daher der Schlüssel hin zu einer grünen Ökonomie. Dazu sind Innovationen in allen Branchen der Wertschöpfungskette notwendig.

Mobilität

Der Verkehr und gerade der Warenverkehr haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Herausforderung für nachhaltiges Wirtschaften besteht darin, Verkehr zu vermeiden wo möglich oder diesen umweltverträglicher zu gestallten. Im Stadtverkehr spielt auch die Zunahme des Online-Handels eine große Rolle.

Infrastruktur und Urbanisierung

Die Urbanisierung ist ein weltweiter Entwicklungstrend. Die notwendigen Infrastrukturen und Versorgungssysteme der Green Economy stehen im Einklang mit den Zielen der nachhaltigen Siedlungsentwicklung. Dabei sollten die Nutzung bestehender Substanz und die Erhaltung der bestehenden Versorgungsqualität Vorrang vor Ausbauten und Erweiterungen haben.

Nachhaltigkeit in den Branchen

Auch fernab von Engie- und Baugewerbe hat die Green Economy bereits Fuß gefasst. So wird beispielsweise Nachhaltigkeit in der Modebranche zunehmend ein wichtigeres Thema. Trends wie „Slow Fashion“ legen Wert auf Langlebigkeit und Qualität der Kleidung. Neben ökologischen Aspekten achten Konsumenten so bei Mode immer mehr auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.


Green Economy auf dem Vormarsch

Grüne Gründungen sind in den letzten Jahren auf dem Vormarsch. Besonders die Bereiche erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft expandieren. Aber auch im Baugewerbe beschäftigen sich immer mehr Neugründungen mit grünen Themen. Bei einer im Allgemeinen rücklaufenden Gründungsaktivität weisen grüne Gründungen hingegen eine stabile Dynamik auf.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
Veröffentlicht am: