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Self-Service-Analytics: Warum ich meinen Fitbit-Tracker nicht mehr verwende

Als ich vor 18 Monaten einen Fitbit-Tracker erhielt, war das ein Fest für mich. Der tägliche Blick auf das Dashboard half mir, mein Ziel zu erreichen, 10.000 Schritte am Tag zu gehen. Die Möglichkeit, mich mit Freunden zu vergleichen, war unglaublich motivierend. Ich begann, Abläufe im Alltag zu verändern, um mehr Schritte zu laufen. Als ich meinen ersten Tracker verlor, bekam ich von Fitbit kostenfrei Ersatz. Wow! Was konnte ich mir von diesem fantastischen Unternehmen mehr wünschen?

Im Laufe der Zeit rief ich das Dashboard allerdings immer seltener auf. Und als nach einem Jahr das Armband meines Fitbit-Trackers kaputt ging, entschied ich mich, kein Ersatzband zu kaufen. Der Grund: Die Analysen führten in eine Sackgasse. Nachdem ich den Fitbit-Tracker zwölf Monate lang verwendet hatte, wusste ich, was ich jeden Tag im Dashboard sehen würde. Ich hatte gelernt, die Schrittzahl pro Tag abzuschätzen. Ich benötigte den genauen Wert nicht mehr und achtete trotzdem darauf, mich häufiger zu bewegen. Das Dashboard bot mir keine brauchbaren Informationen mehr.

Quelle: Storymaker
Quelle: Storymaker

Ich versuchte, dem Dashboard neue Fragen zu meiner täglichen Aktivität zu stellen – zum Beispiel wie viel Zeit ich am Tag im Sitzen verbringe. Viel Sitzen ist ungesund, daher arbeite ich so häufig wie möglich an einem Stehtisch. Ich erfasste mit Fitbit die aktiven Minuten, um zu messen, wie viel Zeit ich am Tag stehend verbringe. Allerdings wurden sie nicht so angezeigt, wie ich mir das vorstellte. Ein Fitness-Dashboard, das man nicht individuell anpassen kann, hat jedoch keinen Nutzen.

Meine Erfahrung mit Fitbit ist auf alle visuellen Analysen anwendbar. Dashboards, die sich nicht weiterentwickeln, werden nicht genutzt. Ein fertiges Dashboard, das als Ziel und nicht als Startpunkt betrachtet wird, führt in eine Sackgasse und verschwendet – ungeliebt und unbesehen – nur Platz im Unternehmensportal. Egal ob es um Fitbit-Daten oder um die Finanzen eines DAX-Unternehmens geht: Ein Dashboard hat nur einen Mehrwert, wenn es lebendig ist, wenn es sich weiterentwickelt und auf immer neue Fragen der Nutzer reagieren kann.

Könnte Fitbit mich zurückgewinnen? Möglich wäre es. Dann nämlich wenn er die Richtlinien für Dashboards berücksichtigen würde. Ein gutes Self-Service-Analyse-Tool ist in der Lage, die folgenden Anforderungen zu erfüllen:

1. Die Möglichkeit, spontan neue Fragen zu stellen

  • Auch mit einem perfekten Dashboard werden nur die Fragen beantwortet, die Sie bei seiner Konzeption vorgesehen haben. Oft wäre aber eine kleine Änderung am Dashboard – etwa ein zusätzliches Feld – hilfreich, um eine neue Frage zu beantworten. Entscheidend ist daher, ob sich das Dashboard an solche Veränderungen anpassen lässt. Die Nutzer sollten die Möglichkeit haben, die Ansichten selbst zu bearbeiten und zu erweitern, um spontan visuelle Analysen abzurufen. Dabei geht es um mehr als Filter. Es muss möglich sein, die einzelnen Diagramme selbst zu ändern und anzupassen.

2. Zugriff auf Datenquellen – nicht auf fertige Dashboards

  • Es ist unmöglich, ein Dashboard zu erstellen, das die Anforderungen aller Benutzer erfüllt. Mit dem Zugriff auf die entsprechenden Datenquellen können Ihre Mitarbeiter aber eigene Dashboards erstellen und abspeichern. Um bei meinem Fitbit-Beispiel zu bleiben: Durch die Integration zusätzlicher Daten – etwa über Sitz- und Stehgewohnheiten – könnte ich mein Fitbit-Dashboard individuell auf die Aktivitäten abstimmen würde, die mich interessieren. Fitbit lässt den Zugriff auf die eigenen Daten allerdings nur für Premium-Mitglieder zu. Alle anderen Benutzer werden nicht ermutigt, weiterführende Fragen zu stellen und zu neuen Erkenntnisse zu gelangen.

3. Die Möglichkeit, neue Daten zu erfassen, wenn sich Anforderungen ändern

  • Schritte zu zählen, ist für mich nicht mehr interessant. Dank Fitbit weiß ich genau, wie ein durchschnittlicher Tag aussieht. Daher bräuchte ich jetzt einen Tracker, um mein Sitz- und Stehverhalten zu messen. Diese Anforderung lässt sich in Fitbit technisch schwer umsetzen. Außerdem fehlt mir der Zugriff auf meine Daten.Bei neuen Anforderungen an die Analyse müssen die entsprechend benötigten Daten für die Nutzer zugänglich sein. Auch Dashboards, die sich nicht weiterentwickeln, bringen das Unternehmen nicht weiter. Egal ob es um die Auswertung von Daten von Wearables oder um die Analyse von Verkaufszahlen geht: Wenn Dashboards lebendig bleiben und einen langfristigen Nutzen bieten sollen, sind Flexibilität und Freiheit bei ihrer Erstellung unerlässlich.

Autor: Andy Cotgreave, Senior Technical Evangelist, Tableau Software

Quelle: Tableau

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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