Freiberufler, Selbstständige ohne Mitarbeiter und sogenannte Kleingewerbetreibende nutzen meistens einen privaten DSL-Anschluss. Das ist rechtlich nicht immer ganz richtig, denn viele Anbieter schließen eine geschäftliche Nutzung aus. Dennoch gibt es eine große Toleranzspanne. Der Grund: Insbesondere für Freiberufler und Selbstständige, die von zu Hause arbeiten, benötigen einfach keine zwei Anschlüsse. Daher wählen diese Personen einen Privatanschluss. Häufig ist dieser sogar günstiger, manchmal ein gewerblicher Anschluss in der normalen Tarifstruktur des Anbieters gar nicht vorgesehen. Ungeachtet der rechtlichen Komponente können die Freiberufler und Selbstständigen jedoch die Kosten für ihren DSL-Vertrag optimieren. Denn in den letzten Monaten gab es eine rechtliche Änderung, die ihnen mehr Freiraum bietet. Es geht um den Wegfall des Routerzwangs.

Experten sehen Einsparpotenzial durch eigenen Router

Bild: Paul Pasieczny freeimages.com

Im Sommer letzten Jahres trat ein Gesetz in Kraft, das den Telekommunikationsanbietern verbietet, einen bestimmten Router an ihrem DSL-Anschluss vorzuschreiben. Dieses Gesetz soll für mehr Entscheidungsfreiheit und Wettbewerb führen. Es gibt jedoch einen Nebeneffekt, der nicht zu unterschätzen ist: Für Kunden wird der DSL-Anschluss tendenziell günstiger.

Das Informationsportals DSLVergleich.net erklärt die bisherige Praxis: “Anbieter nannten ein oder zwei Router, die an ihren Anschluss funktionieren. Nur diese durfte der Kunde einsetzen. Spätestens bei einem Wechsel zu einem anderen DSL-Anbieter wurde es schwierig. Denn dieser forderte möglicherweise einen anderen Router. Um nicht bei jedem Wechsel einen neuen Router kaufen zu müssen, haben viele Kunden den Router für jeweils um ca. fünf Euro monatlich gemietet. So ist aus dem scheinbar günstigsten Vertrag ein DSL-Anschluss mit deutlich mehr Kosten als geplant geworden. Viele aktuell laufende Verträge enthalten noch immer diesen Kostenfaktor.”

Der Experte weist ausdrücklich darauf hin, dass der Wegfall des Routerzwangs die Situation für die Kunden nachhaltig ändert. Denn die Anbieter müssen ihre Mindestspezifikation veröffentlichen. Erste Erfahrungen zeigen, dass auch viele günstige Router die Vorgaben der meisten Anbieter erfüllen. Das heißt: Die Kunden können sich ein günstiges Gerät anschaffen und so die hohen Mietkosten vermeiden. Nach ca. zwei Jahren hat sich der Kauf rentiert und der Kunde spart selbst bei einem Wechsel bares Geld.

Alte DSL-Verträge mit Mietkosten kündigen

DSLVergleich.net DSLVergleich.net DSLVergleich.net sieht jetzt den richtigen Zeitpunkt, um den eigenen DSL-Vertrag zu prüfen. Da die Laufzeit meistens 24 Monate beträgt, ist eine rechtzeitige Kündigung wichtig. In der Regel muss der Kunde diese drei Monate vor Vertragsablauf aussprechen. So kommt der Kunde aus einem inzwischen teuren Vertrag mit Mietrouter heraus. Alternativ kann er zum Laufzeitende auch nur den gemieteten Router kündigen. Häufig lohnt sich aber ein neuer Vertrag bei einem anderen Anbieter. Denn nahezu alle Telekommunikationsunternehmen belohnen wechselwillige Neukunden und erhöhen dann während des laufenden Vertrags die Gebühren. Somit ist ein DSL-Wechsel finanziell fast immer vorteilhaft. Technisch ist dieser inzwischen Routine und dank klarer gesetzlicher Regelungen gibt es kaum noch Probleme.

Bei der Gelegenheit empfiehlt DSLVergleich.net, weitere “Nebenkosten” im Vertrag zu prüfen. “Unser Rat lautet, einen klaren und günstigen Tarif zu wählen, der nur das enthält, was der Kunde wirklich benötigt. Das sind eine ausreichend große Bandbreite und eine Doppelflatrate für Telefon und Internet.” Je nach Telefonverhalten können nach Auffassung des Experten noch optionale Flatrates für Gespräche in das Mobilfunknetz oder ins Ausland sinnvoll sein. Häufig stehen diese Kosten jedoch in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen. Das gilt auch für einen Virenscanner auf dem E-Mail-Server, da jedes Endgerät ohnehin über einen Virenschutz verfügen sollte. Wer genau hinsieht und optionale Kosten vermeidet, kann noch einmal Ausgaben von bis zu 15 oder sogar 20 Euro monatlich einsparen. Speziell für Kleingewerbetreibende, einzelne Selbstständige und Freiberufler ist das eine Summe, die sie gut für Akquise und andere Aufgaben nutzen können. Hinzu kommen bei einem Wechsel ohnehin ein günstigerer Tarif und vielleicht ein zusätzlicher finanzieller Bonus.

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