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Auch beim Handy: Recycling und längere Nutzung entlasten die Umwelt

Smartphones sind begehrt: Nach Schätzungen des Branchenverbandes BITKOM werden im Jahr 2014 rund 30 Millionen Exemplare allein in Deutschland verkauft. Im Gegenzug werden Millionen Geräte ausgemustert, obwohl sie technisch gesehen noch viele Jahre halten können. Im Schnitt wird ein Mobiltelefon in Deutschland nur eineinhalb bis zwei Jahre genutzt, bevor es durch ein neues Modell ersetzt wird.

Was aber tun mit den aussortierten Geräten? Schließlich stecken in ihnen wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Silber, Gold, Palladium oder Kobalt. Pro Mobiltelefon sind es nur geringe Mengen, die sich jedoch aufsummieren: In einer Million Handys werden rund 250 Kilo Silber, 24 Kilo Gold, neun Kilo Palladium und neun Tonnen Kupfer verarbeitet.

Foto: IZMF/akz-o
Foto: IZMF/akz-o

Durch moderne Recyclingverfahren können Rohstoffe wie Kupfer, Gold und Silber aus Handys sortenrein zurückgewonnen werden. Das Recycling der Kunststoffe trägt zur Einsparung von Primärenergie wie Rohöl bei. Wie das Öko-Institut in einer Studie herausfand, liegt die Quote der recycelten Handys jedoch bei nur fünf Prozent, weil zu wenige Geräte zurückgegeben werden.

Dabei gibt es viele Wege, sein Altgerät fachgerecht zu entsorgen: Handys können bei kommunalen Sammelstellen, Mobilfunknetzbetreibern oder zahlreichen gemeinnützigen Organisationen abgegeben werden – direkt vor Ort oder kostenlos per Post mit Versandetiketten, die im Internet heruntergeladen werden können.

Bereits vor dem Recycling haben Verbraucher vielfältige Möglichkeiten, die Lebensdauer ihres Mobiltelefons zu verlängern und damit die Umwelt zu schonen. Wer schon beim Kauf ein Modell mit auswechselbarem Akku wählt, kann Defekte später leicht reparieren lassen. Ein universelles USB-Ladegerät ist für mehr als ein Handy nutzbar und gut erhaltene Gebrauchthandys kann man verschenken oder verkaufen.

Aktuelle Projekte zeigen, dass die Nachfrage nach umweltschonenderen und langlebigen Smartphones steigt. Mit dem „Fairphone“ kam 2013 das erste Smartphone auf den Markt, das seine Lieferkette offenlegt und auf weitgehend fair gehandelte und konfliktfreie Rohstoffe setzt. In Entwicklung ist das Konzept eines modularen Smartphones, bei dem Einzelteile leicht ausgetauscht werden können. Dadurch soll auch ein Smartphone einige Jahre aktuell gehalten werden können. Diese „Phonebloks“ sollen ab 2015 erhältlich sein.

Quelle: Akz

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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