Innovative Mobilitätskonzepte versprechen ein flüssiges, sicheres und emissionsfreies Verkehrssystem. Bereits heute geben einige fortschrittliche Projekte einen Ausblick auf die Mobilität der Zukunft.

Das Carsharing-Prinzip für mehr Nachhaltigkeit

Deutschlandweit stehen mehr als 18.000 Fahrzeuge für Carsharing zur Verfügung. Bereits mit einem einzigen regelmäßig genutzten Carsharing-Wagen lassen sich im Stadtgebiet bis zu zehn Privatwagen ersetzen. Emissionen, Feinstaubbelastung und Parkplatzprobleme können auf diese Weise sinnvoll reduziert werden. Während der Nutzer das Auto bei stationsgebundenen Carsharing-Anbietern vor der Fahrt reserviert, an einem bestimmten Ort abholt und es anschließend dorthin zurückbringt, geht es bei anderen Anbietern noch unkomplizierter: Wer spontan einen fahrbaren Untersatz braucht, ermittelt per App den Standort des nächsten freien Fahrzeugs – und am Ziel wird der Wagen dann einfach stehengelassen.

Carsharing-Angebote dürften ein zentraler Bestandteil eines zukunftsfähigen, digital gestützten Gesamtkonzeptes für nachhaltige Mobilität werden. Bereits heute nutzen viele Menschen digitale Hilfsmittel, um ihre Reiserouten zu planen: Der Nutzer gibt beispielsweise über eine App sein Fahrtziel ein, anschließend wird ermittelt, mit welchen Verkehrsmitteln er es am schnellsten und bequemsten erreichen kann. Ein Carsharing-Auto lässt sich auf vielen Strecken sinnvoll mit anderen nachhaltigen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn oder Mietrad kombinieren.

Autonomes Fahren für sichere Straßen

Bereits heute geben einige fortschrittliche Projekte einen Ausblick auf die Mobilität der Zukunft.

Bild von Julien Tromeur auf Pixabay

Verantwortungsvolles Fahren und gegenseitige Rücksichtnahme: Dass es hierauf ankommt, um Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, weiß wohl jeder Autofahrer. Dass dennoch häufig etwas passiert, beweisen Unfallstatistiken wie die des Statistischen Bundesamtes: Rund 90 Prozent aller Verkehrsunfälle im Jahr 2017 waren auf menschliches Versagen zurückzuführen – also auf Regelverstöße wie das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit, Fahrfehler und Achtlosigkeit. Selbst wer stets unfallfrei fährt, ist davon indirekt betroffen, denn die Beiträge zur Kfz-Versicherung werden unter anderem von den Unfall- und Schadenbilanzen beeinflusst. Von finanziellen Schäden einmal abgesehen: Vor allem um zu verhindern, dass Personen im Straßenverkehr zu Schaden kommen, ist der Sicherheitsaspekt bei Mobilitätskonzepten für die Zukunft zentral.

Ein Weg, die Straßen sicherer zu machen, ist der Einsatz von Fahrerassistenzsystemen, die den Fahrer bei Unfallgefahr warnen und im Ernstfall selbst eingreifen können. Schon jetzt gehören Systeme wie Tempomaten oder Parkassistenten in vielen Autos zur Standardausstattung. Mittelfristig wird die Fahrverantwortung immer mehr und möglicherweise gänzlich vom Autofahrer auf den Computer übertragen werden: Mit dem sogenannten autonomen Fahren soll menschliches Versagen als Unfallursache bald der Vergangenheit angehören. Im Schnitt sind private Pkw jedoch bis zu 20 Jahre lang im Einsatz – eine Studie im Auftrag des ADAC prognostiziert, dass es unter anderem aus diesem Grund noch einige Zeit dauern wird, bis sich autonome Fahrzeuge durchsetzen.

Shared Spaces für mehr Rücksicht im Straßenverkehr

Die Mobilität von morgen rückt den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt des Verkehrsgeschehens. Die Planungsphilosophie „Shared Spaces“ möchte den bislang noch vom Kfz-Verkehr bestimmten öffentlichen Straßenraum lebenswerter und sicherer gestalten. Zwischen Fußgängern, Fahrradfahrern und Autofahrern soll ein rücksichtsvolles Miteinander entstehen, das den Verkehrsfluss verbessert, den öffentlichen Raum aufwertet und die allgemeine Lebensqualität anhebt. Zu diesem Zweck wird das Straßenland nivelliert; auf Verkehrsschilder, Fußgängerinseln, Ampeln und Fahrbahnmarkierungen wird weitestgehend verzichtet. Entstehen soll dabei ein neues Raumgefühl, in dem sich die Verkehrsteilnehmer selbst organisieren – ähnlich wie auf einer Eislaufbahn.

Erprobt wurde das Shared-Spaces-Konzept bereits europaweit in verschiedenen kleineren Ortschaften, deren Zentren entsprechend neu gestaltet wurden. In mehreren Großstädten werden aktuell ähnliche Verkehrskonzepte versuchsweise etabliert. Rücksichtsvolles Miteinander statt achtloses Nebeneinander – so könnte es also in der Zukunft im Straßenverkehr zugehen.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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