Zertifizierungen sind im Projektmanagement heute wichtiger denn je. Da die Berufsbezeichnung “Projektmanager” nicht geschützt ist, sind bei der Bewerberauswahl jene Kandidaten im Vorteil, die ein international anerkanntes Zertifikat im Projektmanagement vorweisen können.



Ein Überblick über das Thema “Projektmanagement Zertifizierung.”



Was bringt eine Projektmanagement Zertifizierung?

Aufgrund der Vielzahl von Bewerbern mit unterschiedlicher Qualifikation haben sich Zertifizierungen im Projektmanagement weltweit durchgesetzt und gelten heute als fester Bestandteil einer Karriereplanung. Sie repräsentieren Professionalität und fachliche Expertise und werden in Stellenangeboten oder Auswahlverfahren oft auch verlangt. Durch die Zertifizierung führt der Bewerber den Nachweis, dass er die Standards im Projektmanagement beherrscht, darüber hinaus wird im Rahmen der Zertifizierungsprozesse die Entwicklung einheitlicher Sprachstandards gefördert. Eine Projektmanagement-Zertifizierung hat in jedem Fall positiven Einfluss auf die berufliche Entwicklung, da ein derartiges Gütesiegel eine objektive Bestätigung fachlicher Kompetenz darstellt.

Welche Projektmanagement Zertifizierung ist die beste?

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Diese Frage kann nicht allgemeingültig beantwortet werden, da es mehrere Zertifizierungswege gibt, von denen jeder individuelle Vorzüge besitzt. Um das jeweils individuell bestgeeignete Zertifikat zu finden, ist es erforderlich, zunächst die eigenen Zielsetzungen festzulegen. Darüber hinaus ist es für die Entscheidungsfindung von Bedeutung, in welchen Bereichen des Projektmanagements bisher Erfahrung gesammelt werden konnte und welche Wertigkeit die Erlangung sozialer Kompetenzen besitzt. Ferner sollten die Kosten für Prüfungsgebühren und Rezertifizierungen sowie die persönliche Belastbarkeit in Prüfungssituationen in die Entscheidung einbezogen werden.

Hier ein Überblick über die drei am meisten verbreiteten Projektmanagement Zertifizierungen:

PMP Zertifizierung

Diese Zertifizierung stellt standardisierte Prozesse, Best-Practise-Verfahren sowie Methodenkompetenz in den Vordergrund. Grundlage ist der vom PMI herausgegebene PMBoK (Project Management Body of Knowledge), der eine Sammlung von prozessorientierten Vorgehensmodellen beinhaltet. Die PMI Zertifizierung wird weltweit in ca. 160 Ländern anerkannt und mehr als 800.000 Projektmanager tragen bereits den Titel. Die Zertifizierungskosten (Prüfung) belaufen sich je nach angestrebtem Zertifikat auf 300 bis 1000 US Dollar. Es werden folgende Zertifizierungsstufen angeboten: Certified Associate in Project Management (CAPM Zertifizierung) für Einsteiger, Project Management Professional (PMP Zertifizierung) für Projektleiter und Programm Management Professional (PgMP Zertifizierung) für Senior-Projektleiter. Zu beachten ist, dass die CAPM-Zertifizierung auch dann erworben werden kann, wenn noch Voraussetzungen für die PMP-Zertifizierung erfüllt sind. Daher wird die CAPM Zertifizierung oft als Vorbereitung auf die PMP Zertifizierung genutzt.

IPMA-Zertifizierung (in Deutschland GPM Zertifizierung)

Seit 1955 übernimmt die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) die Durchführung der von der International Project Management Association abgewickelten IPMA-Zertifizierung. IPMA Zertifikate werden weltweit anerkannt.  Je nach Zertifikat ist mit Kosten von 750 bis 2.900 Euro für das Examen zu rechnen. IPMA Zertifikate gelten als Nachweis für methodische Kompetenz sowie die Beherrschung von Softskills. Es existieren folgende Zertifizierungsstufen: Zertifizierter PM-Fachmann, Zertifizierter Projektmanager (für Projektleiter), Zertifizierter Senior Projektmanager (für Senior-Projektleiter), Zertifizierter Projektdirektor (für Projektmanager im Multi-Projekt-Management.) Die IPMA Zertifzierung ist in Europa gut verbreitet und es gibt  bereits mehr als 40.000 zertifzierte Projektmanager.

PRINCE2 Zertifizierung



Diese Zertifizierung gilt im Gegensatz zu anderen Zertifizierungsvarianten als Best-Practice-Methode für das Projektmanagement, die Supervision übernimmt das britische Joint Venture AXELOS Limited. Ausgehend von Großbritannien ist Prince2 auch in der EU und Australien bekannt, je nach Zertifikat fallen Prüfungsgebühren von 230 bis 650 Euro an. Der Zertifizierungsprozess hat die Überprüfung der Kenntnisse der PRINCE2 Methode zum Inhalt. Zertifizierungsstufen: PRINCE2 Foundation (für Einsteiger), PRINCE2 Practitioner (für PRINCE2-Anwender), PRINCE2 Professional  (für Projektleiter), PRINCE2 AGILE (für Anwender im agilen Projektmanagement.) Die PRINCE2 Zertifzierung ist sehr Großbritannien-lastig und hat in der IT und Banking Branche hier und da Fuß gesetzt.

Welche Projektmanagement Zertifizierung wählen?

Es ist nicht leicht, die richtige Projektmanagement Zertifizierung für sich selbst zu finden. Wer in global agierenden Unternehmen arbeitet oder sich dort für Projektmanagement Jobs bewerben will, ist mit den Zertifizierungen des PMI am besten dran. In manchen Branchen aber ist z.B. IPMA/GPM schon sehr stark gesetzt (z.B.  in der Automobilbranche). Es ist deshalb zu empfehlen, sich erst einmal umzuhören, welche Projektmanagement Zertifizierungen in der eigenen Branche oder der Wunschbranche üblich und verbreitet sind und sich dann erst zu entscheiden. Eine aktuelle Gehaltsstudie des PMI hat ergeben, dass PMP zertifizierte Projektmanager 23% mehr Gehalt verdienen. Projektmanagement Zertifizierung lohnt sich!

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche

Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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