Wer denkt nicht darüber nach, sich endlich einmal weiterzubilden, um die Chancen auf eine Beförderung oder sogar einen besseren Job zu erhöhen? Das muss und sollte kein Traum bleiben.

Natürlich ist es für die meisten Menschen, die voll im Berufsleben stehen, schlicht unrealistisch, wieder in Vollzeit die Berufs-Schulbank zu drücken, Unikurse zu belegen und dafür vielleicht sogar noch umzuziehen. Meist sind sowohl die Kosten als auch der Aufwand zu hoch, wenn man dazu noch bedenkt, dass im Endeffekt oft nur ein Teil der angeeigneten Inhalte tatsächlich zielführend für die persönliche berufliche Weiterentwicklung ist.

Aus diesem Grund rücken alternative Weiterbildungsoptionen mittlerweile immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit und werden zunehmend als vollwertige und teilweise sogar geforderte Ergänzungen zu einem traditionellen Studium angesehen. So startete im Oktober 2015 das US-amerikanische Bildungsministerium ein Pilotprogramm, das finanzielle Unterstützung für die Nutzung einiger dieser alternativen Weiterbildungsmöglichkeiten bereitstellt. Dies könnte man sich auch hierzulange vorstellen!

Hier einige ausgewählte digitale Weiterbildungsmöglichkeiten, mit denen man seinen beruflichen Horizont unkompliziert erweitern kann, und, die zudem auch eine gezielte Auswahl von gewünschten Lerninhalten ermöglichen.

Bootcamps

Programmierkurse und IT-Bootcamps werden immer beliebter, insbesondere für diejenigen, die ein Startup auf die Beine stellen und sich dafür in Sachen IT und Software fit machen möchten. Bootcamps, wie beispielsweise die App Academy, sind meistens zeitlich begrenzte Intensivkurse, in denen den Teilnehmern die Grundlagen eines ganz konkreten Bereichs vermittelt werden, z. B. eine Programmiersprache. Solche Kurse eignen sich optimal für Menschen mit konkreten beruflichen Zielen und bieten gleichzeitig hervorragende Networking-Gelegenheiten.

MOOCs

Eine eher unverbindliche Weiterbildungsform bieten öffentlich zugängliche Online-Kurse, sogenannte MOOCs (Massive Online Open Courses). Solche Kurse sind für gewöhnlich kostenlos und werden meist in Zusammenarbeit mit bestimmten Universitäten oder Fachhochschulen angeboten. Wie bei traditionellen Weiterbildungsinstituten kann man hier aus einer Vielzahl an Kursen auswählen, wobei allerdings praktisch keine Kontrollinstanz vorhanden ist. Der Teilnehmer ist selbst dafür verantwortlich, die Kurse zu belegen und die Kursmaterialien durchzuarbeiten. MOOCs verzeichnen daher verhältnismäßig wenige Abschlüsse; auch ist oft nicht erkennbar, ob die Teilnehmer sich tatsächlich neue Kenntnisse angeeignet haben. Da es sich bei MOOCs im Grunde genommen um online angebotene Fachschul- und Hochschulkurse handelt, bestehen hier auch weniger Gelegenheiten zum praxisnahen Lernen.

Online-Portale

Onlinekurs-Portale, wie z. B. Lynda, bieten das Belegen von Kursen nach dem Abonnementsystem an. Die Lerngeschwindigkeit kann der Teilnehmer selbst bestimmen, was insbesondere für berufstätige Menschen von Vorteil ist. Portale für Fachkurse wenden sich hauptsächlich an Interessenten im Technik- und Wirtschaftsbereich, sodass das Angebot für diejenigen, die sich gezielt einzelne Fähigkeiten aus unterschiedlichsten Themengebieten aneignen möchten, weniger attraktiv ist. Die Kurse bei Portalen dieser Art sind verhältnismäßig teuer. Man sollte sich also sicher sein, dass der Lerninhalt auch sein Geld wert ist.

Kurs-Marktplätze

Online-Marktplätze, wie z. B. Udemy, sind so angelegt, das jeder nach seinen Interessen und Fähigkeiten Kurse belegen oder selbst Kurse anbieten kann. Die Plattformen sind einfach zugänglich und überzeugen mit einer hohen Flexibilität und einer breiteren Kurs-Angebotspalette – von Yoga bis Java gibt es z. B. bei Udemy rund 40.000 Lernvideos in verschiedenen Sprachen. Die Qualität der Kurse richtet sich nach der des Dozenten. Hierbei mag es durchaus Unterschiede geben, unter dem Strich ist eine Online-Bildungsplattform aber die sinnvollste Option für diejenigen, die sich in ihrem eigenen Tempo für einen neuen Job oder für eine Bewerbungen gezielt fit machen und hierfür nicht viel Geld ausgeben wollen. Den Kurs kauft man für‘s Leben, d. h. man kann ihn ein Leben lang nutzen.

Dies sind bei Weitem noch nicht alle Weiterbildungsmöglichkeiten, die einem jenseits der traditionellen Bildungswege offenstehen. So gibt es z. B. auch auf YouTube eine Reihe von kostenfreien Lehr- und Weiterbildungsvideos unterschiedlichster Qualität. Und natürlich sind Praktika, auch wenn eher für Menschen am Beginn des Berufsweges und daher längst nicht für jeden verfügbar, eine hervorragende Möglichkeit, sich direkt im Berufsumfeld neue Fähigkeiten anzueignen.
Möglichkeiten gibt es also viele, sich weiterzubilden. Es gilt, sich die, für die eigene Lebens- und Lernsituation passende, herauszusuchen. Schon das bildet und – man lernt halt nie aus.

Quelle: schoesslers GmbH

Veröffentlicht von:

Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
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