Wie unterschiedlich artikulieren sich Männer und Frauen in der Berufswelt und worauf können Frauen beim Kommunikationsverhalten achten, um in Führungspositionen erfolgreich zu sein? Beim Stuttgarter Frauen-Forum der FOM Hochschule diskutierten rund 120 Teilnehmerinnen und einige Teilnehmer – angeregt durch zwei Impulsvorträge – über typisch männliche und weibliche Kommunikationsmuster und deren Auswirkungen für den beruflichen Aufstieg.

„Die Kommunikation ist Ursache für viele Konflikte in Unternehmen, gleichzeitig aber auch der Schlüssel zu deren Lösung. Deshalb spielt sie eine entscheidende Rolle für Führungskräfte und für alle, die eine solche Position anstreben“, betont Moderatorin Brigitte Ott-Göbel, Mitinitiatorin des Frauen-Forums, FOM-Dozentin und selbstständige Beraterin.

Dass sich das Kommunikationsverhalten von Männern und Frauen im Berufsleben unterscheidet und welche Fallstricke sich dadurch für weibliche Führungskräfte ergeben, zeigte Dr. Astrid Nelke, Professorin für Unternehmenskommunikation und Innovationsmanagement an der FOM Hochschule, in ihrem Vortrag. „Von Führungskräften wird Durchsetzungsvermögen erwartet – eine Eigenschaft, die allgemein eher Männern nachgesagt wird. Frauen hingegen haben meist einen verbindlicheren Gesprächsstil. Verändern sie ihr Kommunikationsverhalten allerdings, um sich in einer Leitungsposition zu behaupten, hat das negative Reaktionen aus dem Umfeld zur Folge“, beschrieb Prof. Dr. Nelke den entstehenden Teufelskreis.

Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zum Stuttgarter Frauen-Forum der FOM Hochschule (Foto: FOM/ Horst Rudel).

Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zum Stuttgarter Frauen-Forum der FOM Hochschule (Foto: FOM/ Horst Rudel).

Für den Weg nach oben gelte zudem: „Männer kommunizieren ihre Leistungen sehr stark personalisiert und machen sie so vor allem für Vorgesetzte sichtbar. Die Informationspolitik von Frauen ist häufig eher sachbezogen und teamorientiert. Dadurch rückt der eigene Anteil in den Hintergrund“, berichtete Prof. Dr. Nelke. Dessen sollten sich Frauen, die sich für Führungspositionen empfehlen wollen, bewusst sein, um eine passende Strategie zu entwickeln.

Einblicke, wie die Kommunikationsmuster und das Auftreten der Frauen auf Männer wirken, gab Clemens Hafner, Trainer und Berater für Führungskräfte. „Frauen legen deutlich mehr Wert auf Atmosphäre als auf Profilierung, deshalb haben sie ein besseres Gespür für verdeckte Konflikte im Team und können schneller entgegenwirken“, so Hafner. „Gerade bei solchen Aussprachen können Frauen von ihrer indirekten Ausdrucksweise mit Formulierungen in der dritten Person und der häufigen Verwendung des Konjunktivs profitieren. Denn sie wirkt deutlich diplomatischer und weniger verletzend als die direkte Kritik von Männern.“ Die eigenen Stärken zu kennen und zu nutzen sowie sich gleichzeitig selbstbewusst neue Aufgaben zuzutrauen, sei der Schlüssel zum beruflichen Vorankommen: „Bescheidenheit, die Mädchen in der Erziehung häufig beigebracht wird, ist ein Karrierekiller“, berichtete Hafner.

Ein gemeinsamer Tipp beider Referenten für die Karriere: Netzwerken. „Studien zeigen, dass Frauen zwar Netzwerke nutzen, aber nicht für Beruf und Karriere. Aber gerade für den Aufstieg spielt das eine entscheidende Rolle“, so Prof. Dr. Nelke.

Quelle: echolot pr GmbH & CO KG

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