Die „Generation Praktikum“ ist mittlerweile jedem ein Begriff. So erreichte sie bei der Wahl zum Wort des Jahres 2006 sogar den zweiten Platz.

Doch wie sieht es acht Jahre später aus? Steht der Begriff immer noch stellvertretend für eine ganze Generation, die sich durch schlecht oder gar nicht bezahlte Praktika über Wasser halten muss, um keine Lücken im Lebenslauf aufkommen zu lassen, bis endlich einmal eine Festanstellung winkt?

Oder sind Praktika heutzutage zu dem geworden, als was sie eigentlich gedacht waren: Die Möglichkeit, in einen konkreten Betrieb oder ein Berufsbild hinein zu schnuppern und wertvolle Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln?!

Das Portal meinpraktikum.de hat auch in diesem Jahr einen umfangreichen Praktikantenreport veröffentlicht, in dem es diesen und anderen Fragen auf den Grund geht. Mit mehr als 13.000 authentischen Praktikumsbewertungen ist es die bisher größte Praktikantenstudie des Portals.

Quelle: Employour GmbH

Quelle: Employour GmbH

Die Ergebnisse zeigen, dass die Wirtschaft Praktikanten endlich ernst nimmt. So sind mehr Geld sowie mehr Anerkennung in den letzten Jahren der Schlüssel zu zufriedeneren Praktikanten geworden. Allein seit 2009 hat sich der Durchschnittsverdienst der Praktikanten von monatlich 160 Euro auf 402 Euro mehr als verdoppelt.

Auch die Karrierechancen haben sich für Praktikanten deutlich verbessert: Immer mehr sehen das Praktikum als geeignete Möglichkeit, um einen Einstieg ins Unternehmen zu finden. Dies ist jedoch weniger wichtig bei der Gesamtbeurteilung des Praktikums: Vor allem die Kollegen und die Arbeitsatmosphäre spielen jedoch eine große Rolle. So würden nur noch ca. 40 Prozent der Praktikanten ihr Unternehmen weiterempfehlen, wenn sie mit der Betreuung nicht zufrieden waren.

Der Praktikantenreport zeigt aber auch, dass es immer noch viele Defizite in Sachen Praktikum gibt. So ist immer noch knapp die Hälfte aller Praktika unvergütet.

Auch die Branchen- und Gebietsauswertungen zeigt, dass es in Sachen Zufriedenheit noch ein starkes Gefälle gibt: So sind 81 Prozent in Hamburg mit ihrem Praktikum zufrieden. Hier ist auch das Durchschnittsgehalt mit 468 Euro am höchsten. In Mecklenburg-Vorpommern sinkt die Zufriedenheit auf nur noch 50 Prozent. Ein Praktikum wird dort auch nur noch mit 60 Euro monatlich vergütet.

Der Anteil der zufriedenen Praktikanten wächst also mit dem Gehalt. Die Auswertung zeigt, dass ca. 80 Prozent der Praktikanten ab einer Vergütung von 500 Euro zufrieden sind. Der Vergleich der letzten fünf Jahre macht deutlich, dass Praktikanten heute seltener als billige Aushilfskräfte angesehen werden.

Der Praktikantenreport 2014 steht ab sofort kostenlos zum Download bereit: http://meinpraktikum.de/praktikantenreport-2014.

Text: Johanna Behrendt

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