68 Prozent der Unternehmen des industriellen Mittelstands befürchten, dass ihr Unternehmen durch den sich auf allen Ebenen beschleunigenden Wandel in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Die Sorgen reichen von den negativen Folgen internationaler Handelskonflikte bis hin zur Angst vor disruptiven Konkurrenten. Das sind Ergebnisse der im dritten Jahr in Folge durchgeführten Studie “Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0”. creditshelf, der Gestalter digitaler Mittelstandsfinanzierung, hat dafür zusammen mit der TU Darmstadt mehr als 250 Vorstände und Geschäftsführer befragt.

Anpassung und Flexibilität sind gefragt

„Im Zuge der Digitalisierung und einer zunehmenden Globalisierung werden in der Industrie die Karten neu gemischt. Und die grassierende Nervosität ist Ausdruck der bevorstehenden Veränderungen, die heute noch niemand genau abschätzen kann“, sagt Dr. Daniel Bartsch. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, müsse der industrielle Mittelstand Flexibilität und Anpassungsfähigkeit beweisen. Nur eine Minderheit könne sich in eine sichere Ecke zurückziehen, da lediglich „knapp jedes dritte Unternehmen davon ausgeht, dass es unbeschadet der Wandel überstehen wird”, erläutert Bartsch.

Negative Auswirkungen für den industriellen Mittelstand befürchtet auch Prof. Dr. Dirk Schiereck. Der Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt hat beobachtet, dass die Kreditaufnahme bereits erschwert ist. „77 Prozent der Unternehmen, die aufgrund des Wandels ihr Geschäftsmodell gefährdet sehen, haben angegeben, dass sich die Verunsicherung negativ auf ihre Investitions- und Finanzierungsaktivitäten auswirkt“, so der Finanzierungsexperte. „Dabei stehen vor allem die Unternehmen, die sich neu erfinden oder aufstellen müssen, unter großem Investitionszwang“, erklärt Schiereck weiter. Sie müssten deshalb einen leichten und schnellen Zugang zu neuen Finanzierungsmodellen bekommen.

Globalisierung und internationale Handelskonflikte als größte Risikofaktoren

Als größte Bedrohung wird von 36 Prozent der Unternehmen, die sich selbst als gefährdet einschätzen, die Globalisierung der Wirtschaft identifiziert. Die zweitgrößte Bedrohung sind internationale Handelskonflikte (34 Prozent). „Die deutsche Wirtschaft ist stark exportabhängig, dementsprechend nehmen weltpolitische Fragen einen großen Stellenwert ein. Aktuell kommen ein drohender ungeregelter Brexit und Spannungen in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen erschwerend hinzu“, so Bartsch. „Aber auch heimische Probleme dürfen nicht außer Acht gelassen werden: Der demografische Wandel, der Fachkräftemangel oder auch Veränderungen in der Arbeitswelt wurden von jeweils mehr als 30 Prozent der Unternehmen genannt.“ Als weitere große Bedrohung wurden auch technologische Entwicklungen wie die Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz von 31 Prozent der Unternehmen genannt.

Quelle: creditshelf Aktiengesellschaft

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