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Bildungsbericht 2014: Update für das Jahr 2012

Bildungausgaben-Lehrerfortbildung-Gesamtschule-Ganztagesschule: Eine Zusammenfassung.

Bildungsbericht für Deutschland 2014

  • Ausgaben für Bildung gemessen am Bruttoinlandsprodukt(BIP)
  • Das Ziel für das Jahr 2015 ist es, 10% des BIP zu investieren:
  • Ausgaben 2011: 110 Mrd.Euro = 9,9% des BIP
  • Ausgaben 2012: 247Mrd.Euro = 9,3% des BIP

Ergo ist die Bundesregierung von Ihrem Ziel wieder etwas abgekommen.

Bildungseinrichtungen und Bildungsteilnahme

Insgesamt nimmt die Anzahl der Bildungseinrichtungen ab; die Sicherung eines wohnortnahen Bildungsangebots wird in manchen Landesteilen zur Herausforderung:

Seit 1998 ist die Anzahl der Kindertageseinrichtungen (+ 9%) und Hochschulen (+ 24%) in Deutschland gestiegen, die Zahl allgemeinbildender Schulen jedoch im gleichen Zeitraum um 19% gesunken. Es gibt immer weniger eigenständige Real-und Hauptschulen. Bei den Hauptschulen haben sowohl die Zahl der Einrichtungen als auch die der Schülerinnen und Schüler seit 2006 um etwa ein Drittel abgenommen Weitgehend stabil bleibt trotz ebenfalls rückläufiger Schülerzahlen die Anzahl der Förderschulen und der Gymnasien. Letztere verzeichnen seit 2006 sogar einen leichten Zuwachs von 3.097 auf 3.122 Einrichtungen. Die Einschätzung ihrer weiteren Entwicklung ist jedoch schwierig, da unklar ist, in welchem Umfang mit der Verbreitung von Gesamtschulen und sonstigen Schularten mit drei Bildungsgängen alternative Wege zur Hochschulreife nachgefragt werden, die – im Unterschied zur meist verkürzten Schulbesuchsdauer der Gymnasien (G8) – in neun Jahren zum Abitur führen.

Quelle: newsmax
Quelle: newsmax

Die Zahl solcher Schulen mit mehreren Bildungsgängen ist allein zwischen 2006 und 2012 um ca. 50% auf beinahe 2.000 Schulen gestiegen. Bei den Gesamtschulen entspricht die Steigerung auf gut 1.200 Einrichtungen – einschließlich der in vier Ländern neu geschaffenen Gemeinschaftsschulen – fast einer Verdopplung.Sinkende Schülerzahlen stellen außerhalb der Ballungsräume viele Kommunen vor Probleme.

Da die Schülerzahlen im Primarbereich(Grundschulen, Integrierte Gesamtschulen (Jg. 1–4), Freie Waldorfschulen (Jg. 1–4), Förderschulen (Jg. 1–4) bis 2025 voraussichtlich um weitere 15% zurückgehen werden, wird sich diese Entwicklung vor allem in den westdeutschen Flächenländern mittelfristig fortsetzen.

Im Sekundarbereich(Hauptschulen, Schulartunabhängige Orientierungsstufe, Realschulen, Förder schulen (Jg. 5–10),Schularten mit mehreren Bildungsgängen, Gymnasien (Jg. 5–9/10)1), Integrierte GesamtschulenJg. 5–9/10)1), Freie Waldorfschulen (Jg. 5–10), Abendhaupt-, Abendrealschulen, Berufs- aufbauschulen, Allgemein bildende Bildungsgänge an Berufsfachschulen bzw. für Schüler an Berufsschulen ohne Ausbildungsvertrag zur Erfüllung der Schulpflicht bzw. zum Erwerb von Abschlüssen des Sekundarbereichs )wird bis 2025 sogar eine Verringerung der Schülerschaft um 22% erwartet, was die Aufrechterhaltung eines wohnortnahen, mehrgliedrigen Schulartangebots vielerorts erschwert.

Die personelle Ausstattung der Bildungseinrichtungen bleibt besonders wegen des hohen Durchschnittsalters des jetzt beschäftigten Personals eine große Herausforderung: 2012 sind 37% der im Bildungsbereich pädagogisch bzw. wissenschaftlich Tätigen 50 Jahre und älter, im Schulbereich sogar 48%. Somit besteht weiterhin ein großer(Ersatz-)Bedarf an pädagogischem Personal.

Teilnahme an Fortbildungen

Die Teilnahme an beruflicher Fortbildung, die zuletzt bundesweit in denIQB-Erheungen 2011 und 2012 erhoben wurde,ist wichtig für die (Weiter-)Entwicklung der professionellen Kompetenzen von Lehrkräften. Lehrkräfte, die in den berücksichtigten Fächern (Primarbereich: Deutsch und Mathematik; Sekundarbereich I: Mathematik und Naturwissenschaften) unterrichten, wurden befragt, ob sie in den letzten beiden Schuljahren an Fortbildungen teilgenommen haben. 18% der Lehrkräfte des Primar-und 24% der Lehrkräfte des Sekundarbereichs I verneinten dies.Zwischen den Ländern variiert dieser Anteil im Primarbereich zwischen 11% (Thüringen) und 27% (Hamburg); im Sekundarbereich I von 14% (Thüringen) bis zu 39% (Rheinland-Pfalz). Die Intensität der Fortbildung, die auch über die Zahl der besuchten Fortbildungen erfasst wurde, ist ebenfalls im Primarbereich höher: während nur ein Viertel der Sekundarschullehrkräfte fünf und mehr Fortbildungsveranstaltungen besuchten, waren es 44% im Primarbereich. Ein Problem der Lehrkräftefortbildung ergibt sich aus der fehlenden Passung von Fortbildungsbedarf der Lehrkräfte und den thematischen Schwerpunkten des Angebots. Dies wird auch als wichtiger Grund von den Lehrkräften angegeben, keine Fortbildungen zu besuchen.

Ganztagsbetreuung

Der Erfolg schulischer Ganztagsbetreuung bestimmt sich maßgeblich über pädagogische Konzepte; Modelle der Beteiligung und auch einer zeitlichen Flexibilisierung müssen sich hieran ausrichten:

Mehr als jede zweite deutsche Schule macht inzwischen Ganztagsangebote, die von einem Drittel aller Schülerinnen und Schüler genutzt werden. Die aktuelle Debatte verkürzt die Frage nach der pädagogischen Qualität der Ganztagsschule stark auf Organisationsmodelle, die aber ihrerseits nur den Rahmen für entsprechende pädagogische Zielvorstellungen abgeben können. Es erscheint angezeigt, genauer zu prüfen, ob mit dem gegenwärtig dominierenden offenen Organisationsmodell, d. h. einer freiwilligen Teilnahme der Schülerinnen und Schüler, die pädagogischen Möglichkeiten einer flexiblen Zeitorganisation über den ganzen (Schul-)Tag hinreichend ausgeschöpft werden können. Offenbar spielt bei der Akzeptanz durch die Eltern die Frage der Verlässlichkeit von Ganztagsangeboten eine wichtige Rolle, sodass diese auch in Schulen – analog zu den Horten – eine noch stärkere Beachtung finden sollte.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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