Die instabile Wirtschaft Chinas, die Krise in Schwellenländern wie Brasilien oder Chile, sinkende Öl- und Metallpreise: Durch die angespannte Wirtschaftslage und die zunehmende Zahl der Insolvenzen steigt das Risiko, dass Unternehmen auf ihren Rechnungen sitzen bleiben. Davor schützt eigentlich die Kreditversicherung. Doch das höhere Risiko führt dazu, dass Versicherer ihre Limite kürzen. Während man in anderen Ländern längst mit unkündbaren Limiten darauf reagiert hat, ist diese Art der Absicherung bei den etablierten Kreditversicherern in Deutschland noch weitgehend unbekannt.

Erstmals seit sieben Jahren steigen die weltweiten Insolvenzen wieder an. Das betrifft nicht nur Schwellenländer wie Brasilien oder Taiwan, sondern auch die wichtigsten Handelspartner der deutschen Exportunternehmen. Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet in diesem Jahr in den USA mit drei Prozent mehr Unternehmenspleiten, in Großbritannien mit einem Prozent und in China sogar mit einem Plus von zwanzig Prozent.

Für die Kreditversicherer ein Zeichen, ihre Risikobewertung anzupassen – denn mit den Unternehmenspleiten steigt auch die Menge der unbezahlten Rechnungen. „Bei den momentan turbulenten Märkten hat Euler Hermes eine Reihe von nötigen Maßnahmen getroffen, um die Rentabilität zu schützen“, heißt es im ersten Quartalsbericht des Kreditversicherers. Euler Hermes steht damit nicht alleine da: Die Gesellschaft für Liquidität, GFL, hat in den letzten Monaten festgestellt, dass auch andere Versicherer wie Atradius oder Coface immer mehr Limite senken oder Absicherungen von vornherein ablehnen.

Für den Kreditversicherungskunden kann das auch Vorteile haben. „Der Kreditversicherer erfüllt damit eine Frühwarnfunktion“, sagt GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin. „Der Kunde merkt, dass das Geschäftsrisiko gestiegen ist und kann darauf reagieren.“ Gerecht sei das System allerdings nicht: „Der Kunde hat in guten Zeiten stets bezahlt, doch sobald die Lage schwierig wird, steht er im Regen.“

Das Absenken der Limite kann auch Unternehmen treffen, um deren Bonität es eigentlich gut bestellt ist. So werden durch die sinkenden Ölpreise oder die Stahlüberproduktion in China ganze Branchen schlechter bewertet – und damit automatisch auch der einzelne Stahlhändler oder das einzelne Energieunternehmen.

Lösung können nicht kündbare Deckungen bieten, die, wie der Name schon andeutet, von Versichererseite über die Dauer der Versicherungspolice – in der Regel zwölf Monate – nicht gekündigt werden können. Somit kann der versicherte Unternehmer sehr gut für die kommenden zwölf Monate Volumen und Risiko planen. Ein entsprechendes Volumen – Limitgröße ab etwa 5 Millionen US-Dollar aufwärts – ist dabei Voraussetzung. Diverse Versicherer im Ausland bieten solche Lösungen bereits an, bei den langjährig etablierten Anbietern in Deutschland und der Schweiz ist diese Art der Limite noch meist unbekannt.

Für Unternehmen, die mit Limitreduzierungen zu kämpfen haben, ist der Weg über die ausländischen Versicherer – die ihren Weg vereinzelt auch auf den deutschen Markt finden – daher meist sehr erfolgversprechend. Unterstützung bietet dabei die GFL: „Durch unsere starke internationale Ausrichtung, vor allem durch das von uns gegründete internationale Netzwerk für Kreditversicherungsmakler CREDEA, haben wir Zugang zu allen internationalen Versicherungsmärkten, was letztlich unseren Kunden zu Gute kommt“, so Ralph Krumpen, Geschäftsführer von GFL Schweiz und Vorstand von CREDEA.

Quelle: GFL

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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