Bochum – Reisedokumente, Bargeld, Mobilgeräte, Kameras, Schmuck oder Firmenunterlagen – egal ob im Urlaub oder auf Dienstreise, Touristen oder Geschäftsleute haben meist viele Wertgegenstände in ihrem Gepäck. Um die wichtigen Unterlagen und Wertsachen sicher aufzubewahren, bieten viele Hotels gegen eine geringe Nutzungsgebühr einen Zimmersafe an. Doch diese Tresore sind nicht so sicher, wie oft angenommen. Bei der Untersuchung eines gängigen Safe-Modells sind die Sicherheitsexperten der G DATA SecurityLabs auf gravierende Sicherheitsmängel gestoßen. Mit geringem technischem Aufwand kann der Safe in kürzester Zeit geknackt und leer geräumt werden. Hat der Safe einen Magnetkartenleser, bietet sich für Kriminelle die Möglichkeit, durch Skimming an die Daten der Karte zu kommen. G DATA gibt Tipps, was Hotelgäste bei der Nutzung von Safes beachten sollten.

Quellenangabe: "obs/G Data Software AG/G DATA Software AG"

Quellenangabe: “obs/G Data Software AG/G DATA Software AG”

Mit verschiedenen Methoden lässt sich das von den G DATA Sicherheitsexperten untersuchte Safe-Modell öffnen: So ist der Safe ganz einfach mit dem vom Hersteller voreingestellten Master-Code aufgegangen, der eigentlich nur in Notfällen ein Öffnen möglich machen soll. Zahlreiche Hoteliers ändern den standardmäßigen Code allerdings nicht – und so haben Diebe dann leichtes Spiel. “Wir raten Hoteliers dringend, den Master-Code in den Tresoren zu ändern und die Zimmersafes regelmäßig auf Modifikationen zu überprüfen”, empfiehlt Ralf Benzmüller, Leiter der G DATA SecurityLabs.

Was ist Skimming?

Skimming bezeichnet das illegale Ausspähen von Daten auf Kredit- oder Bankkarten. Dabei werden beispielsweise Geldautomaten modifiziert, um den Magnetstreifeninhalt der Karten auszulesen. 2012 hat das Bundeskriminalamt 856 Fälle von Skimming in Deutschland verzeichnet. Diebe können mit dieser Methode an Kreditkarteninformationen gelangen und diese für kriminelle Zwecke missbrauchen. “Reisende sollten niemals ihre Kreditkarte zum Verschließen des Zimmersafes nutzen, damit keine persönlichen Informationen der Karte mitgelesen werden können”, rät Benzmüller.

Zahlreiche Möglichkeiten, um den Safe zu knacken

Eine weitere Möglichkeit zum Öffnen des Safes ist das Knacken des Notschlosses. Den eigentlichen Schlüssel dafür verwalten die Hotelmanager. Nach dem Abschrauben einer Plakette an der Front des Tresors, lässt sich das darunterliegende Schloss mit einem Dietrich öffnen. Auch durch einen Reset per Kurzschluss lässt sich der Code zurücksetzen und im Anschluss ein neuer eingeben, mit dem sich der Safe öffnen lässt. “Ein Safe ist nicht der schlechteste Ort, um Wertgegenstände aufzubewahren. Man sollte die Sicherheit der Tresore aber auch nicht überschätzen”, fasst Ralf Benzmüller zusammen.

Quelle: ots

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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