Finanzen

Ein Schreckgespenst, das keines ist: Die Bonitätsprüfung

Ein großes Reizthema ist in die Deutschland die sogenannte Bonitätsprüfung, bei der Unternehmen Einblicke in die Finanzkraft von Unternehmen und Verbrauchern erhalten. Dabei gibt es im Allgemeinen gar keinen Grund zur Sorge.

Was geschieht bei der Bonitätsprüfung eigentlich?

Egal ob ein Privatkunde einen Mietvertrag abschließen will oder ein Mittelständler einen Kredit aufnehmen möchte: Ohne Bonitätsprüfung geht es dabei nicht. Das Wort Bonität stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet die Kreditwürdigkeit. Ins Privatleben übertragen bedeutet dies: Wenn ein Bekannter auf einmal darum bittet, 500€ leihen zu dürfen, würden viele Menschen wohl erst einmal im Freundeskreis herumfragen, ob dieser Bekannte zuverlässig ist und das Geld auch wirklich zurückzahlen wird.

Genauso verhält es sich mit der Bonitätsprüfung bei Unternehmen: Eine Bank, die einem Mittelständler einen Kredit von 100.000 Euro bewilligen soll, möchte ebenso sicher sein, dass sie ihr Geld tatsächlich zurückbekommt, wie der Vermieter, dass sein neuer Mieter jeden Monat pünktlich die Miete überweisen wird. Also wird bei einer Auskunftei angefragt, wie es um die Kreditwürdigkeit der Person steht: Wer beispielsweise Ratenkredite nicht zuverlässig abbezahlt oder sich mit unbezahlten Handyrechnungen verschuldet hat, hat da natürlich schlechtere Karten als derjenige, der immer verantwortungsvoll mit seinem Geld umgegangen ist.

Bild: © istock.com/gpointstudio
Bild: © istock.com/gpointstudio

91 % aller Deutschen haben nur gute Merkmale

Mit Abstand am bekanntesten ist in Deutschland die SCHUFA, die Daten zu rund 66 Millionen Bundesbürgern gesammelt hat. Daneben gibt es mit Arvato, Creditreform, Bürgel und Deltavista noch vier weitere große Auskunfteien, bei denen Firmen Informationen über ihre Kunden sammeln. Die Sorge, bei diesen Auskunfteien unverschuldet eine negative Bewertung zu bekommen und somit auf einmal keine Handyverträge oder Verbraucherkredite zu erhalten, ist jedoch fast immer unbegründet: Bei 91 % der Deutschen sind in den Auskunfteien ausschließlich positive Merkmale gespeichert. Gefährlich wird es lediglich, wenn das Konto dauerhaft tiefrot ist – aber dann sollten ohnehin keine neuen Kredite aufgenommen werden.

Wer mag, kann heute eine eigene Bonitätsprüfung kostenlos im Internet durchführen und so erfahren, wie es um die eigene Kreditwürdigkeit steht. Hinter diesem Dienst steht die Auskunftei Infoscore von Arvato. Daneben bietet zum Beispiel die SCHUFA kostenpflichtige Selbstauskünfte an. Wie es um diesen Service bestellt ist, hat kürzlich erst die Stiftung Warentest geprüft. Sinnvoll können Selbstauskünfte sein, wenn es darum geht, einen größeren Kredit zu beantragen: Je besser die Kreditwürdigkeit, umso größer die Chancen, nicht nur einen Kredit bewilligt zu bekommen, sondern auch günstige Raten zu bekommen. Und vielleicht einfach wieder besser zu schlafen mit dem Wissen, dass die eigene Bonität vollkommen in Ordnung ist.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
Zeige mehr

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"