Wer selbstständig werden möchte oder gemeinsam mit Partnern vorhat, ein Start-up zu gründen, braucht neben einer guten Geschäftsidee vor allem eins: Geld. Ohne Startkapital lassen sich nun einmal keine Visionen verwirklichen. Umso ärgerlicher ist es, dass klassische Banken bei der Kreditvergabe an Gründer sehr zurückhaltend agieren. Eine lohnenswerte Alternative zur Bank ist eine sogenannte Schwarmfinanzierung, besser bekannt unter dem Begriff Crowdfunding.

Für gute Ideen …

Spätestens seit Beginn der Erfolgsgeschichte des Crowdfunding-Portals Kickstarter, das 2009 gegründet wurde, genießt das Konzept eine breite Aufmerksamkeit. Auch in Deutschland wird Crowdfunding immer bekannter. Die Idee dahinter ist gleichermaßen simpel und genial: Der Unternehmer präsentiert auf einer eigenen Projektseite sein Produkt und legt eine Finanzierungssumme fest. Diese muss in einem vorgegebenen Zeitraum erreicht werden. Interessenten haben dann bis zum Stichtag die Möglichkeit, Geld in das Projekt zu investieren. Wird die angestrebte Summe erreicht, erhält der Unternehmer das Geld zur Verwirklichung des Projekts. Wenn nicht, wird es an die als “Backer” bezeichneten Geldgeber zurückerstattet – so soll gewährleistet werden, dass nur Produkte, die auch nachgefragt werden, eine Schwarmfinanzierung erhalten.

Eine übliche Vorgehensweise ist es, den Backern je nach Höhe der bereitgestellten Summe verschiedene Vorteile zu gewähren, um Anreize dafür zu schaffen, viel zu investieren. Das können je nach Produkt zum Beispiel Spezialeditionen, ein früherer Erhalt des Produkts oder die namentliche Erwähnung oder Einbindung des Backers in das Produkt sein.

Crowdfunding funktioniert: Über Kickstarter wurden schon Projekte im zweistelligen Millionenbereich finanziert. Aber auch für Unternehmer, die keine Idee finanzieren möchten, die sich gut verkaufen lässt, ist die Schwarmfinanzierung eine gute Option für die Geldaufnahme.

… und günstige Kredite

Alternative Finanzdienstleister wie Funding Circle, die unter anderem Kredite für Selbstständige anbieten, verzeichneten in Europa innerhalb des vergangenen Jahres über 90 Prozent Wachstum.

Das Konzept dieser Alternative zur traditionellen Bankfinanzierung setzt ebenfalls auf die Finanzierung durch eine Großzahl von Einzelinvestoren. Anders als beim Crowdfunding ist die Geldanlage nicht projektgebunden, die Anleger erhalten anstatt einer produktbezogenen Vergütung einen festgelegten Zinssatz für Ihre Anlage. Attraktiv ist das für die Geldgeber vor allem deshalb, weil die Zinssätze wesentlich höher sind als bei einer klassischen Geldanlage. Die Kreditnehmer wiederum profitieren von einem im Vergleich zum Bankkredit unkomplizierteren Antragsverfahren und einem für sie ebenfalls attraktiven Zinssatz – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.


Bildrechte: Flickr Crowdfunding Rocío Lara CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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