Das aktuell historisch niedrige Zinsniveau bietet Bauherren und Immobilienkäufern beste Rahmenbedingungen. Mit der falschen Tilgungsrate allerdings führt es zu endlos langen Darlehenslaufzeiten: „Um die Kreditlaufzeit dennoch kurz zu halten, sollten Finanzierungskunden die extrem niedrigen Zinsen unbedingt nutzen, um in eine deutlich erhöhte Tilgung zu investieren”, empfiehlt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen.

Durch die spezielle Mechanik des Annuitätendarlehens, die klassische Kreditform beim Eigenheimerwerb, benötigen Immobilienkäufer bei einem Marktzinsniveau von 6 Prozent 33 Jahre, um ein 200.000 Euro-Darlehen mit einer anfänglichen Tilgung von 1 Prozent vollständig zurückzuzahlen. Bei dem heutigen Zinsniveau von rund 1,25 Prozent bedarf es beim gleichen Tilgungssatz bereits 65 Jahre bis zur Schuldenfreiheit.

„Der Zusammenhang zwischen Zinshöhe und Tilgungsdauer wird gerne übersehen – mit fatalen Folgen: Wer die niedrigen Zinsen nicht dazu nutzt, rascher zu tilgen, sieht sich nach Auslaufen der Zinsbindung mit einer nach wie vor hohen Schuldenlast konfrontiert”, erklärt Goris und fügt hinzu: „Generell sollte jede Finanzierung so aufgebaut sein, dass das Eigenheim spätestens zu Rentenbeginn abbezahlt ist. Daher sollte die anfängliche Tilgungshöhe besser 3 Prozent betragen.”

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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