So gut wie jeder Mensch hat ihn schon einmal gespürt – den Liebeskummer. Der Schmerz, der sich anfühlt, als wäre einem das Herz rausgerissen worden. Meistens geht dieser Schmerz mit Appetitlosigkeit und Antriebslosigkeit einher. Man möchte sich einfach nur verkriechen, nichts tun, niemanden sehen und erst recht nicht über seine Gefühle reden. Man fühlt sich einsam und verlassen, nicht liebenswert und möchte sich einfach nur unter der Bettdecke verstecken, weinen und in Selbstmitleid versinken. Man hat das Gefühl, dass man nie wieder lieben und sich auf eine Person einlassen und ihr vertrauen kann.

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Doch wieso tut das Herz so weh? Boris Bergmann hat auf dem Blog Exzurückexperte einen interessanten Blogartikel verfasst, indem er die fünf einfachsten und wichtigsten Schritte beschreibt, um Liebeskummer zu überwinden. Dabei erklärt er auch, warum sich Liebeskummer tatsächlich wie körperliche Schmerzen anfühlt. Eine Studie aus dem Jahr 2011 hat ergeben, dass bei Liebeskummer und körperlichen Schmerzen der gleiche Teil im Gehirn, nämlich der Anteriorer cingulärer Cortex, betroffen ist. Der Teil des Gehirns ist unter anderem für die Emotionen zuständig, was erklärt, wieso sich Liebeskummer anfühlt als wäre das Herz physisch verletzt worden.

Doch was sind eigentlich die genauen Gründe für Liebeskummer und wieso bereitet uns dieser so unendlich viele Schmerzen? 
Die Stärke des Liebeskummers hängt von verschiedenen Faktoren ab: wie lange hat die Beziehung gehalten, wie intensiv war die gemeinsame Zeit und den Umständen, die zu der Trennung geführt haben.
Umso länger die Beziehung gehalten und je wunderschöner die gemeinsamen Erfahrungen und Erlebnisse waren, umso stärker wird das Herz wehtun. Handelte es sich nur um eine kleine Fliterei oder um eine kurze Beziehung, fällt der Herzschmerz wahrscheinlich geringer aus. Die Umstände des Beziehungsendes spielen bei dem Ausmaß des Herzschmerzes eine ganz große Rolle. Ging die Beziehung in die Brüche, weil der Partner fremdgegangen ist? Dann ist die Verletzung und Enttäuschung wahrscheinlich am Größten und eine Frage geht einem immer und immer wieder durch den Kopf – Warum? Warum ich? 

Oder ist die Beziehung gescheitert, weil beide Partner gemerkt haben, dass die Gefühle nicht mehr so stark sind wie sie einmal waren und die Entscheidung zu einer freundschaftlichen Trennung die beste ist. Nach einer freundschaftlichen Trennung tut das Herz wahrscheinlich weniger weh, denn man fühlt sich nicht betrogen und belogen, sondern war an der Entscheidung die Beziehung zu beenden, beteiligt. Das hilft bei der Trauer und bei der Verarbeitung einer Beziehung enorm, denn die Frage, warum alles so gekommen ist, wie es ist, wird wahrscheinlich weniger gestellt. 

Jeder Mensch fühlt und liebt anders und verarbeitet einen Verlust schneller oder langsamer. Die Zeit, wie lange jemand an Liebeskummer leidet, kann nicht vorhergesagt werden.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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