Berlin (ddp.djn). Die Wirtschaftskrise hat den Lehrstellenmarkt erfasst. Die Zeitung «Die Welt» (Freitagausgabe) berichtete vorab unter Berufung auf unveröffentlichte Berechnungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), bis Ende Mai seien 168 552 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden – 6,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei sei der Rückgang im Osten mit minus 10,2 Prozent deutlich stärker gewesen als im Westen mit minus 6,1 Prozent.

Auch die Abwrackprämie kostete bei KfZ Werkstätten mit Sicherheit die eine oder andere Lehrstelle aufgrund fehlender Werkstattaufträge.

Auch die Abwrackprämie kostete bei KfZ Werkstätten mit Sicherheit die eine oder andere Lehrstelle aufgrund fehlender Werkstattaufträge.

ZDH-Präsident Otto Kentzler sagte dem Blatt: «Nur wer jetzt weiter ausbildet, sichert die Leistungsfähigkeit seines Betriebes auch über die gegenwärtige Krise hinaus.» Die Zeitung schrieb, DIHK und ZDH wollten mit einem Fünf-Punkte-Aktionsplan gegen die Flaute am Ausbildungsmarkt ankämpfen. Unter anderen sollten Betriebe in Kurzarbeit bei der Ausbildung unterstützt werden. Zudem sollten Lehrlinge, deren Betrieb Insolvenz anmelden muss, von den Kammern umgehend weitervermittelt werden, damit sie ihre Lehre beenden können. Außerdem solle der Einsatz sogenannter ausbildungsbegleitender Hilfen ausgeweitet werden, um schwachen Schülern bessere Ausbildungschancen zu eröffnen.

Das von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) genannte Ziel von 600 000 neuen Ausbildungsabschlüssen für dieses Jahr sei nach Ansicht der Verbände schon aus demografischen Gründen unerreichbar, schrieb das Blatt. Vor allem im Osten seien die Schulabgängerzahlen stark rückläufig. DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann versicherte aber, die zentrale Aussage des 2004 geschlossenen Ausbildungspaktes werde man auch in der Krise einhalten: allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot auf Ausbildung zu machen.

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