Egal ob im Haushalt oder im Industrieunternehmen – technische Geräte haben in der Regel ein Ablaufdatum. Nach einiger Zeit sind Verschleißteile kaputt und das Gerät funktioniert nicht mehr einwandfrei. Leider sind Reparaturen von Waschmaschinen, Geschirrspülern und Kühlschränken eine teure Angelegenheit. Anstatt den Handwerker zu bezahlen, wird oft ein neues Gerät anschafft. Doch in der Industrie, wo ein Neukauf sogar Millionen Euro kosten kann, denkt man mittlerweile anders.

Was ist Retrofitting?

Genau genommen ist der Begriff aus zwei Worten zusammengesetzt – retro bedeutet so viel wie auf etwas zurückgreifen und fitting leitet sich vom bekannten Wort „fit“ ab – also einsatzfähig. Genau genommen handelt es sich bei der Wartung einer Maschine bereits um Retrofitting. Meist ältere Anlagen werden durch diesen Prozess erneuert. Dank der Verwendung neuer Technologien muss die Maschine nicht verschrottet werden, sondern leistet weitere Jahre wertvolle Dienste im Betrieb. Retrofitting kommt in vielen Industriezweigen zum Einsatz. Maschinen können durch das sogenannte Retrofitting wieder auf den neuesten Stand bringen (Quelle: H.G. Ridder Automatisierungs-GmbH).

Welche Gründe gibt es für Retrofitting?

Ist eine Anlage nicht mehr voll funktionstüchtig, muss eine weitreichende Entscheidung getroffen werden: nimmt man Retrofitting vor oder entschließt sich der Unternehmer für ein neues Gerät? Bei neuen Firmen wird diese Methode kaum eingesetzt, weil ja noch keine Betriebsanalagen vorhanden sind. Besonders Firmen, die schon seit vielen Jahren am Markt sind, profitieren von Retrofitting. Veraltete Maschinen verlangsamen den Fertigungsprozess, man kann mit der Zeit nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Sicherheit der Mitarbeiter – weisen Anlagen Mängel auf, kommt es leichter zu Unfällen. Um dieses Risiko zu minimieren, kann es erforderlich sein, die Geräte auf den neuesten Stand zu bringen. Außerdem erhöht Retrofitting die Lebenserwartung der Maschinen.

Welche Vorteile bietet Retrofitting

Das Update von Anlagen bietet dem Unternehmen zahlreiche Vorteile, unter anderem:

  • Kostenersparnis im Vergleich zum Neuerwerb
  • Mitarbeiter müssen kaum neu eingeschult werden, da sich Verfahrensabläufe nicht ändern
  • Maschine kann unter Umständen in der Firma bleiben – Transportkosten entfallen
  • Gesteigerte Produktion nach dem Retrofitting
  • Es sind oft keine Genehmigungsverfahren notwendig – aufwändige Bürokratie entfällt
  • Demontage ist nicht notwendig
  • Für den Betrieb müssen keine neuen Ersatzteile gekauft werden.

Ein weiterer wichtiger Pluspunkt betrifft den Umweltaspekt. Die Entsorgung von Hochleistungsmaschinen ist aufwändig. Wertvolle Rohstoffe und Maschinenteile müssen entsorgt werden. Der Müllberg wächst durch den ständigen Neukauf von Maschinen.

Was gilt es zu bedenken?

Möchte man eine Anlage oder Geräte im Unternehmen Retrofitting unterziehen, gibt es natürlich auch einige Nachteile. Schließlich fällt die Maschine wie bei jeder Reparatur für die Dauer des Retrofittings aus. So kann es zu Verzögerungen in der Produktion kommen. Daher ist der Zeitpunkt für die Maßnahme sorgfältig zu wählen. Möglicherweise müssen andere Anlagen den Ausfall kompensieren, was zu einer Mehrbelastung führt. Bevor man ein Unternehmen beauftragt, das sich auf Retrofitting spezialisiert hat, sollte man zunächst genau die Ziele analysieren. Dabei stellt sich die Frage, welche Maschinenteile veraltet sind und welchen Output man sich von der Modernisierung erwartet. Es macht Sinn, die Schwachstellen während des Betriebs genau schriftlich zu dokumentieren. Außerdem sollte man sich darüber Gedanken machen, ob eine Erweiterung der Funktionen der Anlage angedacht ist. Am besten setzt man sich mit jenen Mitarbeitern zusammen, die tagtäglich mit der Anlage arbeiten und betreibt umfangreiches Brainstorming. Damit am Ende der Sanierung keine böse finanzielle Überraschung wartet, lässt man sich einen detaillierten Kostenvoranschlag geben.

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Veröffentlicht von:

Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
Mail: redaktion@mittelstand-nachrichten.de

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