Kunststoffe dominieren den Verpackungsmarkt
Etwa 5,5 Millionen Tonnen Plastik werfen allein die Deutschen jedes Jahr auf den Müll. Der Kunststoffmüll kommt nicht nur durch die Plastiktüten zustande, von denen im Durchschnitt circa 70 Stück pro Kopf jährlich verbraucht werden. Mit 42,5 Prozent haben Kunsstoffe den größten Anteil an den Verpackungsmaterialien. Das Problem liegt darin, dass PP-, PE- und PET-Kunststoffe bis zu 500 Jahre brauchen, bis sie verrotten. Trotzdem werden weltweit jedes Jahr 288 Millionen Tonnen an Plastik produziert. Das begünstigt Umweltverschmutzung im großen Stil – bereits 270.000 Tonnen Plastikmüll treiben auf den Weltmeeren. In Oberberg hat die Qualität des Biomülls in den vergangenen Jahren erheblich abgenommen, weil Plastiktüten und andere Restabfälle in den Biotonnen landen.


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Mehr nachhaltige Verpackungsmaterialien sind gefragt
Ein Leben ganz ohne Plastik wäre ein konsequenter Schritt, um die Umwelt zu schonen. Das ist bei den hohen Mengen an Plasteverpackungen kaum möglich. Umweltschützer beschwören deshalb bereits seit Längerem den Wechsel zu Bioplastik. Der ökologische Vorteil liegt bei Bioplastik jedoch nicht eindeutig auf der Hand. Wie eine Studie des Bundesumweltamtes zeigt, kann Biokunststoffen zwar eine bessere Klimabilanz nachgewiesen werden, eine geringere Umweltbelastung erreicht man mit ihnen jedoch nicht. Bei ihrer Herstellung wird zum Beispiel mehr Feinstaub ausgestoßen.

Alternativen zu herkömmlicher Plastik gibt es bereits. So setzen immer mehr Folienwerke wie zum Beispiel das Folienwerk Wolfen auf vollständig biologisch abbaubare PLA-Folien, die mittlerweile auch für Lebensmittelverpackungen verwendet werden. PLA ist ein thermoplastischer Kunststoff, der aus der nachwachsenden Ressource Maisstärke hergestellt wird. Biologisch abbaubar wird PLA mit Hilfe von Mikroorganismen. Mit über 40 Prozent am aktuellen Marktvolumen macht PLA den größten Anteil im Markt der Biokunststoffe aus. Länger verbreitet sind zudem Verpackungen aus Cellulose wie Bagasse oder Palmblatt, der Markt wächst jedoch nur langsam und ist noch vergleichsweise klein. In diesem Jahr könnte Bioplastik zwei Prozent auf dem Verpackungsmarkt erreichen.

Plasteabfall lässt sich reduzieren
Dem Plastikwahn können Verbraucher im Alltag entgehen, indem sie beispielsweise bei ihren Einkäufen Stoffbeutel oder Shopper benutzen. Generell ist im Umgang mit Verpackungen ein Umdenken gefordert. Die strengen Hygienevorschriften der Lebensmittelindustrie lassen es nicht zu, dass Lebensmittel in den meisten Supermärkten mit eigenen Transportboxen und -dosen eingekauft werden. Verbraucher können dafür darauf achten, dass sie eher auf wieder verschließbare oder nachfüllbare Verpackungen zurückgreifen, andere Verpackungsmaterialien, etwa aus Glas bei Getränkeflaschen oder in PLA-Folien eingepackte Waren, wählen und auf doppelt in Plaste verpackte Produkte verzichten. Noch gibt es etwa zu viele Süßwaren, die jeweils einzeln verhüllt in einer Plastetüte angeboten werden. Wenn man nicht um Plaste herumkommt, bringt es schon viel in Sachen Umweltschutz, bei der Mülltrennung umsichtiger zu sein.

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