PolitikVerschiedenes

Opel-Betriebsratschef sieht Magna-Einstieg bei Opel auf gutem Weg

Hamburg/Rüsselsheim (ddp.djn). Bei den Milliardenbürgschaften für den angeschlagenen Autobauer Opel kann die Bundesregierung nach Angaben von Opel-Betriebsratschef Klaus Franz mit der Hilfe anderer EU-Länder rechnen. «Am Bürgschaftsrahmen von 4,5 Milliarden Euro werden sich in den nächsten Schritten auch die anderen europäischen Staaten mit Opel-Standorten beteiligen», sagte Franz der Wochenzeitung «Zeit» nach einer Vorabmeldung vom Mittwoch.

Opel teilte am Mittwoch in Rüsselsheim mit, das Unternehmen habe im Mai den vierten Monat in Folge den zweiten Platz in der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes belegt. Es seien 39 256 Fahrzeuge zugelassen worden. Ein Jahr zuvor seien es 24 987 gewesen. Von Januar bis Mai sei die Zahl der neu zugelassenen Autos gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 149 805 Fahrzeuge gestiegen. Damit unterstreiche Opel «seinen Anspruch, wieder eine führende Rolle auf dem deutschen Markt zu spielen».

Der geplante Einstieg des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna und dessen russischen Partner bei Opel ist nach Einschätzung von Betriebsratschef Franz auf einem guten Weg. «Magna hat eindeutig signalisiert, dass sie einsteigen wollen», sagte Franz am Mittwoch in Rüsselsheim. Zuvor hatte der Magna-Co-Vorsitzende Siegfried Wolf in einer außerordentlichen Betriebsversammlung mit rund 10 000 Opel-Mitarbeitern am Stammsitz in Rüsselsheim über den Einstieg von Magna und die Zukunft von Opel gesprochen. Der Manager zeigte sich zuversichtlich, dass die Verträge zur Opel-Übernahme in den kommenden vier bis fünf Wochen unterzeichnet werden können. «Letzte offene Punkte» seien aber noch zu klären. Einen Abschluss der geplanten Transaktion visiert Wolf für September an.

Laut Franz werden sowohl das Unternehmen als auch die Arbeitnehmer einen «harten Weg» vor sich haben. Vor allem für die Werke in Luton (Großbritannien), Antwerpen (Belgien) und dem nordrhein-westfälischen Bochum werde die Zukunft wohl eine «harte Nuss». Ziel des Betriebsrates ist es nach seiner Aussage, im Zuge der Opel-Umstrukturierung Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Ob diese Ziele jedoch erreichbar seien, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher, so Franz.

Zeige mehr
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"