Berlin bleibt weiterhin das Zentrum für Kfz-Kriminalität – so lautet ein Ergebnis des aktuellen Bundeslagebildes zur Kfz-Kriminalität des Bundeskriminalamtes (BKA). Dennoch sei letzterem zufolge die Zahl der Autodiebstähle im vergangenen Jahr deutschlandweit leicht zurückgegangen. Die meisten Pkws wurden in den neuen Bundesländern gestohlen.

Ein zentrales Ergebnis des neusten Bundeslagebildes „Kfz-Kriminalität“ ist, dass die Zahl der dauerhaft abhandengekommenen Pkw in 2017 geringfügig zurückgegangen ist. Waren in 2016 noch 19.194 Fahrzeuge am Jahresende immer noch zur Fahndung ausgeschrieben, so betrug diese Zahl im vergangenen Jahr 19.026 Pkw. Zum Vergleich: In 2013 lag die Zahl noch bei 19.395. Demgegenüber ist die Anzahl der Gesamtfahndungsnotierungen in 2017 von 35.002 auf 36.580 Fahrzeuge angestiegen. Daten für die Höhe der in 2017 verursachten Schäden liegen zurzeit noch nicht vor; in 2016 belief sich die Summe laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) jedenfalls auf knapp 299 Mio. Euro und lag damit um rund 10 % über dem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre.

Deutsche Marken besonders betroffen

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Besonders wenig Glück scheinen indes Besitzer der deutschen Kfz-Marken VW, Audi, BMW und Mercedes zu haben. Auf sie entfielen in 2017 rund 62 % aller Fahndungsnotierungen zu dauerhaft abhanden gekommen Pkw. Die Statistik wird dabei mit 3.782 Fahrzeugen von Volkswagen angeführt. Audi (3.275), BMW (2.640) und Mercedes (2.052) folgen auf den Plätzen zwei, drei und vier – das Qualitätslabel »Made in Germany« scheint eben auch bei Dieben hoch im Kurs zu stehen. Ob die Kfz-Kriminalitätsstatistik damit wohl auch Aussagen über die Qualität der Fahrzeuge zulässt? Der Hersteller Renault (mit 415 Fahrzeugen auf dem letzten Platz) würde hier jedenfalls keine gute Figur machen. Aber nichts für ungut.

Am stärksten von Diebstählen betroffen waren somit vor allem hochpreisige Marken marktführender Fahrzeughersteller. Auffällig ist zudem, dass bei den Herstellern Toyota und Mazda überwiegend sogenannte Sport Utility Vehicles (SUVs) entwendet wurden. Dies scheint mit der aktuellen allgemeinen Präferenz vieler Fahrzeugnutzer für diese Fahrzeugtypen zu korrespondieren. Erklärungsbedürftig hingegen ist, warum ausgerechnet vor allem jene Marken im Fokus der Diebe stehen.

Im Übrigen: Wer sein Fahrzeug gesondert absichern möchte, ist gut beraten, ein spezifisches System zur Fahrzeugortung zu verwenden. Mit dessen Hilfe lassen sich Fahrzeuge weitaus schneller auffinden und sicherstellen. Voraussetzung ist freilich, dass das System von den Fahrzeugdieben nicht erkannt und ausgebaut respektive abgeschaltet wird.

Die meisten Fahrzeugdiebstähle in der Hauptstadt und in Ostdeutschland

Trotz der mit 5,4 % gegenüber 2016 geringfügig gesunkenen Diebstahlquoten, bleibt der Stadtstaat Berlin hinsichtlich der Belastungszahlen bei Autodiebstählen auch weiterhin statistisch führend. Laut dem BKA hänge dies schlicht damit zusammen, dass die geografische Lage Berlins einen schnellen Transport des Diebesgutes nach Osteuropa ermögliche. Ähnlich hoch wie in der Hauptstadt (4.620) sind die Belastungszahlen ferner noch in Nordrhein-Westfalen (4.249). Wie diese Zahl allerdings erklärt werden kann, ist noch ein Rätsel. Auf den Plätzen drei und vier folgen mit großem Abstand die Bundesländer Brandenburg (1.428) und Sachsen (1.303). Damit ist klar: Die ostdeutschen Bundesländer sind deutlich stärker von Autodiebstäh-len betroffen als die westlichen.

Zur Info:

Das Bundeslagebild „Kfz-Kriminalität“ ist ein vom BKA jährlich publizierter Bericht zur Entwicklung der Kfz-Kriminalität in Deutschland. Er basiert auf Daten des Informationssystems der Polizei (INPOL-Sachfahndung), der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), der großen deutschen Fahrzeugvermietungsunternehmen sowie des Ge-samtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Der vollständige Bericht zur Kfz-Kriminalität kann auf der Webseite des BKA eingesehen werden.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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