Wir leben heute in einer Welt, in der die Warenvielfalt so groß ist wie nie zu vor. Die Logistikbranche ist dafür verantwortlich, dass diese Waren auch weltweit verfügbar sind. Auch die Post, der Paketverkehr, die Belieferung von Tankstellen mit Benzin oder Konzert- und Großveranstaltungen mit Bühnenequipment erfordern eine Menge logistischer Prozesse, um ordnungsgemäß zu funktionieren. Die Lieferung von Elektronik aus China, Kleidung aus Bangladesch, deutscher Autos nach Saudi-Arabien oder auch der innerdeutsche Warenverkehr, ist immer auf Logistikexperten angewiesen, um das Ziel sicher und unbeschadet zu erreichen.

Ohne Logistik geht nichts mehr

Foto: delphinmedia / pixabay.com

Nie wurde so viel versendet wie heute, fast jeder zweite Haushalt bestellt Waren regelmäßig im Internet. Auch und gerade der Online-Handel hat ein Wachstum der Logistikbranche nötig gemacht. Amazon testet derzeit Warenlieferung per Drohne, um für die zukünftigen Entwicklungen zu wappnen und neue Wege in der Logistik einzuschlagen. Rein technisch ist das heute schon möglich aber nicht im großen Stil. Neben dem Online-Handel und dem damit einhergehenden erhöhten Paketaufkommen ist vor allem die voranschreitende Globalisierung der wohl größte Treiber der Logistikbranche. Die gesamte Logistikbranche ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und gilt als eine der aktuellen Boombranchen. Die Umsätze der gesamten Branche steigen jedes Jahr kontinuierlich.

Wirtschaftliche Bedeutung

Hierzulande rangiert die Branche auf Platz drei, hinter der Automobilindustrie und dem Handel. Gleich zwei der weltweit größten Logistikunternehmen, die Deutsche Bahn und die Deutsche Post sind in Deutschland ansässig. Jedes Jahr werden knapp 300 Milliarden Euro branchenübergreifend erwirtschaftet. Dabei besteht nur etwa die Hälfte aller logistischen Leistungen in Deutschland in sichtbarer Bewegung von Gütern auf dem Wasser, der Straße oder in der Luft, die andere Hälfte entfällt auf Planung, Steuerung und Umsetzung der Logistikprozesse. Begünstigend wirkt sich auf Deutschland zum einen die zentrale Lage innerhalb Europas aus, zum anderen auch die gut ausgebaute Infrastruktur. Neben den Verkehrswegen zählt vor allem auch die digitale Infrastruktur dazu, ohne welche moderne Logistik gar nicht mehr vorstellbar ist. Auch der Wettbewerb innerhalb der Branche hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In Deutschland sorgen etwa 60.000 Beschäftigte, in überwiegend mittelständischen Unternehmen wie dem Traditionsunternehmen VS Logistics dafür, dass Waren jeden Tag ihren Weg zum Ziel finden.

Ausblick

Die Logistikbranche muss zukünftig zum einen das erhöhte Handelsvolumen stemmen, zum anderen auch auf Herausforderungen wie potenzielle Einschränkungen im internationalen Handel reagieren können. Der Ausbau der neuen Seidenstraße, welche Europa mit Mittelasien verbinden soll, wird wohl eines der spannendsten Projekte werden. Langfristig wird China wohl Logistik-Weltmeister werden und sich die Weltwirtschaft in den asiatisch-pazifischen Raum verlagern. Dort ist das Potenzial für die Gesamtbranche sehr hoch, neue Transportwege werden benötigt, um Asien mit Afrika und Südamerika zu verbinden.

In Zukunft werden sich Logistikdienstleister sicherlich auf noch komplexere Logistikabläufe einstellen müssen, vor allem der Transport von kleinen Paketsendungen an Verbraucher wird weiterhin stark zunehmen, dementsprechend auch die Retourenlieferungen. Auch werden Verbraucher langfristig immer kürzere Lieferzeiten verlangen und möglichst auch einen genauen Liefertermin bevorzugen. Der Automatisierungsgrad wird unweigerlich steigen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Schon jetzt ist für viele Verbraucher nicht mehr nur das Angebot alleine ein Grund für eine Kaufentscheidung, sondern die angenehmste Lieferoption. Ob und wann wir zukünftig mit Drohnen beliefert werden oder nicht, bleibt abzuwarten.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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