Das Nachhaltigkeitsmanagement nimmt einen immer größeren Stellenwert in der Unternehmensplanung ein. Dabei geht es nicht nur darum, besonders effektiv Kosten einzusparen und das Firmenimage aufzubessern, wie es viele Kritiker behaupten. Nachhaltigkeit betrifft vor allem das Kerngeschäft und zielt auf einen bewussteren und effektiveren Umgang mit endlichen ökologischen, ökonomischen sowie sozialen Ressourcen ab.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit

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Foto: pixabay

Natürlich vorkommende Ressourcen wie Rohöl oder Metalle sind endlich und sind teilweise in einigen wenigen Jahren bereits erschöpft. Doch auch Rohstoffe wie Holz oder Wasser sind wichtige Faktoren, die durch intensives Wirtschaften stark geschädigt werden. Kleine wie große Unternehmen stehen hier in der Pflicht, in kurzer Zeit einen nachhaltigen Umgang mit diesen Ressourcen zu schaffen. Wirtschaftliche, ökologische und soziale Ressourcen müssen effektiv ausgenutzt und der Umgang durch veränderte Prozesse in Produktion, Verwaltung und Logistik optimiert werden. Und auch die Politik nimmt Unternehmen immer stärker in die Pflicht. 2005 rief daher die EU-Kommission die europäische Wirtschaft auf, ihre Verantwortung gegenüber Mensch und Gesellschaft aktiv anzugehen. Es wird dabei auf effektivere, ökologisch verträglichere und sozial gerechtere Entwicklungen abgezielt, um nachhaltig verschiedene Ressourcen auch für zukünftige Generationen zu wahren. Corporate Social Responsibility und Corporate Sustainability (unternehmerische soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit) sind hierbei seit Jahren feste Themen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit veröffentlichte dazu das Handbuch “Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen“, welches sich als “Ideenspender, Impulsgeber und Nachschlagewerk” versteht.

Hier geht das B2B-Unternehmen KAISER+KRAFT mit gutem Beispiel voran. Das Unternehmen hat die Nachhaltigkeit zum zentralen Thema in der Unternehmensphilosophie gemacht. So gibt die TAKKT AG, der KAISER+KRAFT angehört, regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht heraus, der transparent verschiedene Optimierungsmaßnahmen mit Fakten darlegt. Zu diesen Maßnahmen gehören mitunter feste lokale Umgebungen für die Mitarbeiter und die Einbindung in verschiedene soziale Projekte. Daneben wird versucht, die Klimabilanz mit einem CO2-neutralen Versand zu verbessern.

Voraussetzungen schaffen

Doch Nachhaltigkeit im Unternehmen bedeutet nicht nur, den CO2-Ausstoß so gering wie möglich zu halten. Das Unternehmen ist eine hochkomplexe Organisation mit diversen ineinander verzahnten Prozessen. Es bieten sich daher an verschiedensten Punkten Ansatzmöglichkeiten für ökonomische wie sozial verträgliche nachhaltige Maßnahmen. Ein international gültiger Ansatzpunkt stellt die ISO 14001 dar. Die ISO 14001 ist eine internationale Umweltmanagementnorm und legt verschiedene Anforderungen für ein effektives Umweltmanagementsystem fest. Ziel dabei ist ein fortschreitender Verbesserungsprozess in der Umweltbilanz einer Organisation oder eines Unternehmens, dem die “Plan-Do-Check-Act”-Methode (PDCA) zugrunde liegt:

• Die Planung betrifft Ziele und Prozesse einer Institution.
• Im nächsten Schritt werden diese Planungen real umgesetzt.
• Kontrollen während und nach diesen Ausführungen überprüfen den tatsächlichen Erfolg, dabei wird der in der Planungsphase gesetzte Soll- mit dem aktuellen Ist-Zustand verglichen.
• Die letzte Phase der Optimierung setzt an diesen Ergebnissen an und passt die veränderten Prozesse – falls notwendig und möglich – nochmals an.

Es ist zu erkennen, dass die Nachhaltigkeitspolitik eher ein zirkulärer Prozess ist, in dem erkannte Missstände immer wieder zu neuen Planungen und Anpassungen führt, die kontinuierlich in Hinblick auf die gesetzten Umweltziele kontrolliert werden.

Möglichkeiten ergreifen

Wo aber liegen nun ganz konkret die Möglichkeiten zur Nachhaltigkeit? Wie bereits erwähnt, sind Unternehmen hochkomplexe Organisationen mit ganz individuellen Prozessen. Eine allgemeingültige Lösung gibt es daher nicht. Doch für jedes Unternehmen bieten sich in folgenden Punkten verschiedene Ansatzmöglichkeiten:

• Marketing
• Energiewirtschaft
• Produktion
• Logistik
• soziales Engagement

Ein Unternehmen kann beispielsweise in regenerative Energien investieren und seinen eigenen Energiehaushalt effektiver gestalten: etwa mit Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Wärmespeicher, eigenes Windkraftrad o.ä. Dazu zählt aber auch ein niedrigerer Energieverbrauch durch effizientere Produktionsprozesse und energieeffiziente Geräte. Auch die Logistik bietet viel Spielraum. So können kürzere Transportwege durch lokale Zulieferer sowie weniger bzw. besser geplante Dienstfahrten den CO2-Haushalt positiv beeinflussen. Prozessoptimierung in der Produktion führt meist zu kürzeren Arbeitszeiten, weniger Ausfällen und somit weniger ressourcenintensive Stilllegungen.

Erfolgreiche Kommunikation

Vor der eigentlichen Implementierung ist es aber besonders wichtig, gesetzte Umweltziele klar zu definieren und in allen Unternehmensebenen verständlich zu kommunizieren. Nachhaltigkeitsmanagement bedeutet große Veränderungen in allen Prozessen, Gegenwind aus dem Vorstand oder von den Mitarbeitern ist da völlig normal. Die Mitarbeiter müssen in den Planungs- und Umsetzungsprozess aktiv mit einbezogen werden, vor allem aber bedarf es schlüssiger Erklärungen, um Reaktanzen vorzubeugen. Nur so gelingt ein nachhaltiges Wirtschaften auf lange Sicht und ohne wirtschaftliche Einbußen.

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Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist Gründer der Mittelstand-Nachrichten und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist unter redaktion@mittelstand-nachrichten.de in der Redaktion erreichbar.
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