Die Ladegeschwindigkeit ist bis heute eines der Hauptprobleme für Elektroautos. Besserung ist in Aussicht, allerdings noch nicht so verbreitet, wie es nötig wäre.

Elektromobilität als Indikator für Fortschritt

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Der durchschnittliche Autofahrer ist noch recht analog unterwegs. Allerdings deutet sich der Wandel bereits am Horizont an: Elektro- statt Verbrennungsmotoren, Online-Vernetzung statt Radio-Antenne, Touch-Displays statt Plastik-Bedienknöpfe und eines Tages sogar eine Software, die das Auto selber steuert. Bis all dies flächendeckend zum Standard geworden ist, werden noch einige Jahre vergehen. Umso interessanter ist es, zwischendurch die vielen kleinen Schritte zu beobachten, auch wenn die Gesetzeslage ein ums andere Mal als Bremse in Erscheinung tritt.

So greift das Internet schon heute auf ganz verschiedenen Ebenen ein. Nicht nur, dass Dienste wie Google Maps die klassische Straßenkarte längst ersetzt haben, ändern sich auch die Rahmenbedingungen stetig. Neue Geschäftsmodelle helfen teilweise sogar aus der Klemme, etwa Fahrern, die kürzlich geblitzt wurden und auf Plattformen wie myright.de kostenlos professionellen Rechtsbeistand finden – mit erstaunlich hoher Erfolgsquote.

Auch in der beginnenden Ära der Elektromobilität werden solche Dienste ihren Platz finden. Die Probleme, die die Verbreitung momentan noch einschränken, sind eher technischer Natur. Es gibt noch nicht ausreichend Ladesäulen und an den vorhandenen Stationen dauert das Laden zu lang. Wer nicht über eine eigene Garage verfügt, um das Auto dort jede Nacht aufzuladen, für den ist die Anschaffung eines Elektroautos nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Immerhin bahnt sich in diesem Punkt der nächste Schritt an: So baut die erste Tankstellenkette nun Stationen für ultraschnelles Laden, genug Strom für 100 Kilometer soll in nur sechs Minuten durch die Leitung fließen.

Auf das Silicon Valley kommt es an – aber nicht nur

Und weitere Ausbaustufen sind möglich. Die derzeitige Leistung von 160 kW kann per Upgrade auf 320 kW verdoppelt werden, sodass bis zu 80 Prozent einer Akkuladung in maximal einer Viertelstunde ihren Weg in den Speicher finden. Mit solchen Zahlen wären viele praktische Probleme bereits gelöst, allerdings sind Ladesäulen dieser Kategorie noch rar gesät. Eine zügige Verbreitung wäre wünschenswert, kann aber nur innerhalb bestimmter Grenzen stattfinden.

Um diese zu erweitern, wird es wie nicht zuletzt auf die Innovationskraft des Silicon Valley ankommen. Dort sitzt mit Tesla der wohl wichtigste Pionier der Elektromobilität und wie eine Studie kürzlich herausstellte, sind die Kalifornier auch für die Meinungsbildung ein unverzichtbarer Faktor. Das soll die Verantwortung anderer globaler Marken nicht mindern: Deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz und BMW haben sich dem E-Zug längst angeschlossen und angesichts der finanziellen und strategischen Möglichkeiten sollte der Ausbau der Infrastruktur mittelfristig möglich sein, im Idealfall als Resultat einer großen, gemeinsamen Anstrengung.

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Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de
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