Die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden des deutschen Mittelwerte-Index MDAX sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben – im Gegensatz dazu stehen die Gehälter der DAX30 Vorstandschefs, die in diesem Jahr eine Steigerungsrate von satten 7,7 Prozent verbuchen können. Insgesamt haben die im MDAX notierten Unternehmen ihren Vorständen eine Vergütung in Höhe von rund 330 Millionen Euro ausgezahlt. Diese Zahlen entstammen der aktuellen Studie der Personal- und Managementberatung Kienbaum, die die Vergütung der im Börsensegment MDAX notierten Gesellschaften mit Sitz in Deutschland untersucht hat.

Distanz zum DAX30 deutlich zu spüren
„Die Vorstandsvorsitzenden des zweitgrößten deutschen Index verdienen mit einer durchschnittlichen Gesamtdirektvergütung von 2,5 Millionen Euro deutlich weniger als die Chefs des DAX30, die 6,2 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Aber auch im MDAX gibt es mittlerweile mit Pieter Haas von CECONOMY und Matthias Zachert von LANXESS bereits zwei Vorstands-vorsitzende, die diese Marke mit 6,7 Millionen Euro überschreiten, beziehungsweise mit 5,1 Millionen immerhin daran kratzen”, hat Sebastian Pacher, Vergütungsexperte bei Kienbaum, im Verlauf der Untersuchung festgestellt. In den Top 5 der bestverdienenden CEOs folgen die Vorstandsvorsitzenden von Fielmann (4,9 Millionen Euro), Covestro (4,8 Millionen Euro) und der KION Group (4,8 Millionen Euro). Am unteren Ende der Gehaltsliste erscheinen in diesem Jahr die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Pfandbriefbank mit 549.000 Euro, der Deutschen Euro Shop mit 580.000 Euro und von Gerresheimer mit 951.000 Euro. Die Millionengrenze überschreiten dagegen die Chefs der Metro (1 Million Euro) und von K+S (1,1 Million Euro).

Auch hinsichtlich der Vergütungsstruktur zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen DAX30 und MDAX. Für die Vorstandsvorsitzenden des MDAX liegt der Anteil der zugeflossenen Grundvergütung an der Gesamtdirektvergütung im Durchschnitt bei 44 Prozent, während die Vorstände der DAX30 Unternehmen hier lediglich 30 Prozent bekommen.

Vorstandschefs erhalten doppelt so hohe Vergütung wie ordentliche Mitglieder
Ein Vorstandsvorsitzender erhält im MDAX im Vergleich zu den ordentlichen Vorstandsmitgliedern eine nahezu doppelt so hohe Gesamtdirektvergütung. Die ordentlichen Vorstandsmitglieder erhalten im Durchschnitt rund 1,3 Millionen Euro Gesamtdirektvergütung. Damit vergüten die im zweitgrößten deutschen Index gelisteten Unternehmen deutlich unter dem Durchschnittsgehalt eines Vorstands im DAX30 mit 2,7 Millionen Euro. Dazu Sebastian Pacher: „In Summe erhalten die insgesamt 187 Vorstandsmitglieder der MDAX Unternehmen rund 330 Millionen Euro. Die insgesamt 190 Vorstandsmitglieder des DAX30 erhalten mit insgesamt 640 Millionen Euro beinahe doppelt so viel.”

Vergütungssysteme weiterhin zu komplex
Die Analyse der Vergütungssysteme, die Teil der Kienbaum-Studie ist, ergab, dass auch in diesem Jahr die variable Vergütung in den Vorstandsetagen nahezu ausschließlich an den operativen Ergebnissen der Unternehmen gemessen wird. „Schon im vergangenen Jahr haben wir die hohe Komplexität der Vergütungssysteme der MDAX Vorstände bemängelt, und auch dieses Jahr gibt es leider keine spürbare Vereinfachung”, meint Sebastian Pacher, und ergänzt: „Für Aufsichtsräte und Investoren steht eine transparente und nachvollziehbare Struktur der Vergütungsmodelle weiterhin im Hauptfokus ihrer Tätigkeit.”

Quelle: Kienbaum Consultants International

Veröffentlicht von:

Despina Tagkalidou

Despina Tagkalidou ist Mitglied in der MiNa-Redaktion und schreibt über Wirtschaftsverbände, Macher im Mittelstand, Produkte + Dienstleistungen, Digitale Wirtschaft und Familienunternehmer.
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