Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, den ersten Gehaltszettel in der Hand zu halten. Plötzlich scheinen einige materielle Träume gar nicht mehr so fern. Doch Vorsicht – nicht alles auf einmal ausgeben! Denn nicht nur das Plus auf dem Konto wächst, sondern auch die mit dem Berufsstart verbundenen Verantwortungen: das erste Mal gegen bestimmte Risiken absichern, Steuern zahlen, die erste eigene Wohnung beziehen und noch vieles mehr. Neben all diesen Verpflichtungen steht dann auch die erste Zeit im ersten richtigen Job bevor. Doch was tun, wenn die Arbeit anders wird, als man sie sich vorgestellt hat?

Eigene Erwartungen überprüfen

Heutzutage haben sich die Ansprüche an den Beruf verschoben. Sicherheit und Geld stehen nicht mehr an erster Stelle, sondern auch Faktoren wie Vereinbarkeit mit dem Privatleben und vor allem Spaß an der Arbeit. Keine Frage, diese Faktoren sind wichtig. Dennoch sollten Berufsanfänger nicht mit unrealistischen Vorstellungen in den Berufsalltag starten. Selbst wenn der Job perfekt scheint, wird es auch hier mal schlechte Phasen geben, neue Aufgaben oder neue Kollegen einen vor Herausforderungen stellen. Das ist normal und gehört zum Berufsleben dazu. Niemand sollte daher unerreichbaren Idealen hinterherlaufen und stattdessen auch mal Kompromisse schließen.

Zu Beginn fällt das Gehalt recht gering aus? Dafür fallen vielleicht aber keine Überstunden an. Es gibt Kollegen, die etwas anstrengend sind? Dafür gibt es andere Mitarbeiter, auf die man sich verlassen und mit denen man in der Mittagspause gemeinsam abschalten kann. Wer im Beruf von allem ein bisschen, aber von keinem zu viel erwartet, wird seltener enttäuscht.

Nicht nur den anderen die Schuld geben

Sollten die Störfaktoren dennoch einen großen Teil des Berufsalltags einnehmen, sollten Betroffene allerdings nicht nur die Schuld bei den anderen suchen. Unzufriedene Berufsanfänger sollten sich fragen: Was kann ich selbst tun, um die Situation zu verbessern? Anstatt sich also über anstrengende Kunden, nervige Kollegen oder zu kurze Deadlines aufzuregen, sollte man handeln.

Um eine bessere Arbeitsatmosphäre unter Kollegen zu schaffen, gehört manchmal ein offenes Gespräch dazu – gern auch in einem ungezwungenen Rahmen im Biergarten nach der Arbeit. Um Stress zu reduzieren, sollte man die eigenen Arbeitsprozesse reflektieren und schauen, ob die Aufgaben besser verteilt und priorisiert werden können.

Fehlende Energie

Gerade zu Beginn des neuen Jobs kann eine 40-Stunden-Woche besonders schlauchen. Früh aufstehen, den ganzen Tag arbeiten, und am Abend warten zu Hause noch der Haushalt und andere Verpflichtungen. Um vom Stress abschalten zu können, sollte man darauf achten, die Freizeit nach der Arbeit zu genießen und ausreichend Bewegung in den Alltag zu integrieren.

Zwar haben Berufseinsteiger sich auch nach einer gewissen Zeit an den Berufsalltag gewöhnt, doch bis dahin hilft es, die Woche genau zu planen: Montags und mittwochs geht es ins Fitnessstudio, dienstags und donnerstags hält man sich für Freunde und Familie frei oder man nutzt sie, um mal für sich allein zu sein, und ab freitags kümmert man sich um alle anderen Dinge wie Haushalt, Einkauf und Papierkram.

Nicht zu schnell aufgeben

Auch wenn der Berufsstart sich als etwas ganz anderes entpuppt, als man es sich vorgestellt hat, sollte man nicht zu schnell aufgeben. In den ersten Wochen sind Berufseinsteiger womöglich erst einmal mit der neuen Situation überfordert – nach ein bis zwei Monaten sieht die Welt schon wieder anders aus. Wenn der Frust auch nach der Eingewöhnungszeit nicht nachlässt, sollte man sich um Lösungen bemühen, bevor man an eine Kündigung denkt.


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Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche

Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: redaktion@mittelstand-nachrichten.de