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Zinsen für Immobilienkredite nahe Rekordtief

München – Mit der heutigen Entscheidung, ab März 2015 bis September 2016 Staatsanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro pro Monat zu kaufen, ist die Europäische Zentralbank einen historischen Schritt gegangen. „Die EZB betritt mit dem Ankauf von Staatsanleihen Neuland. Entsprechend groß sind die Fragezeichen unter den Marktteilnehmern, was mögliche Auswirkungen angeht. Aufgrund dieser Unsicherheiten sind in den kommenden Wochen stärkere Schwankungen möglich. In den letzten Tagen sind die Konditionen um 0,15 Prozentpunkte bei zehnjährigen Baudarlehen gestiegen”, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp, Deutschlands führendem Vermittler privater Baufinanzierungen. Für eine generelle Trendumkehr gibt es jedoch keine Anzeichen. Die Bestkonditionen für zehnjährige Immobilienkredite liegen bei 1,3 Prozent effektiv, das ist weiter historisch günstig.

Wie eine Untersuchung der Konditionen unter rund 400 Anbietern ergeben hat, bewegten sich die Konditionen für Immobilienkredite in Höhe von 100.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung am Tag der EZB-Sitzung zwischen 1,3 und 2,0 Prozent. Die Schwankungsbreite könnte jedoch kurzfristig zunehmen. Kreditnehmer sollten daher verschiedene Angebote einholen.

„In den vergangenen Monaten wurden die Zinsen für Immobilienkredite maßgeblich von der schwachen Konjunktur in Europa, der Deflationsangst und der Tatsache beeinflusst, dass Investoren Deutschland für einen sicheren Hafen halten. Das hat die Renditen für deutsche Staatsanleihen und Pfandbriefe auf ein Rekordtief gedrückt – und damit auch die Zinsen für Immobiliendarlehen”, sagt Goris. An den grundlegend sehr attraktiven Finanzierungsbedingungen für Immobilienkäufer ändert der heutige EZB-Beschluss nichts.

„Immobilienkäufer mit konkretem Finanzierungsbedarf sollten ihre Finanzierung jetzt schnüren. Die Bedingungen sind ausgezeichnet”, sagt Goris. Mit einer Monatsrate von 1.000 Euro lässt sich derzeit ein Darlehen von 280.000 Euro bedienen – inklusive einer dreiprozentigen Anfangstilgung, womit der Käufer innerhalb von 28 Jahren Schuldenfreiheit erreicht.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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Ein Kommentar

  1. Die Formulierung “die EZB betrete Neuland” ist mir deutlich zu diplomatisch und beschönigend. Fakt ist: Die EZB bricht damit Recht und verstößt eindeutig gegen völkerrechtliche Verträge der Euroteilnehmer. Die EZB handelt eben nicht mehr unabhängig. Die EZB macht damit keine Geldpolitik mehr sondern unterstützt verbotener Weise die Finanzpolitik der Staaten.

    Die sogenannten Deflationsängste sind vorgeschoben. Wir haben derzeit noch eine niedrige Inflation, die auch wegen der fallenden Ölpreises und der Rezession in den Südstaaten niedrig ist. Fakt ist: die Geldmenge ist um Faktoren zu hoch. Kredite sind zu billig. Das führt abgesehen von langfristigen Inflationsrisiken zu Blasenbildungen bei Sachwerten. Die Blasen werden irgendwann platzen und Schäden verursachen.

    Der Export kann von noch schlechteren Eurokursen auch nicht mehr profitieren. Der Eurokurs ist ohnehin schon zu niedrig. Wer sich jetzt keine deutschen Produkte leisten kann, dem hilft auch kein noch niedriger Euro. Die Importindustrie und die Arbeitnehmer sind die Opfer dieser Umverteilung. Die Kaufkraft sinkt weiter. Die Subventionierung des Exportes muss ein Ende haben. Die Südstaaten werden von Deutschland egoistisch ausgebeutet.

    Opfer sind vor allem die Sparer. Über 90% der Menschen in Deutschland legen ihr Geld festverzinslich an. Hier findet eine Umverteilung zwischen Sparern auf der einen Seite und Kreditnehmern insb. den Staaten auf der anderen Seite statt.

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