Finanzen

Warum Konjunkturoptimismus und Anlegervertrauen in der Eurozone auch weiterhin stark bleiben

Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage in der Eurozone könnte man meinen, dass Anleger und Unternehmen diesen Sektor abgeschrieben hätten und stattdessen eine weitaus risikoärmere Strategie verfolgten. Die Sorge über Chinas Wachstum und die Krise in Griechenland haben schließlich zu großer Volatilität in der Region geführt. Gleichzeitig haben auch die Aussichten auf ein drittes Finanzrettungspaket die Ängste nicht schmälern können.

Und dennoch bleiben Konjunkturoptimismus und Anlegervertrauen in der Eurozone weiterhin stabil, glaubt man dem kürzlich veröffentlichen Ifo Geschäftsklimaindex, der die Stimmung im deutschen Handel misst und einen erheblichen Anstieg verzeichnen konnte: Im September wurde ein Wert von 108,5 erreicht. Dieser Wert unterstrich nicht nur das Gefühl einer stabilen Zuversicht in der Region, sondern übertraf auch alle Erwartungen, denn Experten hatten einen Rückgang auf einen Wert von 108 prognostiziert, wobei dies von vielen als relativ zurückhaltende Prognose gewertet wurde.

Was sagt dies bezüglich der deutschen Wirtschaft aus?

Die Tatsache, dass deutsche Unternehmen hinsichtlich zukünftiger Geschäftsentwicklungen von gesteigertem Optimismus berichteten, ist nicht nur eine Überraschung, sondern unterstreicht auch die Stärke der deutschen Wirtschaft. In Bezug auf Beständigkeit und wirtschaftliche Stärke in den schlimmsten Krisenzeiten in der Eurozone ist und bleibt Deutschland – abgesehen von gelegentlichen Schwächen inmitten tiefster Rezession – auch weiterhin eine Leitfigur. Die Tatsache, dass das Land bei der Finanzierung mehrerer Rettungspakte für Griechenland eine entscheidende Rolle gespielt hat, ist ebenfalls bezeichnend für eine starke Wirtschaft, die dank einer dynamischen Fertigungsindustrie floriert.

Trotzdem stellt der Anstieg des Ifo-Index im gegenwärtigen Klima eine Überraschung dar. Die Kombination aus Chinas Konjunkturrückgang und Griechenlands Finanzkrise sollte für Anleger und Unternehmensbesitzer eigentlich einen schwächenden Gegenwind darstellen und gleichzeitig zu einem deutlich zurückhaltenderen Ansatz in puncto Geschäftsausgaben führen. Stattdessen ist die Antwort vergleichbar mit der Reaktion, die während der Zeit der Fiskalklippe und der kurzzeitigen amerikanischen Haushaltskrise im Jahr 2013 beobachtet wurde: Unternehmen erholten sich und Anleger waren gegenüber kurzlebigen Trends immun.

Welche Faktoren treiben das anhaltende und stabile Wachstum in Deutschland an?

Gerade hier zeigt sich, inwieweit anhaltende wirtschaftliche Volatilität das Denken der Anleger und Unternehmensbesitzer beeinflusst hat. Viele Anleger und Unternehmensbesitzer stehen kurzzeitiger Volatilität und plötzlichen Marktschwankungen recht gelassen gegenüber und informieren sich mit Nachrichten in Echtzeit und Analyseinstrumenten von FXPro, um so langfristige Handelsgeschäfte und Investments zu tätigen. Somit halten sie sich an die allgemeinen Prinzipien volatiler Finanzmärkte wie dem Devisenmarkt und diversifizieren gleichzeitig ihr Portfolio, um beständiges und kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen.

Darüber hinaus gibt es noch andere Faktoren, die berücksichtigt werden sollten, und auch die überzogenen Erwartungen innerhalb der Automobilbranche tragen zu einer verbesserten Zuversicht innerhalb der Fertigungsindustrie bei. Die stabile Leistung des Euro stellt für Devisenhändler in Deutschland ebenfalls einen Anreiz dar, da der US Dollar (USD) inmitten weitreichender globaler Probleme schwächelt und günstigere Währungen für risikoscheue Anleger immer attraktiver werden. Währungen wie der Euro und der in der Vergangenheit angeschlagene Yen sind seit gedeckelten Zinssätzen infolge konjunkturfördernder Maßnahmen günstiger geworden und haben somit im Vergleich zu riskanteren Anlagen in volatilen Wirtschaftslagen einen höheren Wert.

Entscheidend: Die unmittelbare Zukunft und Probleme, die Deutschlands ökonomisches Wachstum hindern könnten

Derzeit scheinen Stimmung und Zuversicht in Deutschland auch weiterhin ungetrübt und hoch, was für Unternehmensbesitzer und Anleger – insbesondere solche, die auch künftig Interesse an anspruchsvollen und volatilen Märkten wie dem Devisenmarkt zeigen – eine äußerst gute Nachrichten darstellt. Da das Handelsvolumen und die Nachfrage auf diesen Märkten während dieser Phase der Unsicherheit dennoch hoch bleiben werden, stehen die Chancen gut, dass Deutschland in puncto stabiler und belastbarer wirtschaftlicher Erholung auch weiterhin eine führende Rolle einnehmen wird.

Dies spiegelt sich auch in den Leistungen ähnlicher europäischer Volkswirtschaften wider, wobei insbesondere Frankreich und Großbritannien zu nennen sind. Wie aus kürzlich veröffentlichten Daten ersichtlich wurde, ist der konjunkturelle Optimismus in Frankreich wieder auf seinen langfristigen Durchschnittswert zurückgekehrt, wobei der französische Fertigungsindex einen beeindruckenden Wert von 104 erzielen konnte. In Großbritannien konnte die konservative Regierung von Premierminister David Cameron ein langsames aber stetiges Wachstum der britischen Wirtschaft verzeichnen, was zu steigenden Immobilienwerten, niedrigen Arbeitslosenzahlen und weniger Sozialhilfeempfängern geführt hat.

Im Hinblick auf Herausforderungen kann festgestellt werden, dass der schwankende Euro Anlegern Hoffnung bietet, jedoch auch in gleichem Maße anfällig sein kann. Ein plötzlicher Einbruch kann sich deutlich auf den Devisenhandel auswirken. Darüber hinaus entbrannte in der ansonsten so robusten Automobilbranche kürzlich eine heftige Debatte, da deutsche, französische und britische Vereinigungen hinsichtlich der Beibehaltung veralteter Abgastests des Lobbyismus beschuldigt wurden. So drohen beispielsweise dem deutschen Automobilkonzern Volkswagen infolge manipulierter Abgaswerte mögliche rechtliche Verfahren, was zu einer drastischen Untergrabung des Wachstums dieses florierenden und einflussreichen Marktsektors führen könnte.

Veröffentlicht von:

Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche
Alexandra Rüsche gehört seit 2009 der Redaktion Mittelstand-Nachrichten an. Sie schreibt als Journalistin über Tourismus, Familienunternehmen, Gesundheitsthemen, sowie Innovationen. Alexandra ist Mitglied im DPV (Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V.). Sie ist über die Mailadresse der Redaktion erreichbar: [email protected]
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