Finanzen

Deutsche Bank wertet Commerzbank-Übernahme durch Unicredit als Chance für sich

Die Deutsche Bank will von der Übernahme ihres Konkurrenten Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit profitieren. „Wir sehen die geplante Übernahme als Chance“, sagte Vorstandsmitglied Alexander von zur Mühlen dem „Handelsblatt“ am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Bangkok.

Die deutsche Wirtschaft sei global aufgestellt und brauche deshalb auch bei ihren Bankbeziehungen eine weltweite Plattform. „Wenn in bestimmten Segmenten ein Wettbewerber wegfällt, steigt unsere Verantwortung als Deutsche Bank, und natürlich auch unser Wachstumspotenzial“, sagte er.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstagabend Unicredit genehmigt, ihren Anteil an der Commerzbank unbegrenzt aufzustocken. Aktuell hält Unicredit knapp 30 Prozent der Anteile an der Commerzbank, weitere knapp 20 Prozent der Aktien wurden dem Institut im Rahmen eines Übernahmeangebots angedient. Für die Übernahme dieser Aktien benötigt Unicredit aber die Zustimmung unterschiedlicher Behörden. Die Zustimmung der EZB galt als wichtigste Hürde dafür.

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Unicredit hatte in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass sie das internationale Geschäft der Commerzbank zurückfahren will. Das könnte Firmenkunden dazu motivieren, sich neue Bankpartner für internationale Geschäfte zu suchen. Davon geht auch die Deutsche Bank aus. „Zu vielen dieser Kunden haben wir bereits sehr enge Beziehungen, aber da geht immer noch mehr“, sagte von zur Mühlen. „Wir sehen darin deshalb eine Chance, in Deutschland ebenso wie im Auslandsgeschäft.“ Als Deutschlands größte internationale Bank wolle die Deutsche Bank für die betroffenen Firmenkunden „die erste Anlaufstelle sein“, fügte er hinzu.

Foto: Deutsche Bank (Archiv) / Bild: via dts Nachrichtenagentur

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