Leadership- und Fachkräfte-Trends 2026
„Nicht der Wettbewerb macht uns schwach – sondern unsere eigene Unentschlossenheit.“
Dieses Fazit zieht sich wie ein roter Faden durch die Studie des DFK – Verband der Fach- und Führungskräfte in Kooperation mit Heinermann Consulting, über 400 Fach- und Führungskräfte befragt wurden. Deutschlands Unternehmen stehen unter massivem externem Druck: Regulierung, internationaler Wettbewerb, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Unsicherheit prägen das Umfeld. Gleichzeitig zeigt die Studie deutlich, dass die größten Hebel für Zukunftsfähigkeit intern liegen, nicht im Markt.
Strategische Fokussierung
Ein zentrales Thema ist die strategische Fokussierung: Viele Führungskräfte sehen weniger ein Marktproblem als ein Problem mangelnder Klarheit und Priorisierung. Wiederkehrend kritisiert werden zu breite Aufstellungen, zu viele Parallelinitiativen, permanente Reorganisationen und fehlende strategische Konsequenz. Wie ein Teilnehmer prägnant formuliert: „Man muss wissen, wofür man steht – sonst optimiert man nur Nebenschauplätze.“ Die geforderte Antwort lautet: Konzentration auf die Kernkompetenzen, klare Zielbilder und langfristige Prioritäten. Transformation braucht Richtung, nicht Aktionismus.
Künstliche Intelligenz noch nicht in Prozesse integriert
Auch die Operationalisierung von Künstlicher Intelligenz ist noch nicht flächendeckend umgesetzt. Zwar wird KI strategisch bejaht, doch in vielen Unternehmen fehlt die Integration in Prozesse und Geschäftsmodelle, ebenso wie die Sicherstellung der Datenqualität, die Definition klarer Use-Cases und die systematische Schulung von Führungskräften. Ein Teilnehmer bringt es auf den Punkt: „KI ist kein Zukunftsthema mehr – sondern ein Produktivitätsthema.“
Fachkräfte Trend 2026: Die interne Effizienz ist ein wichtiger Hebel
Interne Effizienz erweist sich ebenfalls als entscheidender Hebel. Die Studie zeigt, dass interne Komplexität Unternehmen oft mehr hemmt als der externe Markt. Führungskräfte fordern verkürzte Entscheidungswege, klar zugeordnete Verantwortlichkeiten und niedrigere Verwaltungskosten. Wie ein Befragter es zusammenfasst: „Wir müssen erst intern wettbewerbsfähig werden.“
Führung wird dabei als zentraler Engpass erkannt. Die Balance zwischen Effizienzsteigerung und Kulturverlust ist kritisch: Während Top-down-Strukturen und Kostendruck zunehmen, wächst zugleich der Wunsch nach Coaching-orientierter Führung, transparenter Kommunikation, Talententwicklung und Nachfolgesicherung. Ein prägnantes Zitat bringt es auf den Punkt: „Technologie entscheidet nicht – Führung entscheidet.“
Der Fachkräftemangel wird zunehmend als Bindungs-, Entwicklungs- und Kulturproblem verstanden. Know-how-Sicherung, Nachwuchsförderung und strategische Personalentwicklung zählen daher zu den zentralen Handlungsfeldern, um Talente zu halten und zukünftige Führungsfähigkeit zu sichern.
Die Schärfung der strategischen Klarheit ist wichtig!
Aus den Befragungen lassen sich sechs strategische Handlungsfelder ableiten: die Schärfung der strategischen Klarheit und der Fokus auf Kernkompetenzen, die Operationalisierung der KI-Strategie mit klarer Governance, die radikale Vereinfachung interner Strukturen, die Beschleunigung von Entscheidungsprozessen, moderne, menschenorientierte Führung sowie systematische Talentbindung und Know-how-Sicherung.
Die zentrale Erkenntnis der Studie lautet: Die größte Gefahr liegt nicht im Markt, sondern in fehlender innerer Konsequenz. Zukunftsfähigkeit entsteht durch innere Anpassung, strategische Klarheit und konsequente Umsetzung, nicht durch bessere äußere Rahmenbedingungen. Unternehmen, die diesen Wandel konsequent vollziehen, können Unsicherheiten nicht nur abfedern, sondern in nachhaltige Wettbewerbsvorteile transformieren.
Quelle: cross m, Martina Lackner



