Die App wird zur primären Schnittstelle zwischen Mensch und Technik

  • Die Ausgaben in App-Stores (App-Brutto-Umsatz) wachsen im Jahr 2016 auf 50,9 Milliarden Dollar – bis 2020 auf 101,1 Milliarden Dollar
  • „Apps eat the web“ – Nutzer verbringen mehr und mehr Zeit in Apps
  • Die strategische Bedeutung des App-Markts geht weit über Spiele & Medien hinaus

App Annie, die Datenanalyseplattform des App-Markts, blickt in die Zukunft der App-Ökonomie und veröffentlicht zum ersten Mal eine detaillierte Prognose zur zukünftigen Entwicklung von Umsatz, Downloads und Nutzungszahlen des App-Markts.

„Unsere App-Marktprognose soll der dynamischen und wachsenden App-Wirtschaft wichtige Einblicke und Taktiken bereitstellen und den Unternehmen einen detaillierten Fahrplan bieten“, sagte Danielle Levitas, Senior Vice President of Research bei App Annie. „Wir haben neben unseren eigenen vertrauenswürdigen und detaillierten App-Daten und Insights über 10.000 weitere Quellen herangezogen, um eine Prognose zu entwickeln, die in ihrer wissenschaftlichen Präzision einmalig ist.“

Neue Märkte, neues Wachstum

Aufgrund preiswerter Smartphones in jungen Märkten wie Indien werden laut App Annie Milliarden neuer Smartphone-Besitzer in das App-Ökosystem drängen. Dies bedeutet große Chancen für Entwickler und App-Publisher, die den Fokus auf unerfüllte Bedürfnisse in diesen Märkten legen und so ganz neue Märkte schaffen können.

Der Spiele-Umsatz, den App Annie als Leitindikator für Entwicklerinnovationen bezeichnet, wächst laut App Annie weiter. Und: Kategorien wie Musikstreaming, Videostreaming und Dating Apps werden zu bedeutenden Umsatzmotoren.

App Annie-Prognose: iOS-App-Umsatz wird im Jahr 2017 von Android App Stores überholt

Google Play wird der wichtigste Motor des globalen Wachstums mit dreifach höheren Downloadzahlen (166,4 Mrd.) im Jahr 2020 gegenüber 2015.

  • Im selben Zeitraum rechnet App Annie mit einem Wachstum der iOS-Downloads um 46% auf 35,2 Mrd.
  • Bei Drittanbieter Stores für Android erwartet App Annie ein Wachstum von 158% auf 80,3 Mrd. Das Wachstum nährt sich hauptsächlich aus China, wo die Verbreitung von Android Smartphones in kleineren Städten zunimmt.
  • Während bisher der Apple App Store-Umsatz immer an der Spitze lag, wird sich das ab dem Jahr 2017 ändern, zumindest wenn der Umsatz von Google Play und Drittanbieter-Stores für Android addiert und gegenübergestellt wird. Der kombinierte Umsatz wächst von 18,3 Mrd. Dollar in 2015 auf 55,7 Mrd. in 2020. Trotzdem „Entwarnung“ für iOS-App-Entwickler und Publisher: Betrachtet man den iOS-Store für sich allein, bleibt er der stärkste Store und verdoppelt sich auf 44,8 Mrd. Dollar in 2020 gegenüber 2015.

Wachsende App-Downloads und explodierende Nutzung

Nach App Annie Usage Intelligence, dem Analyse-Tool für die Nutzung von Apps, sind die Zeiten, die Verbraucher mit Mobilgeräten verbringen, explodiert.

  • Die Nutzer von Android Phones haben von 2014 bis 2015 global 63% mehr Zeit mit ihren installierten Apps verbracht.
  • App Store-Downloads werden angesichts der zunehmenden Verbreitung von Smartphones von 111,2 Mrd. in 2015 auf 284,3 Mrd. bis 2020 steigen. Dabei verzeichnet China heute schon die meisten Downloads aller Länder (rund ein Drittel!) App Annie erwartet, dass China den Spitzenplatz bis 2020 hält – auch wenn derzeit die Downloads in Indien „durch die Decke stoßen“.
  • Der Umsatz pro Gerät steigt von 15,42 Dollar im Jahr 2015 auf 16,22 Dollar im Jahr 2020.

Noch ungenutzte Monetisierungs-Möglichkeiten für Publisher

Ausgehend von dem App Annie IDC-App Monetisierungsbericht stellen die App-Analysten fest:

  • Spiele generierten 2015 etwa 85% der Umsätze auf dem App-Markt mit 34,8 Mrd. Dollar weltweit. Aufgrund der hohen Monetisierung in etablierten Märkten, insbesondere in den großen und mittelgroßen Städten in China sowie Japan und Südkorea erwartet App Annie für die Spiele-Kategorie ein Wachstum auf 41,5 Mrd. im Jahr 2016 und auf 74,6 Mrd. Dollar bis 2020.
  • Aufgrund der Verlagerung des Medienkonsums auf mobile Geräte nehmen Abonnementmodelle in etablierten Märkten Fahrt auf.
  • Mobile Anzeigen bergen enormes Potenzial. Bisher macht der Mobilsektor 24% der Medienzeit aus, aber nur 8% der Anzeigenausgaben. „Mit steigender Anzahl von mobilen Apps werden Milliarden von zusätzlichem Umsatz aus mobilen Anzeigen generiert“, prognostiziert App Annie.

Erhebliche Unterschiede bei der Marktreife verschiedener Länder

Bei der Marktreife der App-Ökonomie zeigen sich erheblich Unterschiede. Dabei unterteilt App Annie den Markt in drei Reifegrade:

  • Die Erstakzeptanz von Geräten in Ländern, wo Verbraucher erst beginnen, sich mobile Devices zuzulegen, führt in die „goldene Phase“ der App Store-Downloads. Diese Phase verlangsamt sich nach der „Entdeckerphase“ durch die Verbraucher wieder.
  • Mit der Installation einer App entstehen aktive Nutzer mit „App-Gewohnheiten“ und stabiler Nutzung.
  • In der dritten intensiven Phase nehmen Nutzer auch Geld in die Hand um sich z.B. Premium-Features freizuschalten. Zu diesen reifen Märkten zählt App Annie zum Beispiel die USA und Japan.

Der Reifegrad beeinflusst Downloads, Nutzung(szeit) und Umsatz und ist bedeutsam für die Einschätzung von Märkten. App Annie stellt z.B. fest, dass sich China in zwei separate Märkte aufteilt: Große und mittelgroße Städte sind gesättigt, andere (Land)Regionen weisen enormes Wachstumspotenzial auf. Ebenfalls ein rasantes Wachstum erwartet App Annie für Mexiko, Brasilien, die Türkei, Indonesien und besonders für Indien.

Fazit: Mobile Apps haben schon jetzt frühere Computerrevolutionen verblassen lassen und der App Markt wächst weiter

  • Apps werden durch die Ausdehnung auf neue Plattformen wie Wearables, TV-Geräte, Virtual/Augmented Reality (VR und AR), das Internet der Dinge und den Automobilbereich weiter an Einfluss gewinnen.
  • „Wir sind erst in der Frühphase des App-Markt-Reifezyklus“, äußert App Annie zum Abschluss seines Berichts und verortet Smartphones in das „Zentrum des App-Universums“. Zusammenfassend: „Da wir zunehmend mehr Zeit mit Mobilgeräten verbringen und Apps neue Geräteplattformen erobern, werden Apps zur wichtigsten Schnittstelle zwischen Verbraucher und Unternehmen.“

Quelle: App Annie

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Veröffentlicht von:

Ann-Christin Haselbach

Ann-Christin Haselbach ist Auszubildende beim ARKM Online Verlag in Gummersbach. Sie unterstützt die Mittelstand Nachrichten und sammelt weitere Erfahrungen für ihren Ausbildungsberuf zur "Medienkauffrau Digital und Print".